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FAIRCONOMY-Newsletter Nr. 52

The be­low-ze­ro lo­wer bound

ei­ne Über­sicht vol­ler Ver­wei­se zur ak­tu­el­len Dis­kus­sion um ne­ga­ti­ve Zin­sen (auf Englisch)

US-Wirt­schaftspro­fes­sor emp­fiehlt der Schwei­zer Na­tio­nal­bank die Ein­füh­rung ei­ner Ge­bühr auf Bar­geld (im In­ter­view 17.02.2015 in "Fi­nanz und Wirt­schaft")

Ne­ga­ti­ve Ein­la­ge­zin­sen der Zen­tral­bank führen zur vermehrten Bar­geld­hal­tung/hortung!

1. Aktuelles

Fairconomy-Titel
Fairconomy 1/2015

Die ak­tu­el­le Fair­co­no­my bie­tet meh­re­re klei­ne und vier große Ar­ti­kel, dar­un­ter ei­nen zum beim At­ten­tat auf das fran­zö­si­sche Sa­ti­re­ma­ga­zin »Char­lie Heb­do« ge­tö­te­ten Öko­nom, Jour­na­list und Schrift­stel­ler Ber­nard Ma­ris. IN­WO-Mit­glie­der ha­ben die Aus­ga­be schon auf Pa­pier er­hal­ten.

IN­WO-Mit­glied und Fi­nanz-Be­ra­ter Stef­fen Hen­ke be­such­te bei ei­ner Vor­trags­rei­se nach Bel­gien un­ter an­de­rem Sil­vio Ge­sells Ge­burts­ort St. Vith. Ne­ben den Vor­trä­gen gab er auch dem Bel­gi­schen Rund­funk ein hö­rens­wer­tes 10-mi­nü­ti­ges Ra­dio-In­ter­view (13. März).

Die Er­lass­jahr-Kam­pa­gne for­dert mit ei­nem nett an­zu­se­hen­den 2-Mi­nu­ten-Vi­deo, Lö­sun­gen für über­schul­de­te Staa­ten zu er­ar­bei­ten – spe­zi­ell sol­len das die G7-Staa­ten bei ih­rem Tref­fen am 27.05.2015 in Dres­den tun. Ein mög­li­cher Aus­weg: mit dem von der IN­WO an­ge­streb­ten 0-Zins­ni­veau wä­ren auch ho­he Schul­den dau­er­haft trag­bar.

Der Leer­stands­mel­der sam­melt Geld (Crowd­fun­ding) zur Ver­bes­se­rung der On­li­ne-Platt­form – nur noch bis zum 19. März! Die Leer­stands­über­sicht der Pro­jekts ist prak­tisch, um die Sinn­haf­tig­keit ei­ner Bo­den­re­form zu be­grün­den.

2. Termine

18. März, Frank­furt: Er­öff­nung des neu­en EZB-Ge­bäu­des, be­glei­tet von Pro­test­en ge­gen die „Spar- und Ver­ar­mungs­po­li­tik“.

20. März und 10. - 12. April: In­fo-Abend und Open Space zum ge­plan­ten Lern­ort Wup­per­tal in der Sil­vio-Ge­sell-Ta­gungs­stät­te.

21. und 22. März, Ful­da­tal-Sim­mers­hau­sen: 55. Mün­de­ner Ge­sprä­che.

18. und 19. April: „Wem ge­hört die Er­de? / Di­men­sion ei­ner Re­form der Bo­den­ord­nung“, Tag­ung des Se­mi­nars für frei­heit­li­che Ord­nung in Bad Boll.

4. bis 6. Juni: Deut­scher Evan­ge­li­scher Kir­chen­tag in Stutt­gart, mit INWO-Prä­senz auf dem „Markt der Mög­lich­kei­ten“.

13. bis 26. Juli: 2. Som­mer­camp der Wup­per­ta­ler Frei­licht­büh­ne.

15. Juli bis 2. August 2015: „Som­mer-Uni­ver­si­tät“ Al­ter­na­tive Eco­nomic and Mone­tary Sys­tems in Wien.

30. Okto­ber bis 01. No­vem­ber, Wup­per­tal: Jah­res­feier der Hu­ma­nen Wirt­schaft.

Irr­tü­mer und Än­de­run­gen vor­be­hal­ten. Mehr lo­ka­le und ak­tua­li­sier­te Ter­mi­ne ste­hen im­mer im IN­WO-Ter­min­ka­len­der.

3. Interessantes aus Medien und Netz

Im Rund­brief HU­MA­NE WIRT­SCHAFT AK­TU­ELL vom 16. März ver­weist An­dre­as Ban­ge­mann auf den Text The be­low-ze­ro lo­wer bound, wel­cher (auf Eng­lisch) ei­ne Über­sicht vol­ler Ver­wei­se zur ak­tu­el­len Dis­kus­sion um ne­ga­ti­ve Zin­sen bie­tet. In­ter­essant ist nicht nur der Text selbst mit sei­nem Aus­druck „Ge­sell ta­x“ (Ge­sell-Steu­er), son­dern vor al­lem, wo er ver­öf­fent­licht wur­de: Brue­gel be­schreibt sich selbst als Volks­wirt­schafts-Denk­fa­brik und Vor­stands­vor­sit­zen­der ist mo­men­tan der ehe­ma­li­ge EZB-Prä­si­dent Jean-Claude Tri­chet.

