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FAIRCONOMY-Newsletter Nr. 49

Ganz im Zei­chen von De­grow­th (Sep­tem­ber-Fair­co­no­my)
Leben unter null Prozent (Telepolis)
Die erdrückende Last des Zins (Frankfurter Rundschau)
Bezahlbare Mieten - statt Rendite (TAZ)

Fairconomy 3/2014
Aktuelle Fairconomy

1. Aktuelles

Die Sep­tem­ber-Fair­co­no­my steht ganz im Zei­chen von De­grow­th, in An­leh­nung an die kürz­lich in Leip­zig zu­sam­men­ge­kom­me­ne gleich­na­mi­ge große Kon­fe­renz zur Post­wach­tums­ge­sell­schaft.

Hin­weis in ei­ge­ner Sa­che: end­lich ist es mög­lich, di­rekt auf IN­WO.de Kom­men­ta­re zum Newslet­ter zu schrei­ben. Die­se Kom­men­ta­re sind so­fort öf­fent­lich und kön­nen di­rekt von an­de­ren Le­sern ge­se­hen wer­den.

Vie­le Zen­tral­ban­ken ha­ben ganz an­de­re In­fla­ti­ons­zie­le als die EZB und die FED mit ih­ren 2% (oder die Frei­wirt­schaft mit ih­rem wert­sta­bi­len Geld)... bei The Lin­dau No­bel Lau­rea­te Mee­tings gibt es ei­ne schö­ne Über­sichts­gra­fik (eng­lisch).

Bildschirmfoto
40 Jah­re Mo­mo

Zum im Newslet­ter 42 vor­ge­stell­ten Mo­mo-Film gibt es jetzt ei­nen ei­ge­nen Netz-Auf­tritt: 40 Jah­re Mo­mo. Der 2013 schon im Fern­se­hen ge­zeig­te sehr se­hens­wer­te Kurz­film wird dort (wie­der kos­ten­los an­seh­bar) als Auf­takt zu ei­nem Lang­film-Pro­jekt prä­sen­tiert.

Dem von der IN­WO un­ter­stütz­ten Film­pro­jekt „Wer ret­tet wen? - Die Kri­se als Ge­schäfts­mo­dell auf Kos­ten von De­mo­kra­tie und so­zia­ler Si­cher­heit“ feh­len laut Sep­tem­ber-Rund­brief noch 7.259,82 EUR zur Er­rei­chung des Spen­den­ziels von 168.000 EUR, ab wel­chem es Zu­schüs­se von Film­för­de­run­gen ge­ben soll – auch oh­ne die zu­nächst ein­ge­plan­te Un­ter­stüt­zung von Fern­seh­sen­dern. Warum die­se sich so zu­rück­hal­ten, sei kaum er­klär­lich, wo ge­ra­de jetzt die EZB den eu­ro­päi­schen Ban­ken Kre­di­tver­brie­fun­gen in Hö­he von 500 bis 685 Mrd. € ab­kau­fen wol­le...

...und genau ge­gen die­ses Kau­fen von Kre­dit­bün­deln (As­set Backed Se­cu­ri­ty, ABS) klagt Mehr De­mo­kra­tie e.V..

2. Termine

26.09. - 04. Oktober: Deutschlandweite Aktionswoche gegen Atomwaffen-Investitionen.

01. Oktober, Tübingen, 14:15 bis 17:45 Uhr: Wirtschaftswachstum – warum wir es im Moment brauchen, obwohl es uns zerstört – und eine Möglichkeit, den Wahnsinn zu stoppen, Vortrag von Helmut Rau bei der Week of Links.

16. - 18. Oktober, Berlin: 20 Jahre für eine nachhaltige Zukunft FÖS-Jahres- und Jubiläumstagung mit den Fachkonferenzen „Umsteuern?! Zukünftige Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur“ und „Energische Effizienzwende für eine effiziente Energiewende“.

04. No­vem­ber, Köln: „Ne­ga­ti­ve Zin­sen und ih­re Aus­wir­kun­gen – Per­spek­ti­ven ei­nes volks­wirt­schaft­li­chen No­vums“. Vor­trag von Fritz An­dres, Vor­stands­mit­glied beim Se­mi­nar für frei­heit­li­che Ord­nung, Bad Boll. Um 19.30 in der Me­lanch­thon-Aka­de­mie

08. - 09. November: Marktwirtschaft ohne Kapitalismus, Tagung des SFFO in Bad Boll, unter anderem mit Fritz Andres und Eckhard Behrens.

