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FAIRCONOMY Newsletter Nr. 38

1. Interessantes aus den Medien:

„Wir haben eine Zinseszinskrise“ so Volker Pispers wörtlich als erster Gast in der WDR-Sendung „Mitternachtsspitzen“ am 10. 11. 2012. Sein Beitrag kann auf YouTube nachgesehen werden.

Der deutsch-sprachige belgische Sender BRF stellt mit Datum vom 16.11. ein sehenswertes Kurzporträt Silvio Gesells im Netz bereit. Einen Großteil des gut vierminütigen Films machen Aussagen von INWO-Mitglied Prof. Dirk Löhr aus.

Einen äußerst interessanten Beitrag leistete 30.10.2012 Gerd Bosbach im Politischen Feuilleton von Deutschlandradio Kultur. Er startet mit dem Satz:

„Mit nackten Bevölkerungszahlen für die nächsten 50 Jahre wird Angst gemacht. Man leitet daraus ein sinkendes Rentenniveau ab und begründet die Notwendigkeit privater Rente. Doch die ständige Demografie-Leier hat einen Rechenfehler.“

Der Produktivitätsfortschritt müßte die demografische Entwicklung überkompensieren, wenn alle von ihm profitieren würden. Leider kommt Herr Bosbach zu dem falschen Schluss, dass die Unternehmer „den Gewinn des technischen Fortschritts komplett alleine einheimsen.“

Der Beitrag kann bei dradio.de nachgelesen bzw. nachgehört werden.

Das Erste zeigte am 29.10.2012 den Dokumentarfilm Das globale Geschäft mit fruchtbarem Boden (aus der ARD-Mediathek ist der Film mittlerweile wieder entfernt, aber im Netz gibt es ihn noch).
Boden ist ein traditionsreiches Gut und seit Menschengedenken Quelle unserer Ernährung. Doch vor allem seit der Wirtschaftskrise 2008 entwickelt sich eine neue, globale Tendenz der Ausbeutung. Nun drängt sich auch Kapital aus der Finanzwelt massiv in Acker- und Grünland, denn Anleger suchen mehr denn je nach Investitionen, die eine sichere Rendite bringen - und Agrarflächen bieten dieses Potenzial.
Der Film beleuchtet diese Entwicklung aus Sicht von Investoren und landwirtschaftlichen Betrieben und Bevölkerung in Rumänien, Neuseeland und Ostdeuschland.

Wieder im Deutschlandradio Kultur, am 24.10.2012 in den „Zeitreisen“: Peak Oil - Das Ende vom Märchen der Wachstumsgesellschaft, ein hörenswerter Beitrag, in dem u.a. Niko Paech als Vertreter der „Postwachstumsökonomie“ zu Wort kommt.

Wirtschaftsforscher Gerhard Scherhorn in der Badischen Zeitung vom 29.09.2012: Kapitalismus zugunsten der Natur umkrempeln. Dazu Helmut Creutz:

„Ein ausgezeichnetes Interview mit Scherhorn - bis auf das Verschweigen der auslösenden Ursachen! Dabei kennt er sie von mehreren Begegnungen und Vorträgen usw. - Schade, man traut sich einfach nicht solche heißen Eisen anzufassen, auch nicht mit 80 Jahren!“

Der Radiosender SWR2 widmete sich am 27.09.2012 in der Reihe „Wissen“ dem Zinsthema: Der Preis des Geldes - Alternativen zur Zinswirtschaft (mit vielen Einspielungen von Margrit Kennedy).

2. Aktuelles:

Die Fortschritte des Filmprojekts „Wer rettet wen?“, zu dessen Unterstützern auch die INWO zählt, können auf wer-rettet-wen.org verfolgt werden. Neu gibt es jetzt einen Werbe-Film dafür, der auf gelungene Weise den Fokus des Filmprojekts darstellt. Sie können mit Verlinkung zu diesem (per E-Mail an Ihre Verwandten und Bekannten oder in Kommentaren) für die Unterstützung des Projekts werben.

Der vom INWO-Mitglied Heinz-Joachim Pethke zusammen mit dem Votum-Verein organisierte 3. Frankfurter Geldkongress war mit ca. 150 Teilnehmern ein Erfolg. Die INWO konnte durch Klaus Willemsen die Umlaufsicherung als Lösungsansatz einbringen. Darüber hinaus konnten durch Frank Rösner und Erich Lange am INWO-Stand vor dem Hörsaal zahlreich Bierdeckel, Flyer, 180 Fairconomys und 150 Standpunkte verteilt werden.

Beim INWO-Aktiventreffen in der VHS Essen, am 16. und 17. November, wurden weitere Vorbereitungsschritte für die Perspektiventagung (s.u.) geplant und unternommen.

Die Verteilung dieses Newsletters erfolgt jetzt mittels der freien Software PHPList, wodurch es etwas einfacher sein sollte, sich selbst an- und abzumelden - und gleichzeitig unmöglich, jemand anders anzumelden, ohne dass dieser per Bestätigungsklick einwilligt.

3. Termine:

Dienstag, 4. Dezember 2012, 19:30 - 21:30 Uhr: „Zeit für ein neues Wirtschaftssystem: die Gemeinwohlökonomie“, Köln, Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, Vortrag von Thomas Pfaff mit anschließender Diskussion. „Unternehmen sollenkünftig eine ´Gemeinwohlbilanz´ vorlegen, mit der sie - statt um Finanzgewinne zu konkurrieren - das allgemeine Wohl anstreben.“ Kontakt: Koeln@INWO.de

Freitag, 15. März, bis Samstag, 16. März 2013, Essen: Der Crash kommt ...! - Perspektiventagung von INWO, ÖSF, Sozialwissenschaftlicher Gesellschaft und VHS Essen unter der Fragestellung: Kann eine Veränderung der Geldordnung ein wachstums- und verteilungsneutrales Geld ermöglichen?

Sonntag, 17. März 2013, Essen: INWO-Mitgliederversammlung.

Titelseite

4. Film- und Buchtipps:

Armin Grunwald: Ende einer Illusion – Warum ökologisch korrekter Konsum die Umwelt nicht retten kann

„Wer moralisch an die Verbraucher appelliere und hoffe, Großes zu bewirken, indem ´viele Menschen viele kleine Schritte tun´, verniedliche die Herausforderung. Die politische Dimension einer nachhaltigen Entwicklung dürfe nicht ausgeblendet werden. Ein stabiler Kurswechsel erfordere vor allem einen neuen Rahmen für unser Handeln - Steuern, Gesetze, Anreizsysteme.“ (zitiert aus der Buchvorstellung im BUND-Magazin 4/2012) oekom Verlag, 9,95 Euro Ausführlichere Besprechung unter: klima-sucht-schutz.de

5. Das Wort zum ... Schluss:

Von allen Fähigkeiten steht in aller Welt die Zahlungsfähigkeit obenan.
Oscar Blumenthal

 

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Schütze und Vlado Plaga