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Buhmann Immobilienbranche

»Ich schließe nicht aus, dass es Spekulanten gibt«, sagt der Immobilienökonom Tobias Just im WDR 5 Politikum-Gespräch. Moderator Max von Malotki stochert dabei im Nebel herum, wie selten. Der Markt für Wohnimmobilien sei ein normales Gut wie andere auch, behauptet Just. Und von Malotki lässt sich von ihm an der Nase herumführen. Regulierung und Mieterschutz, die Vergabe von Bauland, fehlende Handwerker, langsame Bürokraten, Just und von Malotki werfen alle Aspekte munter durcheinander und hinterlassenen Ratlosigkeit und Verwirrung.

»Große Wohnungsunternehmen sind zum Feindbild geworden. Eine Berliner Initiative will sie sogar enteignen. Aber das liegt eher an den Strukturen des Marktes als an den Unternehmen selbst, meint Immobilienökonom Tobias Just.« Diese Feststellung ist gleichermaßen richtig und falsch. Es liegt »an den Strukturen des Marktes«, der beim Boden jedoch kein gewöhnlicher Markt sein kann. Der Boden ist keine von Menschen produzierte Ware. Sein Angebot ist begrenzt, die Nachfrage grenzenlos. Ihn als beliebige Ware zu bezeichnen und seinen Preis wie den für Autos oder Fernsehgeräte zu behandeln, verhindert den Blick auf eine Problemlösung.

Der Boden ist ein Monopolgut. Sein Wert steigt durch die Entwicklung der Gesellschaft unaufhörlich an. Ganz gleich wer darauf baut oder eben nicht baut. Man kann die großen Wohnungsbauunternehmen und Bodenspekulanten zu Bösewichten stilisieren. Dafür gibt es viele gute Gründe. Einzig, es trifft den Kern der Preisentwicklung nicht.

Wem gehören Bodenwertgewinne?
Die Mutter aller Probleme besteht darin, dass wir als Gesellschaft den Bodenwertzuwachs in private Kassen lenken, anstatt ihn abzuschöpfen und ihn an die Bevölkerung zurückzuverteilen. Der reine Bodenwertzuwachs, dem keine Leistung des Grundeigentümers gegenübersteht, macht Mieter und Pächter ärmer und Eigentümer reicher. Ursache und Problemlösung bedürfen einer gesellschaftspolitischen Diskussion. Die stilisierten Feindbilder sind letztlich nur Bauernopfer, auch wenn sie als handelnde Subjekte durchaus zu kritisieren sind.

Sie, lieber Max von Malotki, wissen das genau. Ihre Kommentare sind oft wohltuend gegen den ökonomischen Mainstream. Sie kennen auch die Dimension der Bodenpreisentwicklung. Es ist daher sehr bedauerlich, dass Ihr Interview den Kern des Bodenproblems ignoriert oder gar vertuscht. Die gesellschaftliche Diskussion wird so blockiert, was sicherlich nicht in Ihrem Interesse sein wird.

Lesen Sie dazu »Spekulation subventionieren oder Gewinne abschöpfen?« und »Reiche horten leere Grundstücke« oder "Grundsteuer: Zeitgemäß".

Klaus Willemsen, 20.2.2019

Verwendete Quellen:

www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-politikum-gespraech/index.html

https://www.inwo.de/medienkommentare/spekulation-subventionieren-oder-gewinne-abschoepfen/

https://www.inwo.de/medienkommentare/reiche-horten-leere-grundstuecke/

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