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FAIRCONOMY-Newsletter Nr. 47

EZB be­rei­tet Mi­nus­zin­sen für Ban­ken vor (Zeit),
Straf­zin­sen - Le­ben mit dem Schwund­geld (Süddeutsche Zeitung),
Wie ei­ne Spar­kas­se ge­gen den Zin­ses­zins kämpft (Handelsblatt),
Montagsmahnwachen
Stein­pa­ten­fest in der Frei­licht­büh­ne der Sil­vio-Ge­sell-Ta­gungs­stät­te

1. Interessantes aus Medien und Netz

Was Dä­ne­mark vor­ge­macht hat, will wo­mög­lich auch die EZB in Kür­ze ein­füh­ren: ei­nen leicht ne­ga­ti­ven Ein­la­ge­zins für die Zen­tral­bank­geld-Kon­ten der Ge­schäfts­ban­ken. Die Zeit be­zeich­net dies in EZB be­rei­tet Mi­nus­zin­sen für Ban­ken vor (14.05.) als „Straf­ge­büh­ren“... aber es ist ganz im Sin­ne der IN­WO. Klaus Wil­lem­sen hat auf IN­WO.de ei­nen Kom­men­tar da­zu ge­schrie­ben.

Am 23. Mai hat die Süd­deu­tsche Zei­tung un­ter dem dop­pelt „ne­ga­ti­ven“ Ti­tel Straf­zin­sen - Le­ben mit dem Schwund­geld das The­ma auf­ge­grif­fen und sich da­bei auch auf Sil­vio Ge­sell und das Wun­der von Wörgl be­zo­gen.

Hel­mut Creutz hat ei­nen län­ge­ren Kom­men­tar zur ak­tu­el­len Zins­dis­kus­sion um Pi­ket­ty (sie­he Buch­tipp 1 un­ten) ver­fasst, un­ter an­de­rem auf INWO.de ver­öf­fent­licht un­ter Zin­ses­zins und sei­ne Fol­gen – end­lich im Ge­spräch!.

Wäh­rend über TTIP mitt­ler­wei­le viel ge­schrie­ben wird und zum Bei­spiel Ul­ri­ke Herr­mann in der taz es schon für tot er­klärt hat (am 19.05.), be­kommt man von Ti­SA nicht be­son­ders viel mit. Rayk An­ders hat ein schö­nes, knap­pes Er­klär­film­chen da­zu pro­du­ziert. Die Frei­wirt­schaft ist zwar tra­di­tio­nell grund­sätz­lich für „Frei­han­del“, kei­nes­falls aber für Son­der­rech­te von Kon­zer­nen oder die Re­du­zie­rung von Um­weltauf­la­gen, worum es bei TTIP haupt­säch­lich zu ge­hen scheint. Die pri­va­te Aus­beu­tung von Res­sour­ce, wie sie Ti­SA z.B. mit der Pri­va­ti­sie­rung der Was­ser­ver­sor­gung for­dert, steht dem Frei­wirt­schafts­ge­dan­ken so­gar dia­me­tral ent­ge­gen.

Gauck
Joachim Gauck (Wikipedia)

Wie in Fair­co­no­my-Newslet­ter 45 be­rich­tet, nimmt die Spar­kas­se Bad Ro­sen­heim mit ei­nem ih­rer News­letter im Grun­de die Po­si­tion der IN­WO ein, wenn es um Zin­sen geht. Mit et­was Ver­spä­tung, da­für aber mit wei­te­ren Hin­ter­grün­den, rea­giert das Han­dels­blatt am 05.05.: Wie ei­ne Spar­kas­se ge­gen den Zin­ses­zins kämpft.

In ei­ner Re­de auf dem „20. Deut­schen Ban­ken­tag“ (am 9.4.) mahn­te Bun­des­prä­si­dent Gauck: „Nicht nur po­li­ti­sche, auch öko­no­mi­sche Apa­thie und Un­wis­sen­heit sind ge­fähr­lich“.

