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Zentralbanken könnten Negativzinsen weiter senken (IMF-Studie)

Der Internationale Währungsfond (IMF) kommt nach den weltweiten Erfahrungen in einem Umfeld negativer Zinssätze zu einer positiven Bewertung der Entwicklung. Die Ökonomen Luis Brandao-Marques und Gaston Gelos weisen im IMF-Blog auf die Möglichkeit hin, dass Notenbanken das Zinsniveau weiter senken könnten.

»Nach acht Jahren Erfahrung mit der Negativzinspolitik hat sich die anfängliche Skepsis (...) als weitgehend unangebracht erwiesen. Die bisherigen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Negativzinspolitik funktioniert hat«, schreiben sie in der Zusammenfassung einer diesbezüglichen Studie. Die Negativzinspolitik »hat bewiesen, dass sie in der Lage ist, (...) die Produktion (...) zu stimulieren (…). Sie führte auch zu niedrigeren Geldmarktsätzen, langfristigen Renditen und Bankzinsen.«

Ausweichreaktion Bargeldhortung

Schon vor zehn Jahren drohten institutionelle Anleger in der Schweiz damit, bei einem anhaltenden Minus-Zins-Niveau Guthaben in Bargeld umzuschichten. Diese Drohung wurde bisher in der Praxis nicht in Besorgnis erregendem Umfang umgesetzt. Die Möglichkeit der »Flucht ins Bargeld« hält Notenbanken jedoch davon ab, die Leitzinsen noch weiter zu senken. Eher zwischen den Zeilen weist der IMF-Beitrag darauf hin, dass ein weiteres Absenken des Zinsniveaus eine Geldgebühr notwendig macht: »Da weder Banken noch ihre Kunden merklich in Bargeld umgeschichtet haben, können die Zinsen wahrscheinlich noch negativer werden, bevor das passiert«, heißt es dort.

Dies ist für die Weltwirtschaft und gleichermaßen für die sozialen Fragen in der Welt eine überaus positive Entwicklung. Wenn der Trend zu sinkenden Zinsen anhält, wird das die Beschäftigungslage weltweit verbessern, die Schuldenlast öffentlicher Kassen erträglich machen und gleichzeitig das internationale Finanzsystem stabilisieren helfen. »Die bisherigen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Negativzinspolitik funktioniert hat (The evidence so far suggests that negative interest policies have worked)«, schreiben Brandao-Marques und Gelos.

Fazit der Autoren

Das Fazit der Autoren fällt unerwartet positiv aus: »Insgesamt deuten die bisherigen Ergebnisse darauf hin, dass die Politik der negativen Zinssätze die finanziellen Bedingungen erfolgreich gelockert hat, ohne signifikante Bedenken hinsichtlich der Finanzstabilität zu wecken. Daher könnten Zentralbanken, die Negativzinsen eingeführt haben, in der Lage sein, sie weiter zu senken.«
Dieser Blogeintrag basiert auf einer Arbeit von Luis Brandao-Marques, Marco Casiraghi, Gaston Gelos, Gunes Kamber und Roland Meeks. Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version).

Lesen Sie hierzu auch: »Negativzinsen auf 35 Prozent der weltweiten Geldvermögen«, »The Economist titelt "Free money" (Freigeld)« und »Stabile Währung durch Haltegebühr auf Geld«.


Klaus Willemsen, 17.03.2021

Verwendete Quellen:

blogs.imf.org/2021/03/03/the-evidence-is-in-on-negative-interest-rate-policies/
blogs.imf.org/2021/03/03/the-evidence-is-in-on-negative-interest-rate-policies/

blogs.imf.org/bloggers/luis-brandao-marques/

www.inwo.de/medienkommentare/negativzinsen-auf-35-prozent-der-weltweiten-geldvermoegen/

www.inwo.de/medienkommentare/the-economist-titelt-free-money-freigeld/

www.geldreform.eu/stabile-waehrung-durch-haltegebuehr-auf-geld