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FAIRCONOMY-Newsletter Nr. 40

1. Interessantes aus den Medien:

In der Januar-Ausgabe der Humanen Wirtschaft schrieb Andreas Bangemann einen Beitrag über Uwe Lübbermann und sein „Miteinander-Unternehmen“ Premium-Cola. Noch viel detaillierter und persönlicher als in dem Artikel wird das in einem anderen Medium vorgestellt: im knapp zweistündigen Podcast wer redet ist nicht tot (vom 01.11.2012).

„Wir haben hier eine ganz große Mehrheit an Verliererinnen des Zinssystems und eine kleine Minderheit von Gewinnerinnen, es ist eine große Umverteilungsmaschine von 85 zu 15 Prozent.“ sagt Christian Felber im SWR-Radiobeitrag Zins und Zockerei ade (Januar 2013), den man nachhören und nachlesen kann.

In Silvio Gesell regiert die Welt (25.01.2013) beschreibt Benno Weber, „Obligationen-Spezialist“ beim Fonds-Verwalter Swisscanto, keine Utopie, sondern eine für seinen Berufszweig unangenehme Entwicklung... Er übersieht aber, wie sein weiterer Kommentar bezüglich des Ausweichens in Immobilien verrät, dass mit Negativzinsen auf Zentralbankgeld nur eine der zwei Voraussetzungen für Gesells natürliche Wirtschaftsordnung geschaffen wurde (und nichtmals das, weil es ja noch nicht-rostendes Bargeld gibt): Freiland würde auch dem Land- (und Immobilien-)besitzer das leistungslose Einkommen nehmen.

Mit „Staatsgeheimnis Bankenrettung“ zeigte Arte am 26.02. einen bankenrettungs-kritischen Film. Interessante Detail-Information daraus: Irland zahlt pro Bürger pro Monat 300 Euro ins Ausland. Leider war der Film nur sieben Tage nach Ausstrahlung im Netz verfügbar, aber immerhin gibt es noch eine gut zweiminütige Vorschau.

Im Durchschnitt brauchen die europäischen Länder 44% mehr Nutzfläche, als in ihren eigenen Staatsgrenzen vorhanden ist, zum Großteil für den Fleischkonsum, berichtet der Standard am 07.03.2013.

Im INWO-Medienspiegel-Beitrag Immobilienboom, Betongold-Rausch und andere Irrtümer (08.03.2013) kritisiert Klaus Willemsen die in den reichweitenstarken Medien verbreitete Ausblendung der so lebenswichtigen Bodenfrage.

Auch der Spiegel (04.03.) und der Schweizer Tagesanzeiger (14.03.) haben die Freiwirtschaft und Silvio Gesell entdeckt, missverstehen aber einiges gründlich. So werden Sparer nicht durch Freigeld „bestraft“ und fehlt zum zinslosen Haukredit nach Gesell'scher „Utopie“ noch das kostenlos nutzbare Stück Land.

2. Aktuelles:

Der Film Wo ist unser Geld? der INWO-Regionalgruppe Stuttgart ist jetzt auch auf Englisch verfügbar: Where is our money?

Das Netzwerk Friedenssteuer ruft zur Militärsteuer-Verweigerung auf, bis man als Steuerzahler die Wahl hat, entweder militärische oder zivile Konfliktbekämpfung zu finanzieren. Abrüstung ist zwar ein unterstützenswertes Ziel und kann die akute Kriegsgefahr verringern, aber mitten im ersten Weltkrieg stellte schon Silvio Gesell in einem Vortrag dar, wie wenig auf Abrüstung Verlass ist, wenn es keinen inneren Frieden im Land gibt und industrielle Kapazitäten vorhanden sind.