2. Aktuelles

Mo­men­tan pas­siert sehr viel in der Welt - und gleich­zei­tig stand nur ein­ge­schränkt Zeit für die­sen Rund­brief zur Ver­fü­gung, denn das „IN­WO-Re­gio­nal­bü­ro West“ ist um­ge­zo­gen. Die ak­tu­el­le Adres­se fin­det sich im­mer un­ter www.IN­WO.de/kon­takt.

Et­wa seit Os­tern gibt es in ei­ni­gen Städ­ten neue Mon­tags­de­mos, die ei­ner­seits er­freu­li­cher­wei­se das The­ma Zin­sen und Ban­ken­macht auf die Stra­ße tra­gen, an­de­rer­seits aber vie­le an­de­re um­strit­te­ne The­men ein­brin­gen und in den eta­blier­ten Me­dien zum Teil aufs schärfs­te kri­ti­siert (hier RTL) wer­den.

Foto: Vlado Plaga
Das ers­te Stein­pa­ten­fest

Beim 1. Stein­pa­ten­fest in der Frei­licht­büh­ne der Sil­vio-Ge­sell-Ta­gungs­stät­te in Wup­per­tal wur­de am his­to­ri­schen Ort kräf­tig ge­fei­ert - dem nass-kal­ten Wet­ter zum Trotz.

Kant-Preis für „Wa­ter Ma­kes Mo­ney“. Aus der Pres­se­mit­tei­lung: Der Film „Wa­ter Ma­kes Mo­ney“ von Les­lie Fran­ke und Her­do­lor Lo­renz ist ein aus­ge­zeich­ne­tes Bei­spiel für ei­ne stra­te­gisch und struk­tu­rell be­deut­sa­me kri­ti­sche Auf­klä­rung zu­guns­ten ei­nes selbst­be­stimm­te­ren Eu­ro­pas. Er hat mit sei­ner kri­ti­schen Auf­klä­rung über die Fol­gen der fort­schrei­ten­den Pri­va­ti­sie­rung un­se­rer Le­bens­grund­la­ge Was­ser maß­geb­lich zum Er­folg der ers­ten EU-wei­ten Bür­ger­in­itia­ti­ve „right2wa­ter“ bei­ge­tra­gen.
Die IN­WO un­ter­stützt das ak­tu­el­le Pro­jekt der Fil­me­ma­cher: „Wer Ret­tet Wen? – Die Kri­se als Ge­schäfts­mo­dell auf Kos­ten von De­mo­kra­tie und so­zia­ler Si­cher­heit“

3. Termine:

30.05., Karlsruhe, um 19 Uhr im ZKM_Medientheater: Vor­trag von Noam Chomsky zu sei­nem Buch „Die Her­ren der Welt - Essays und Re­den aus fünf Jahr­zehn­ten“.

31.05. - 01.06., Kiel: Kann­Was-Ju­bi­läum, un­ter an­de­rem mit Dr. Re­gu­la Mül­ler zu Ter­ra Pre­ta so­wie mit Stef­fen Hen­ke und An­dreas Ban­ge­mann zu „flie­ßen­dem Geld“.

13. - 15.06., Hei­del­berg: An­ders Wirt­schaf­ten – Neue We­ge der Trans­for­ma­tion – Jah­res­kon­gress der Aka­de­mie So­li­da­ri­sche Öko­no­mie.

22.06., Bonn, 19:30: „Reich­tum und Ar­mut ge­hö­ren nicht in ei­nen ge­ord­ne­ten Staat“, Vor­trag zu Sil­vio Ge­sell und Frei­geld von Vla­do Pla­ga.

19. - 20.07., Bad Boll: Ne­ga­tive Zin­sen - ein heil­sa­mes Gift? Ta­gung des Se­mi­nars für frei­heit­li­che Ord­nung.

02. - 06.09., Leip­zig: „Vier­te In­ter­na­tio­na­le De­grow­th-Kon­fe­renz für öko­lo­gi­sche Nach­hal­tig­keit und so­zia­le Ge­rech­tig­keit“. Die IN­WO will hier ver­tre­ten sein.

16. - 18.10., Ber­lin: FÖS-Ju­bi­läums­ta­gung zum 20-jäh­ri­gen Be­ste­hen.