22. No­vem­ber, Schaff­hau­sen: "Bo­den be­hal­ten, Stadt ge­stal­ten" - ei­ne öf­fent­li­che Ta­gung der NWO-Stif­tung Bel­cam­po.

22.-23. No­vem­ber 2014, Ful­da­tal-Sim­mers­hau­sen: 54. Mün­de­ner Ge­sprä­che.

06. - 07. Dezember: Macht und Recht in Staat und Gesellschaft, Tagung des SFFO in Bad Boll, unter anderem mit Prof. Dirk Löhr.

11. Februar 2015, europaweit: Pre­miere von „Wer ret­tet wen?“.

Irr­tü­mer und Än­de­run­gen vor­be­hal­ten. Mehr lo­ka­le und ak­tua­li­sier­te Ter­mi­ne ste­hen im­mer im IN­WO-Ter­min­ka­len­der.

3. Interessantes aus Medien und Netz

Fairconomy 3/2014
Euro-Logo (Bild: CC)

Be­acht­li­cher Er­folg der Frei­wirt­schafts-Be­we­gung: EZB-Di­rek­to­ri­ums­mit­glied Be­noît Cœuré spricht in sei­ner Re­de Life below zero - lear­ning about ne­ga­tive in­te­rest rates vor der Geld­markt-Kon­takt­grup­pe (am 9.9.) über den im letz­ten Fair­co­no­my-Newslet­ter er­wähn­ten ne­ga­ti­ven Ein­la­ge­zins­satz und be­zieht sich da­bei mehr­mals ex­pli­zit auf Sil­vio Ge­sell.

Am 13.09. ver­öf­fent­lich­te Tele­po­lis ei­nen Ar­ti­kel von IN­WO-Re­fe­rent Klaus Wil­lem­sen, Le­ben un­ter null Pro­zent, in dem die­ser die Be­deu­tung der Re­de ein­schätzt.

Eben­falls am 13.09. ver­öf­fent­lich­te die Frank­fur­ter Rund­schau in der Ka­te­go­rie „Was ist ge­recht?“ den Gast­bei­trag Die er­drücken­de Last des Zin­ses von IN­WO-Mit­glied Hel­mut Creutz.

Laut ei­ner auf­wen­dig prä­sen­tier­ten Stu­die müs­se das Kli­ma nicht un­ter Wirt­schafts­wachs­tum lei­den. Ge­for­dert wer­den (ver­mut­lich staat­li­che) In­ves­ti­tio­nen in In­fra­struk­tur. „Wenn all das kon­se­quent um­ge­setzt wür­de, könn­te es das Welt­wirt­schafts­wachs­tum be­reits in den kom­men­den 5 bis 15 Jah­ren deut­lich stär­ken, hieß es.“, schreibt hei­se.de am (16.09.). So bald schon? Dann end­lich wie­der mehr Wirt­schafts­wachs­tum und hö­he­re Un­ter­neh­mens­ge­win­ne? Wie über­ra­schend und wie wun­der­bar...

„Grund und Bo­den müs­sen des­halb der aus­schließ­lich an Ren­di­te ori­en­tier­ten pri­va­ten Ver­fü­gungs­ge­walt ent­zo­gen und in de­mo­kra­tisch kon­trol­lier­tes ge­sell­schaft­li­ches Ei­gen­tum über­führt wer­den.“ - mit die­sem Fa­zit in sei­nem Kom­men­tar Be­zahl­ba­re Mie­ten – statt Ren­di­te (taz vom 02.08.) bingt es Claus Schreer auf den Punkt.

Fair­co­no­my-Newslet­ter-Le­ser Mar­tin Krei­de­weis hat auf die Er­wäh­nung von Ripp­le im letz­ten Newslet­ter rea­giert: er ver­weist auf sei­nen ei­ge­nen Ar­ti­kel zum The­ma (auf Eng­lisch), auf ei­ne deutsch-spra­chi­ge In­fo­sei­te so­wie dar­auf, dass auch die von der IN­WO ge­for­der­te Um­lauf­si­che­rung (De­mur­ra­ge) in Ripp­le schon vor­ge­se­hen sei.