Der Be­griff „Nach­hal­tig­keit“ ist schon so ab­ge­nutzt, dass er nicht mehr un­be­dingt viel be­deu­tet... und jetzt hat sich auch die Bun­des­re­gie­rung sei­ner be­mäch­tigt: Deutsch Ak­ti­ons­ta­ge Nach­hal­tig­keit vom 30. Mai bis zum 5. Ju­ni. Viel­leicht hat ja je­mand Lust, ei­nen Dis­kus­si­ons­abend zu ei­ner Nach­hal­ti­gen Geld- und Bo­den­ord­nung dort ein­zu­brin­gen und da­mit zu be­wer­ben?

Schweizer Wappen
Schwei­zer Wap­pen

Die von der IN­WO an­ge­streb­te Bo­den­re­form bein­hal­tet ei­ne Be­steue­rung von Res­sour­cen-Ver­brauch, was be­deu­te­te, dass an­de­re Steu­ern, zum Bei­spiel auf Ar­beit oder Dienst­leis­tun­gen, ge­senkt wür­den. Ein ganz ähn­li­cher Vor­schlag, nur oh­ne die be­son­ders wich­ti­ge Bo­den-Kom­po­nen­te, kam in der Schweiz un­ter dem Ti­tel Ener­gie- statt Mehr­wert­steu­er zur Volks­ab­stim­mung – und er­hielt ei­nes der schlech­tes­ten Er­geb­nis­se ei­ner Volks­ab­stim­mung über­haupt (8% „da­für“).

In der klei­nen Schweiz gibt es ne­ben in­ter­essan­ten Volks­ab­stim­mun­gen mo­men­tan noch an­de­re span­nen­de Ent­wick­lun­gen, aus frei­wirt­schaft­li­cher Sicht. So wer­den die ne­ga­ti­ven Ein­la­ge­zin­sen der Zen­tral­bank von den Ge­schäfts­ban­ken wie teil­wei­se auch in Deutsch­land (sie­he vor­he­ri­ger Newslet­ter) an die Hal­ter von gros­ser Li­qui­di­tät wei­ter­ge­ge­ben... mit dem Er­geb­nis, dass die­se ernst­haft den Um­stieg auf Bar­geld­hal­tung ver­su­chen – al­ler­dings nicht im­mer er­folg­reich, wie die­ser Kurz­be­richt vom Schwei­zer Ra­dio und Fern­se­hen (12.03.) in ei­ner schö­nen Mi­schung aus Hoch- und Schwi­zer­dütsch zeigt.

Der US-Wirt­schaftspro­fes­sor Mi­les Kim­ball emp­fiehlt der Schwei­zer Na­tio­nal­bank im In­ter­view (17.02.) in Fi­nanz und Wirt­schaft die Ein­füh­rung ei­ner Ge­bühr auf Bar­geld.

„Beim Eu­ro-Sta­bi­li­täts­pakt wen­det die EU-Kom­mis­sion ih­re oh­ne­hin schlech­ten Re­geln auch noch schlecht an. Es wird klar, dass die EU in ei­ner Zwick­müh­le zwi­schen De­fla­tion und Beu­gung der ei­ge­nen Re­geln steckt.“ ver­lau­tet EU-Par­la­men­ta­rier Sven Gie­gold (am 10.03.). Scha­de, dass die­ser Ken­ner vie­ler De­tails zur Fi­nan­z­welt in Eu­ro­pa nicht sieht, welch ele­gan­ter Aus­weg aus dem Schul­den-De­fla­ti­ons-Di­lem­ma die Frei­wirt­schaft bie­tet.

4. Film- und Buch­tipps

In der Ar­te-Do­ku­men­ta­tion Staats­schul­den – Sys­tem au­ßer Kon­trol­le? (03.02.), oder pas­sen­der im fran­zö­si­schen Ori­gi­nal La det­te, une spi­ra­le in­fer­na­le? kom­men ei­ni­ge Per­sön­lich­kei­ten zu Wort, die den re­gel­mä­ßi­gen Le­sern die­ses Rund­briefs be­kannt sein dürf­ten: Da­vid Grae­ber (Schul­den: Die ers­ten 5000 Jah­re), Ber­nard Ma­ris (sie­he Fair­co­no­my-Be­schrei­bung oben) und Sven Gie­gold. Ar­te bie­tet den Film nicht mehr im Netz an, aber auf ei­ner po­pu­lä­ren Vi­deo-Platt­form oder wo­an­ders lässt er sich mo­men­tan noch gut an­se­hen.
Im Film wer­den In­fla­tion und Ver­mö­gens­steu­er als Aus­we­ge ge­nannt, so­wie das all­seits ge­for­der­te Wirt­schafts­wachs­tum. Ma­ris gibt auf letz­te­res ei­ne gu­te Ant­wort: „Es wird kein Wachs­tum ge­ben, da­mit ist es vor­bei.“

5. Das Wort zum ... Schluss

“The freest gov­ern­ment, if it could exist, would not be long ac­cept­able, if the ten­den­cy of the laws were to cre­ate a rapid ac­cu­mu­la­tion of prop­er­ty in few hands, and to ren­der the great mass of the pop­u­la­tion de­pen­dent and pen­ni­less.”
US-Präsi­dent Franklin D. Roosevelt in Mes­sage to Con­gress on Curbing Mo­nop­o­lies, 1938

Deutsch etwa: „Die frei­es­te Re­gie­rung, wenn sie exis­tie­ren könn­te, wä­re nicht lan­ge trag­bar, führ­ten ih­re Ge­setze da­zu, dass Ver­mö­gen sich in kur­zer Zeit in we­ni­gen Hän­den kon­zen­triert, wäh­rend die gro­ße Mas­se der Be­völ­ke­rung ab­hän­gig und mit­tel­los wird."

Mit freund­li­chen Grüßen
Vla­do Pla­ga und Mit­strei­ter

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