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FAIRCONOMY-Newsletter Nr. 43

1. Interessantes aus den Medien:

Tabelle aus der Fernsehsendung
Plusminus: Staatspleiten vorsehen?

Zur Bun­des­tags­wahl am 22.09.2013 muss die­ser Rund­brief na­tür­lich Stel­lung be­zie­hen. Wir schlie­ßen uns dem Vi­deo-?Auf­ruf der IG Me­tall an: „Geh wäh­len!“ (mit Ma­te­rial vom WDR)

Deut­lich sach­li­cher als der IG-?Me­tall-?Auf­ruf ist der Wahl­pro­gramm-?Ver­gleich der ARD-?Sen­dung Plus­mi­nus zum The­ma „Der Eu­ro und die Schul­den­kri­se“ auf­ge­macht. Die Öko­no­mie-?Pro­fes­so­ren Pe­ter Bo­fin­ger („Wirt­schafts­wei­ser“) und Max Ot­te („Per­spek­ti­ven­ta­gung 2013“) kom­men­tie­ren da­rin die Par­tei­po­si­tio­nen.

Auch die Ma­cher des Films „Wer ret­tet wen?“, des­sen Pro­duk­tion die IN­WO fi­nan­ziell un­ter­stützt, ha­ben ei­nen Kurz­film zur Bun­des­tags­wahl 2013 an­ge­fer­tigt. In Dem Wäh­ler ver­pflich­tet? erin­nern sie dar­an, dass so­wohl die Mer­kel-?CDU, als auch die Stein­brück-?SPD über die Ret­tung der HRE (bzw. der Kun­den­ein­la­gen dort) für die 2008 er­folg­te mas­si­ve Aus­wei­tung der deut­schen Staats­ver­schul­dung ver­ant­wort­lich zeich­nen.

Brau­chen wir ein neu­es Geld­sys­tem? fragt Chris­tian Sie­den­bie­del in der FAZ vom 17.08. und stellt in ei­nem Ar­ti­kel et­wa gleich­be­rech­tigt Bit­coins, Voll­geld und Frei­geld (lei­der als „Schwund­geld“ be­zeich­net) vor. Zu die­sem Ar­ti­kel hat Klaus Wil­lem­sen am 11.09. ei­nen Me­dien­kom­men­tar für die IN­WO ge­schrie­ben.

Tech­nisch ba­sie­rend auf „Bit­Coin“, theo­re­tisch ba­sie­rend auf Sil­vio Ge­sells „Frei­geld“ ha­ben ein paar Ent­wick­ler Frei­Coin ent­wickelt. Der Crowd­fun­ding-?Ver­such zur Fi­nan­zie­rung war zwar nicht son­der­lich er­folg­reich, aber of­fen­bar wur­den den­noch ein lauf­fä­hi­ges Pro­gramm und ei­ne an­sehn­li­che Netz-?Prä­senz ent­wi­ckelt. Falls die Tech­nik über­haupt in grö­ße­rem Maß­stab funk­tio­niert, soll­te Frei­Coin mit­tel­fris­tig bes­ser als Zah­lungs­mit­tel funk­tio­nie­ren, als das dem Gold nach­emp­fun­de­ne und da­mit de­fla­tio­näre Bit­Coin.

In Vie­le Be­den­ken ge­gen die al­ten Pfa­de (Deutsch­land­funk, 28.04.) stellt Mar­tin Hyun den neues­ten „Be­richt“ des Club of Ro­me vor: „Geld und Nach­hal­tig­keit. Von ei­nem über­hol­ten Fi­nanz­sys­tem zu ei­nem mo­ne­tä­ren Öko­sys­tem“, von Ber­nard Lie­taer und an­de­ren. Auf der Netz-?Prä­senz des Club of Ro­me gibt es (tech­nisch schwa­che) Vi­deo-?Auf­zeich­nun­gen von der Vor­stel­lung des Be­richts und ei­ne zwei­sei­ti­ge Zu­sam­men­fas­sung (bei­des auf Eng­lisch). Aus IN­WO-?Sicht ist an­zu­mer­ken, dass zwar die Kri­tik am be­ste­hen­den Fi­nanz­sys­tem fun­diert er­scheint, zur Lö­sung aber we­ni­ger vie­le ver­schie­de­ne (kom­ple­men­tä­re) Wäh­run­gen ge­braucht wer­den, son­dern vor al­lem die Um­lauf­si­che­rung ei­ner we­sent­li­chen Wäh­rung. In der ak­tu­el­len Fair­co­no­my wird das Buch noch et­was aus­führ­li­cher vor­ge­stellt.

