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Negativzinsen auf 35 Prozent der weltweiten Geldvermögen

Ein Drittel der weltweiten Geldvermögen wird von Schweizer Banken verwaltet. Weder die Abschaffung des Bankgeheimnisses noch die Einführung von Negativzinsen haben an dieser Präferenz des „scheuen Rehes Kapital“ etwas geändert. Geldvermögen fordern Stabilität und Verlässlichkeit. Rendite wird auf anderen Gebieten erzielt.

Die Schweizer Großbank UBS hat die Schwelle für die Berechnung von Negativzinsen auf den für ein Schweizer Geldinstitut unbedeutenden Kontostand von 250.000 Fr. bzw. Euro gesenkt. »Damit gibt die UBS die von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) verhängten Negativzinsen an ihre Kunden weiter – sie steht nicht alleine da,« schreibt die Neue Züricher Zeitung. Durchhaltekosten für das Halten von Liquidität werden damit für besonders wohlhabende Privatanleger wie auch schon zuvor für alle institutionellen Anleger Realität.

»Die Gefahr steigt, dass Sparer auf Kontoguthaben bei der Bank Negativzinsen bezahlen müssen,« beschreibt die NZZ die Lage. Sie führt aber auch aus, wie »Sparer« durch Umschichten ihrer liquiden Mittel Negativzinsen vermeiden können. Das Weiterreichen der Liquiditätskosten an die Verursacher ist für die Banken mittlerweile alternativlos. Im Artikel heißt es unmissverständlich: »Banken, die ihren Kunden die Negativzinsen der SNB nicht weitergeben, „subventionieren“ diese schliesslich indirekt.«

Die Geldvermögen der Welt werden noch immer von Schweizer Bankern verwaltet. Der Infodienst Schweizer-Banken-info verweist darauf, dass »35% des weltweiten privaten und institutionellen Vermögens in der Schweiz« liegen. Schweizer Banken haben im Private Banking eine lange Tradition. Die Entwicklung in der Schweiz wird für die weltweite Zinsentwicklung daher Signalwirkung haben. Sicherlich gibt es keinen zweiten Platz für Geld in der Welt, dem so viel Vertrauen in Stabilität und Verlässlichkeit entgegengebracht wird. Wenn sich dabei zeigt, dass eine Währung mit negativen Zinssätzen dauerhaft und wunderbar arbeiten kann, werden sich andere Währungsbereiche diesem Trend nicht auf Dauer widersetzen können. Das von der schweizer Entwicklung betroffene Geldvermögen hat eine weltweit relevante Größenordnung.

Lesen Sie hierzu auch: »Ein Hoch der Negativzinspolitik in der FAZ«, »Deutsche Bank-Stratege für effektive Negativzinsen, auch auf Bargeld«, »Handelsblatt-Bericht verzichtet auf Ideologisierung von Guthabengebühren« und »Stabile Währung durch Haltegebühr auf Geld«.

Klaus Willemsen, 29.01.2021


Verwendete Quellen:

www.nzz.ch/finanzen/negativzinsen-so-koennen-sparer-sie-umgehen-ld.1595977

www.schweizer-banken.info

www.inwo.de/medienkommentare/ein-hoch-der-negativzinspolitik-in-der-faz/

www.inwo.de/medienkommentare/deutsche-bank-stratege-fuer-effektive-negativzinsen-auch-auf-bargeld/

www.inwo.de/medienkommentare/handelsblatt-bericht-verzichtet-auf-ideologisierung-von-guthabengebuehren/

http://www.geldreform.eu/stabile-waehrung-durch-haltegebuehr-auf-geld/