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FAIRCONOMY-Newsletter Nr. 51

EZB will 1,14 Billionen Euro „drucken" - die INWO kommentiert

Ein­füh­rung von Ne­ga­tiv­zin­sen = „spä­ter Tri­um­ph für Sil­vio Ge­sell?" (Capital 4.12.2014)
„Ein Pro­zent hat mehr als der Rest der Welt" (Süddeutsche)
Der Eu­ro auf dem Weg zur Geld­hal­te­ge­bühr (Norbert Rost auf Tele­po­lis, 16.10.2014)

EZB-Rohbau
EZB-Bau­stel­le 2012

1. Aktuelles

Das Fo­rum Öko­lo­gisch-So­zia­le Markt­wirt­schaft (FÖS) wird von der IN­WO über ei­ne Mit­glied­schaft un­ter­stützt und wirk­te 2013 bei der Per­spek­ti­ven­ta­gung mit. Im­mer wie­der gibt das FÖS le­sens­wer­te Pres­se­mit­tei­lun­gen her­aus, die im Sin­ne der IN­WO ar­gu­men­tie­ren: Ar­beit soll in dem Ma­ße güns­ti­ger wer­den, wie der Res­sour­cen-Ver­brauch ver­teu­ert wird. Im Ok­to­ber 2014 fei­er­te das FÖS sein 20-jäh­ri­ges Be­ste­hen, wo­von es jetzt im In­ter­net ein paar Film-Do­ku­men­te zu se­hen gibt.

Am 09.12.14 ver­öf­fent­lich­te die OECD ein Pa­pier, wel­ches be­haup­tet, dass man zur Be­kämp­fung der stei­gen­den Un­gleich­heit „nur auf star­kes und dau­er­haf­tes Wachs­tum zäh­len“ kön­ne. Ei­ne Ge­gen­po­si­tion ver­tritt, genau wie die IN­WO, die Aka­de­mie So­li­da­ri­sche Öko­no­mie. Sie for­dert, vor al­lem zur Ver­mei­dung ei­nes ir­re­ver­si­blen öko­lo­gi­schen Zu­sam­men­bruchs, ei­ne Gleich­ge­wichts­öko­no­mie. Eben­falls En­de 2014 ver­öf­fent­lich­te sie ei­nen ent­spre­chen­den Text.

Am 22.01.15 teil­te die EZB mit, dass sie in­ner­halb ei­nes Zeit­raums von knapp zwei Jah­ren für 1,14 Bil­lio­nen Eu­ro An­lei­hen di­rekt auf­kau­fen wol­le. Klaus Wil­lem­sen kom­men­tiert dies im IN­WO-Me­dien­spie­gel.

2. Termine

11. Februar, europa­weit, in ver­schie­de­nen Ki­nos: Pre­miere von „Wer ret­tet wen?“. In Dort­mund gibt es eine kosten­lose, von Mark Brill (INWO) or­ga­ni­sier­te Vor­füh­rung um 19 Uhr in der Aus­lands­ge­sell­schaft.

18. März, Frank­furt: Er­öff­nung des neu­en EZB-Ge­bäu­des, be­glei­tet von Pro­test­en ge­gen die „Spar- und Ver­ar­mungs­po­li­tik“.

21. und 22. März, Ful­da­tal-Sim­mers­hau­sen: 55. Mün­de­ner Ge­sprä­che.

3. bis 7. Juni: Deut­scher Evan­ge­li­scher Kir­chen­tag in Stutt­gart, mit INWO-Prä­senz auf dem „Markt der Mög­lich­kei­ten“.

13. bis 26. Juli: 2. Som­mer­camp der Wup­per­ta­ler Frei­licht­büh­ne.

30. Okto­ber bis 01. No­vem­ber, Wup­per­tal: Jah­res­feier der Hu­ma­nen Wirt­schaft.

Irr­tü­mer und Än­de­run­gen vor­be­hal­ten. Mehr lo­ka­le und ak­tua­li­sier­te Ter­mi­ne ste­hen im­mer im IN­WO-Ter­min­ka­len­der.