22.11., Schaff­hau­sen: "Bo­den be­hal­ten, Stadt ge­stal­ten" - ei­ne öf­fent­li­che Ta­gung der NWO-Stif­tung Bel­cam­po.

Irr­tü­mer und Än­de­run­gen vor­be­hal­ten. Mehr lo­ka­le und ak­tua­li­sier­te Ter­mi­ne ste­hen im­mer im IN­WO-Ter­min­ka­len­der.

4. Film- und Buchtipps:

Viel dis­ku­tiert wird mo­men­tan das Buch Le ca­pi­tal au 21e siècle („Das Ka­pi­tal im 21. Jahr­hun­dert“) des fran­zö­si­chen Öko­no­men Tho­mas Pi­ket­ty. Die­ses Jahr ist es als Ca­pi­tal in the 21st cen­tu­ry auf Eng­lisch er­schie­nen und nächs­tes Jahr soll ei­ne deut­sche Über­set­zung fol­gen. An­selm Rapp hat ver­schie­de­ne in­te­res­san­te Ar­ti­kel zu die­sem Buch auf­ge­le­sen, aus der Süd­deut­schen Zei­tung un­ter an­de­rem ei­ne le­sens­wer­te Kri­tik und ein In­ter­view. „[5%] Wachs­tum gibt es nur, wenn man al­les ka­putt ge­macht hat – was hof­fent­lich nicht noch ein­mal pas­siert“, sagt Pi­ket­ty da­rin.

Von Chris­tian Fel­ber gibt es jetzt „Geld. Die neu­en Spiel­re­geln“, wel­ches im Deutsch­land­funk un­ter dem viel­ver­spre­chen­den Ti­tel Ein neu­es Geld­sys­tem ge­gen die Kri­se be­spro­chen wur­de. Das im glei­chen Bei­trag (zu­nächst) be­spro­che­ne Buch von Wolf­gang Het­zer scheint we­ni­ger in­ter­essant.

Ed­win Kreitz schrieb Die Zwick­müh­le - Warum wir drin sit­zen und wie wir wie­der raus­kom­men in be­wusst ein­fa­cher Spra­che und für Men­schen oh­ne Vor­kennt­nis­se. Das Buch wird es in Kür­ze im IN­WO-Shop ge­ben.

Dass ein Ver­sa­gen der Wirt­schaft zum En­de der De­mo­kra­tie füh­ren muss und leicht mit der Ein­set­zung un­mensch­li­chen Fa­schis­mus­ses en­den kann, soll­te den mei­sten in Deutsch­land Auf­ge­wach­se­nen be­wusst sein... zur Erin­ne­rung scha­det es nicht, ge­le­gent­lich ei­nen Film wie den ak­tu­el­len Lauf, Jun­ge, lauf zu se­hen.

5. Das Wort zum ... Schluss

„Das Ka­pi­tal hat ei­nen hor­ror vor Ab­we­sen­heit von Pro­fit oder sehr klei­nem Pro­fit, wie die Na­tur vor der Lee­re.
Mit ent­spre­chen­dem Pro­fit wird Ka­pi­tal kühn.
Zehn Pro­zent si­cher, und man kann es über­all an­wen­den; 20 Pro­zent, es wird leb­haft; 50 Pro­zent, po­si­tiv wag­hal­sig; für 100 Pro­zent stampft es al­le mensch­li­chen Ge­set­ze un­ter sei­nen Fuß; 300 Pro­zent, und es exis­tiert kein Ver­bre­chen, das es nicht ris­kiert, selbst auf die Ge­fahr des Gal­gens.“
Der Ge­werk­schaf­ter T.J.Dun­ning / Quel­le: Karl Marx: „Das Kapital“ Band 1, MEW 23, S.788

Mit freund­li­chen Grüßen
Vla­do Pla­ga und Kol­lek­tiv

Im­pres­s­um:

Her­aus­ge­ber: IN­WO Deutsch­land e. V., Wüste­feld 6, 36199 Ro­ten­burg an der Fulda
Te­le­fon: 06623-919601, Fax: 06623-919602, E-Mail: inwo(at)INWO.de