Die Wirt­schafts­wo­che hat am 25.07. mit dem Öko­no­men Wil­helm Han­kel über die Eu­ro­kri­se ge­spro­chen und am 20.06. mit dem Wirt­schafts-? und So­zi­al­sta­tis­tik­pro­fes­sor Wal­ter Krä­mer.

Der Spie­gel be­rich­te­te im Au­gust über Re­gio­nal­wäh­run­gen in Deutsch­land und in Frank­reich. Be­dau­er­li­cher­wei­se ha­ben die Be­rich­te ei­nen ne­ga­ti­ven Grund­ton und blei­ben ober­fläch­lich bis fal­sch: na­tür­lich zahlt man bei ei­nem Kre­dit von 10 Chiem­gau­ern spä­ter nicht nur 9 zu­rück, wie im ers­ten Ar­ti­kel von ei­nem Öko­no­men (!) be­haup­tet -? aber halt auch nicht 11 (oder mehr), wie beim Geld oh­ne Um­lauf­si­che­rung.

2. Aktuelles:

Momentaufnahme aus dem Animationsfilm
Ani­mier­te Zins-?Um­ver­tei­lung

Mon­Ne­tA hat den sie­ben­ein­halb­mi­nü­ti­gen Ani­ma­tion­film »Feh­ler im Geld­sys­tem?« ver­öf­fent­licht (auch auf Eng­lisch). Da­zu Hel­mut Creutz: „Er ist die bes­te fil­mi­sche Um­set­zung un­se­res An­lie­gens, bzw. der von uns ver­brei­te­ten grund­le­gen­den Fehl­struk­tu­ren un­se­res Geld­sys­tems, die ich bis­her auf die­sem Ge­biet ge­se­hen ha­be“.

Die­ses Jahr hat die IN­WO das Buch Ma­ma Mo­ne­ta von Wera Wend­na­gel neu auf­ge­legt. Das klei­ne Buch eig­net sich gut als Weih­nachts­ge­schenk und kann im IN­WO-?Shop be­stellt wer­den.

Fairconomy-Titel
Fair­co­no­my 3/2013

Die Sep­tem­ber-?Aus­ga­be der IN­WO-?Mit­glieds­zei­tung Fair­co­no­my hat den Schwer­punkt Woh­nen, wo­mit sie be­son­ders auf den Frei­land-?Ge­dan­ken von Sil­vio Ge­sell Be­zug nimmt.

3. Termine:

Köln, 25. Sep­tem­ber: Post­wachs­tums­öko­no­mie selbst ge­stal­ten -? Re­gio­geld. Vor­trag und Dis­kus­sion mit Ralf Becker. Be­ginn 19.30 Uhr, in der Me­lanch­thon-?Aka­de­mie, Kar­täu­ser­wall 24b. Ver­an­stal­tet von der IN­WO-?Re­gio­nal­grup­pe Köln. Ein­tritt: 5 Eu­ro.

Nohn (Ei­fel), 26. Sep­tem­ber: Ralf Becker wie­der­holt die Vor­trags-? und Dis­kus­si­ons­run­de vom Vor­tag bei fa­ber­lu­dens im na­he Köln ge­le­ge­nen Nohn.

Dort­mund, 2. Ok­to­ber: Vor­trag von Prof. Wal­ter Krä­mer zu sei­nem Buch »Die kal­te Ent­eig­nung«. Um 19 Uhr im großen Saal der Aus­lands­ge­sell­schaft.

Zü­rich, 18. Sep­tem­ber bis 10. Ok­to­ber: „DA­NACH Sym­po­si­um“ un­ter an­de­rem mit Da­vid Grae­ber, Ni­ko Paech und Charles Ei­sen­stein.