3. Termine:

Prof. Max OtteFreitag, 15. März, bis Samstag, 16. März 2013, Essen: Der nächste Crash kommt ...! - Perspektiventagung von INWO, ÖSF, Sozialwissenschaftlicher Gesellschaft und VHS Essen unter der Fragestellung: Kann eine Veränderung der Geldordnung ein wachstums- und verteilungsneutrales Geld ermöglichen?
Referenten sind unter anderem Prof. Max Otte (Der Crash kommt), Prof. Dirk Löhr (SG) und Christian Gelleri (Chiemgauer).

Einlass ist am Freitag um 17 Uhr, Beginn um 18 Uhr. Karten können auch noch vor Ort gekauft werden. Wer nur am Samstag-Abend (ab 19 Uhr) zum Vortrag von Prof. Dr. Max Otte (siehe Fairconomy Dezember 2012) und der anschließenden Podiumsdiskussion kommen kann, zahlt nur noch 10 Euro.

Sonntag, 17. März 2013, Essen: INWO-Mitgliederversammlung von 10 Uhr bis 17:30 Uhr.

13. April 2013, bundesweit in verschiedenen Städten: Umfairteilen-Aktionstag. Die Kampage zeigt weiterhin prominent die Vermögens- und Schuldenuhr in ihrem Netzauftritt und bietet außerdem diverse flotte Mobilisierungs-Kurzfilme.

26.-28. April 2013, Velbert-Langenberg (Wuppertal, NRW) Fairventure-Kongress mit Ronny Müller, Veronika Spielbichler, Prof. Dr. Johann Walter und Anderen.

2. bis 5. Mai, Hamburg: Die INWO auf dem Kirchentag - Wie bei den Evangelischen Kirchentagen zuvor wird die INWO auf dem Markt der Möglichkeiten mit einem Stand vertreten sein. Wir suchen noch Standbetreuer! Bei Interesse bitte Frank Roessner (frank.roessner@inwo.de) kontaktieren!

In zeitlicher Konkurrenz zum Kirchentag, aber am entgegengesetzten Ende von Deutschland, findet vom 3. bis 5. Mai in Traunstein der 5. Regiogeld-Kongress statt, auf dem der Chiemgauer 10jähriges Bestehen feiern kann.

Nürnberg, Samstag, 8. Juni, 10 bis 20 Uhr: Sommertagung der Humanen Wirtschaft. Vorträge und Diskussionen u.a. mit Prof. Wolfgang Berger und Steffen Henke.

Mehr lokale und aktualisierte Termine stehen immer im INWO-Terminkalender.

4. Film- und Buchtipps:

In Darknet (amerikanisches original: Freedom™, 2010) beschreibt Daniel Suarez den Konflikt zwischen dem kapitalistischen, die Menschen mehr und mehr in Schuld und Abhängigkeit treibenden gegenwertigen Gesellschaftssystem und einer neuen, vernetzten Gesellschaft, die Nachhaltigkeit und Widerstandsfähigkeit anstrebt. Mit Boden, Geld (-Wert und Alternativwährung), Patenten und Macht stehen Kernthemen der Freiwirtschaft im Mittelpunkt dieser Geschichte. Damit unterscheidet sie sich um einiges vom (stark verbundenen) Vorgänger Daemon, der wesentlich stärker auf Computer- und Technikthemen sowie film-artige Action-Szenen konzentriert war - wobei auch hier reale Entwicklungen wie Brillen für „erweiterte Realität“ geschickt mit vermutlich etwas übertriebenen Annahmen über die Möglichkeiten von automatischer Identifizierung und selbst-steuernden Zweirädern verbunden werden. ISBN 978-3499252440

5. Das Wort zum ... Schluss:

Hier die oberen Zehntausend, am anderen Ende ein „abgehängtes Prekariat“ und irgendwo dazwischen eine schrumpfende Mittelschicht ... Man müsste mal wieder ein Klassentreffen organisieren.

aus: Tobias Grüterich: Harte Kerne. Aphorismen und Notate. edition Azur, Dresden 2009.

Mit freundlichen Grüßen
Tobias Schütze und Vlado Plaga