3. Interessantes aus Medien und Netz

„Spä­tes­tens seit dem Wun­der von Wör­gl ist be­kannt, dass ho­he Ne­ga­tiv­zin­sen das Po­ten­zial ha­ben, die Wirt­schaft an­zu­kur­beln“ schreibt Mar­kus Sei­del für Ca­pi­tal (am 04.12.2014) - und sieht mit der kürz­lich er­folg­ten, zag­haf­ten Ein­füh­rung von Ne­ga­tiv­zin­sen durch die EZB ei­nen mög­li­chen „spä­ten Tri­um­ph für Sil­vio Ge­sell“ kom­men.

Zum so­ge­nann­ten Ne­ga­tiv­zins hat die taz Ban­ken­ver­bands­chef Mi­chael Kem­mer be­fragt (am 05.12.). Im­mer­hin schön, dass die­ser zwi­schen Real- und No­mi­nal­zins un­ter­schei­det.

Hel­mut Creutz hat es mit dem kur­z­en Kom­men­tar Ret­tung vor dem Kol­laps (19.01.) wie­der in die Fank­fur­ter Rund­schau ge­schafft, dies­mal auch on­li­ne ver­füg­bar.

Yacht-Hafen
Yach­ten ©Qyp­chak [CC BY]

Ein Pro­zent hat mehr als der Rest der Welt" be­ti­telt die Süd­deut­sche ganz pas­send ih­ren Ar­ti­kel (vom 19.01.) zu ei­nem Oxfam-Be­richt. Der Be­richt selbst trägt den noch pas­sen­de­ren Ti­tel „Wor­king for the few“ (et­wa „Ar­bei­ten für die We­ni­gen“). Prof. Dirk Löhr hat in sei­nem Blog im Sin­ne der IN­WO ei­nen Kom­men­tar zur Stu­die ver­öf­fent­licht.

Nor­bert Rost sieht den Eu­ro auf dem Weg zur Geld­hal­te­ge­bühr (Tele­po­lis, 16.10.2014) - Ei­ne sehr po­si­ti­ve Be­wer­tung der EZB-Ent­schei­dung, Ein­la­gen von Ge­schäfts­ban­ken mit Ge­büh­ren zu be­las­ten, statt den Ban­ken da­für Zin­sen zu zah­len. Ei­nen Mo­nat spä­ter warnt er an glei­cher Stel­le mit Post­wachs­tums­öko­no­mie / Zins­ni­veau taucht un­ter Null vor ver­früh­ter Eu­pho­rie: „Nach der von der EZB in Gang ge­setz­ten Geld­re­form steht al­so das nächs­te Re­form­vor­ha­ben schon vor der Tür.“ ...die Bo­den­re­fom.

Laut Bo­de­n­at­las 2015 (von Hein­rich-Böll-Stif­tung, IASS Pots­dam, BUND und Le Mon­de Di­plo­ma­ti­que) ist die EU ist der größ­te „Flä­chen­im­por­teur“ der Welt und hat sich der „Wer­t“ (ei­gent­lich: Preis) von Acker­land in Ru­mä­ni­en im Mit­tel von 2002 bis 2012 um 38% pro Jahr (!) er­höht.

4. Film- und Buchtipps

Von der INWO fi­nan­ziell un­ter­stützt. Am 11.02.2015 im Ki­no. An ver­schie­den­sten Or­ten.

5. Das Wort zum ... Schluss

„Nach dem Grund­ge­setz aus­ge­schlos­sen ist ei­gent­lich nur aus­ge­rech­net die Wirt­schafts­ord­nung, die wir heu­te ha­ben: ein so­zial weit­ge­hend un­ge­bän­dig­ter Ka­pi­ta­lis­mus, in dem sich pri­va­tes Pro­fit­stre­ben über al­le In­ter­es­sen des All­ge­mein­wohls hin­weg­set­zen kann.“
Sahra Wa­gen­knecht, Frei­heit statt Ka­pi­ta­lis­mus (S. 295), 2011

Mit freund­li­chen Grüßen
Vla­do Pla­ga und Mit­strei­ter

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