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Handelsblatt-Bericht verzichtet auf Ideologisierung von Guthabengebühren

Elisabeth Atzler, Bankenkorrespondentin beim Handelsblatt, berichtet erfrischend objektiv und ohne die sonst übliche Negativrhetorik über weitere Geldinstitute, die sich an Hortungsgebühren beziehungsweise an »Verwahrentgelte« herantrauen.

Wer Millionen auf Tagesgeldkonten parkt, unterbricht den Geldkreislauf und verursacht damit zum einen volkswirtschaftlichen Schaden und zum anderen erhebliche betriebswirtschaftliche Kosten bei den Geldinstituten. Es ist damit ökonomisch notwendig und betriebswirtschaftlich sinnvoll, diese Hortung mit volumenabhängigen Kosten zu belegen.

In ihrem Beitrag »Die nächste Bank will Geld für Erspartes« beschreibt Frau Atzler, dass weitere Geldinstitute begonnen haben, ihnen entstehende Kosten der Geldhortung an die Verursacher weiterzureichen. Sie hebt dabei hervor, dass es sich um Giro- und Tagesgeldkonten handelt, die problematisch sind. Und sie beschreibt, dass es den Instituten dabei nicht um zusätzliche Gewinne geht, sondern um das Durchreichen von anfallenden Kosten.

Bedauerlich ist, dass die Überschrift, für die Frau Atzler sicherlich nicht verantwortlich zeichnet, dennoch das vom Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart geliebte Klischee transportiert: Die Bank will Geld für Erspartes. Diese simple Ideologie bleibt falsch, egal wie oft sie wiederholt wird. Die genannten Geldinstitute berechnen Geld für spekulativ gehortete Beträge. Für Geld, das eben nicht langfristig angelegt und damit über einen gewissen Zeitraum gespart wird. Außerdem ist es mitnichten so, dass die Geldinstitute diese Hortungsgebühren wirklich wollen. Der Beitrag von Elisabeth Atzler beschreibt, dass man nur zögerlich beginnt, die anfallenden Kosten an die Verursacher weiterzureichen.

Es ist erfreulich, dass man Frau Atzler ermöglicht hat, die Berichterstattung im Handelsblatt der Realität auf den Finanzmärkten anzunähern. Es bleibt zu hoffen, dass die normative Kraft des Faktischen der Chefredaktion ermöglichen wird, einige ideologische Scheuklappen abzulegen. Lesen Sie dazu bitte auch »Stabile Währung durch Haltegebühr auf Geld«, »Null Zinsen und die Zukunftsangst der Deutschen« und »›Kopfkissen-Sparen‹ und andere Irrtümer«.

Klaus Willemsen, 18.10.2016

Verwendete Quellen:

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/volksbank-stendal-die-naechste-bank-will-geld-fuer-erspartes/14682344.html

http://www.geldreform.eu/stabile-waehrung-durch-haltegebuehr-auf-geld/

http://www.inwo.de/medienkommentare/null-zinsen-und-die-zukunftsangst-der-deutschen/

http://www.inwo.de/medienkommentare/kopfkissen-sparen-und-andere-irrtuemer/

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