Ful­da­tal-?Sim­mers­hau­sen (Hes­sen), 12. und 13. Ok­to­ber: Münde­ner Ge­spräche der So­zi­al­wis­sen­schaft­li­chen Ge­sell­schaft.

Wup­per­tal, 1. bis 3. No­vem­ber: Jah­res­fei­er der „HU­MA­NEN WIRT­SCHAFT. Vor­trä­ge, Work­shops, Ge­dan­ken­aus­tausch mit dem Team und den Au­to­ren der "Hu­ma­nen Wirt­schaft". Un­ter an­de­rem mit Bei­trä­gen von: Stef­fen Hen­ke, Uwe Lüb­ber­mann, Wolf­gang Rein­ke, Ro­man Hu­ber u.v.m.

Mehr lo­ka­le und ak­tua­li­sier­te Ter­mi­ne ste­hen im­mer im IN­WO-?Ter­min­ka­len­der.

4. Film- und Buchtipps:

Land und Freiheit
Land und Frei­heit

Ger­hard Senft (Hg.): Land und Frei­heit.
Zum Dis­kurs über das Ei­gen­tum von Grund und Bo­den in der Mo­der­ne. Pro­me­dia Ver­lag und Ver­ein Kri­ti­sche Geo­gra­phie, Wien
2013, bro­schiert, 198 Sei­ten, 15.90 Eu­ro,
ISBN 978-?3-?85371-?358-?7

Ein Buch, das oh­ne Tra­ra und Schnör­kel da­her­kommt. Zu­min­dest was die prä­zi­sen und dich­ten Tex­te des Her­aus­ge­bers Ger­hard Senft be­trifft. In »Land und Frei­heit« schafft er es, die wich­tigs­ten De­bat­ten zu Ei­gen­tum und Nut­zungs­rech­ten von Grund und Bo­den vom 15. Jahr­hun­dert bis heu­te vor­zu­stel­len, von den An­fän­gen der mo­der­nen Bo­den­re­form in Groß­bri­tan­ni­en und in den USA über die fran­zö­si­schen Phy­sio­kra­ten, die klas­si­sche Schu­le der Na­tio­nal­öko­no­mie, die Zu­gän­ge der So­zia­lis­ten und der Li­be­ra­len, über die Sied­ler­be­we­gung und die Schum­pe­ter-?Op­pen­hei­mer-?Kon­tro­ver­­se bis zum heu­ti­gen Kampf um Grund und Bo­den samt Land-?Grab­bing und Com­mons-?De­bat­te. Je­des Ka­pi­tel wird von Senft knapp und ver­­ständ­lich ein­ge­führt, der Rest, nein, Groß­teildes Bu­ches ist ei­ne Samm­lung von in­ter­essan­ten Ori­gi­nal­tex­ten, zwei-? bis zehn­sei­ti­ge Bei­spie­le von Tho­mas Pai­ne, Adam Smith, Da­vid Ri­car­do, John Stu­art Mill, Pi­er­re-?Jo­se­ph Prou­d­hon, Fried­rich En­gels, Karl Marx, Sil­vio Ge­sell, Léon Wal­ras, Mi­chael Flür­scheim, Leo Tol­stoi, Gu­stav Land­au­er, Ot­to Neura­th, Ame­lie La­nier, Dirk Löhr u.a.Ein wich­ti­ges Nach­schla­ge­werk u.a. für die neu­en Be­weg­ten, die sich für Er­näh­rungs­sou­ve­rä­ni­tät und so­li­da­ri­sches Woh­nen ein­set­zen.
Pe­ter A. Kro­ba­th, Stadt­Frucht­Wien

5. Das Wort zum ... Schluss:

„Im dem Mo­ment, in dem das Ver­trau­en in Geld ver­lo­ren ge­gan­gen ist, hört es auf, Geld zu sein.“
Ber­nard Lie­taer, 2013 (zi­tiert nach Hu­ma­ne Wirt­schaft 5/2013, S. 21)

Mit freundlichen Grüßen
Tobias Schütze und Vlado Plaga