Bayern 2 brach­te im Mai die Ra­dio­sen­dun­gen Zins­po­li­tik: Rück­blick auf ei­ne um­strit­te­ne Maß­nah­me und Al­les ei­ne Fra­ge der Zin­sen? Der Zins und sei­ne Al­ter­na­ti­ven. Da­zu Tri­stan Ab­ro­meit: „Auf dem Hin­ter­grund der Tat­sa­che, dass die Rund­funk­sen­der das an­ge­schnit­te­ne The­ma in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten so gut wie aus­ge­blen­det ha­ben, ist die­se Sen­dung ei­ne Sen­sa­tion, auf dem Hin­ter­grund, was heu­te in den Me­dien und im Netz zum The­ma ge­sagt wird, ist es ei­ne gu­te Sen­dung. [...] Im Ori­gi­nal­ton kam auch Prof. Tho­mas Huth (auch schon mal Vor­sit­zen­der der IN­WO) und Mar­grit Ken­ne­dy [...] zu Wort.“

Mit Pre­si­dent Óla­fur Gríms­son on Ice­land's fast re­co­ve­ry from eco­no­mic cri­sis (2013) zeigt die Lon­don Business School in ei­nem se­hens­wer­ten knapp drei­mi­nü­ti­gen Film­chen (auf eng­lisch, aber klar und ein­fach), dass es sehr wohl Al­ter­na­ti­ven zur Ban­ken­ret­tung gibt (und ne­ben­bei auch, dass Gut­ha­ben bei Pri­vat­ban­ken lang­fris­tig deut­lich we­ni­ger si­cher als zum Bei­spiel ge­setz­li­che Ren­ten­an­sprü­che sind).

4. Film- und Buchtipps:

Dies­mal em­pfiehlt Eber­hard Mau­de­rer das Buch „Die Lie­be und Das Bö­se“ von Pe­ter „Der In­for­ma­tor“ de Baer:

Die­ses Buch hat et­was von der Fri­sche ei­ner nord­at­lan­tisch stei­fen Bri­se, die den Ne­bel über ei­ner Hal­lig hin­weg­fegt. Der Au­tor ge­währt da­bei frei­en Blick auf ei­ge­ne Be­find­lich­keit, wie auch auf „na­tür­li­che“ Zu­sam­men­hän­ge, de­nen er, de­nen wir al­le aus­ge­setzt sind. Die Ver­mu­tung, die der Ti­tel auf­kom­men lässt, man schlägt ei­nen ro­man­ti­schen Ro­man auf, trügt. Eher schreibt er über ein Dra­ma, be­schreibt un­ser Dra­ma das aus Un­kennt­nis, Dumm­heit, Igno­ranz, Ge­wohn­heit und Denk­faul­heit er­wach­sen ist. Er zeigt uns aber auch den ret­ten­den Weg zum si­che­ren Ufer auf, um der phy­si­schen Ver­nich­tung zu ent­kom­men.
Wir ha­ben es auch nicht mit ei­ner Er­zäh­lung zu tun, ob­wohl an Bei­spie­len an­schau­lich und sach­lich auf­ge­zählt, uns der ge­fähr­li­che Ist­zu­stand vor Au­gen ge­führt wird.
Im ei­ge­nem kurz­wei­li­gen of­fe­nen Stil ver­fasst, hat uns Pe­ter de Baer ein Sach­buch in die Hand ge­ge­ben, das uns den fes­ten Bo­den un­ter den Fü­ßen auf der klei­nen In­sel, im großen Was­ser un­ter dem wei­ten Him­mel, die er­greif­ba­re Hoff­nung deut­lich macht. Wir al­le als Hal­lig-Be­woh­ner kön­nen be­grei­fen ler­nen, wie an­ge­foch­ten un­ser Da­sein ist. Die große be­droh­li­che Flut steht noch aus, ist uns aber ge­wiss! Wir kön­nen sie aber, an­ders als im Wech­sel der Ge­zei­ten, ab­wen­den, da wir sel­ber die Be­dro­hung ver­kör­pern.

5. Das Wort zum ... Schluss

Wer reich ist, ist in der Re­gel Gläu­bi­ger. Und je­der Gläu­bi­ger braucht ei­nen Schuld­ner, der die Ren­di­ten er­wirt­schaf­tet. Nicht al­le kön­nen Gläu­bi­ger, nicht al­le kön­nen reich sein.
Aus: Es gibt zu viel Geld auf der Welt, In­ter­view mit dem Wirt­schafts­ethi­ker Ul­rich Thie­le­mann in der Ber­li­ner Zei­tung vom 19.09.2014

Mit freund­li­chen Grüßen
Vla­do Pla­ga und Mit­strei­ter

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