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Spekulation subventionieren oder Gewinne abschöpfen?

Deutschlands Boden ist 5,5 Billionen € wert! Sein Wert nimmt täglich zu, ohne dass seine Eigentümer dafür etwas leisten müssten. Einfach weil seine Menge begrenzt ist und die Nachfrage stetig wächst. Die Nachfragenden, all jene Menschen, die den Boden nutzen aber keinen in die Wiege gelegt bekommen haben, sind jene, die die Leistung erbringen und die Wertsteigerung ausmachen.

Jahr für Jahr arbeiten Mieter, Pächter, Steuerbürger und Gewerbetreibende immer mehr, um den Wertzuwachs des Bodens zu finanzieren. Je mehr die Bürger für den Boden bezahlen, desto höher steigt sein Wert und lässt die Preis weiter steigen. Bis der Bogen eines Tages überspannt ist.

90% der Bevölkerung zahlen und kaum 10% werden stetig reicher. Das müsste nicht sein. Die Mehrheit der Bevölkerung könnte sich auf demokratischem Wege dazu entscheiden, diesen, von ihr selbst erarbeiteten Wertzuwachs, abzuschöpfen und zu Gunsten der Allgemeinheit zu verteilen. Würde man beispielsweise lediglich 2% der Bodenrendite abschöpfen, hätte man den stolzen Betrag von 110 Milliarden Euro zur Verfügung. Das entspräche einem Jahresbonus von 1300 Euro für jeden in Deutschland lebenden Menschen.

Unter dem Strich würde eine Abschöpfung des Renditezuwachses die Bilanzen einiger überaus erfolgreichen Hedgefonds, Wohnungsbauunternehmen und anderer Großgrundbesitzer ein wenig eintrüben. Im besten Fall würde die Bodenspekulation in Deutschland weniger attraktiv. In der Folge würden Bodenpreise langsamer ansteigen und die Belastung der Menschen entsprechend geringer ausfallen.

Die aktuelle Bodenpolitik konzentriert sich darauf, durch Wohngeldzahlungen an bedürftige Bürger, durch Flächen bezogene Agrarsubventionen oder Lohnzuschüsse für Mitarbeiter in hochpreisigen Städten, die unaufhaltsam steigenden Ansprüche der Bodenspekulanten zu subventionieren. Der Steuerzahler zahlt, ob er will oder nicht, der Grundbesitzer kassiert. Eine demokratische Gesellschaft kann dieses Prinzip umkehren.

Lesen Sie dazu auch »Schadensregulierung oder Kapitalsubventionierung«, »Höchste Zeit für die Grundsteuerreform« und »Grundsteuer: Zeitgemäß!«.

Klaus Willemsen, 10.2.2019

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