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FAIRCONOMY Newsletter Nr. 37

1. Interessantes aus den Medien:

Silvio Gesell und seine Kritik am Zins heißt eine Radiosendung von Bayern 2 (vom 15.06.), die die Grundlagen der Freiwirtschaft vorstellt.Unter anderem kommen darin Bernd Senf, Margrit Kennedy und Werner Onken zu Wort.

Im „Internet-Radio“ EnlightenNext (vom 19.07.) hat Prof. Margrit Kennedy eine ganze Stunde Zeit, ihre Gedanken zu Geld, Banken, Bewusstsein und Kultur vorzustellen und einige Zuhörerfragen zu beantworten.

Die Schulden-Krise“ ist der Titel der Lebensformen-Ausgabe vom 21. Juli. Im Mittelteil der 18-minütigen Sendung des Evangelischen Fernsehens gibt es ein ca. 5,5-minütiges Interview mit Professor Christian Kreiß zu Zinseszins, Zinsverbot,Freigeld und Wörgl. Im Film wird die Münchner ReWiG vorgestellt, die unter anderem einen (lokalen) Online-Marktplatz mit umlaufgesicherter Währung anbietet. Hinter dem Film steht unter anderem Oliver Sachs (NEW MONEY NOW).

Als „Perversion“ bezeichnet es Norbert Blüm, in der kompletten Kohl-Regierungszeit Arbeits- und Sozialminister, dass man mit Geld mehr verdient als mit Arbeit. Die klaren Worte gibt es beim Deutschlandfunk zum Nachlesen und Nachhören (für letzteres auf die Überschrift auf der DLF-Seite klicken). Der INWO-Medienspiegel (19.07.) bietet einen Kommentar zur Sendung, mit Norbert Blüms relevantesten Aussagen zum Geldsystem.

Der ökonomische Putsch“, am 27.08. auf WDR5 gesendet (vorher beim DLF), beleuchtet die historische Entwicklung des momentan vorherrschenden neoliberalen Wirtschaftsmodells, auf der Seite zur Sendung auch „Machtergreifungsmodell“ genannt, allerdings ohne auf Aspekte des Geldsystems an sich einzugehen.

Das bessere Geld“ betitelte die Welt am Sonntag einen Artikel vom 22. Juli, in dem Parallelen zwischen den aktuell um null schwankenden Zinsen für verschiedene vermeintlich sichere Geldanlagen (z.B. schweizerische Staatsanleihen) und Silvio Gesells Freigeld gezogen werden. Die Autoren betrachten das Modell von Gesell wohlwollend und nennen viele wichtige Aspekte, sehen im Gegensatz zu Gesell aber einen stets positiven Zins als „normal“ an und rechtfertigen ihn wie üblich mit der Liquiditätspräferenz- statt wie Gesell zu erkennen, dass sichere und verlustfreie Wertaufbewahrung auch ohne Liquidität ein großer Wert für einen Sparer sein kann (was zum Beispiel der im Artikel vorgeschlagene Autokauf nicht lieferte). Unter dem Artikel findet sich ein etwa ebensolanger Kommentar von Anselm Rapp, dem Betreiber von nwo.de.

Die WDR-Sendung Monitor befasste sich am 30. August mit dem Rückgang bezahlbarer Wohnungen in Deutschland. Um den Wohnungsmarkt geht es, unabhängig davon, auch beim INWO-Medienspiegel-Beitrag „US-Kommunen wollen Banken enteignen“ vom 31. August. Darin wird die Grundidee der Gesell'schen Bodenreform angeschnitten, als Maßnahme gegen Bodenspekulation, überhöhte Preise und ungenutzte Grundstücke.

Mit „Reiche trotz Finanzkrise immer reicher“ war die Süddeutsche Zeitung am 18.09. offenbar die erste, die einen Artikel zum neuen, noch unveröffentlichten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung herausbrachte. Für Freiwirte ist es allerdings keine Überraschung, dass die Privathaushalte in den letzten 20 Jahren ihr Vermögen mehr als verdoppeln konnten - entspricht das doch einer Verzinsung von durchschnittlich gerade mal (mehr als) 3,5% jährlich. Entsprechend sind einige der über 100 Kommentare zum Artikel sehr kritisch ausgefallen, so auch der von „Rodelshut“.

 

2. Aktuelles:

Die INWO ist jetzt eine Bewegung bei taz.de. Gut für alle, die gerne mit uns sympathisieren wollen, aber sich von Facebook aus gutem Grund lieber fern halten.

 

3. Termine:

Bundesweiter Aktionstag UmFAIRteilen am 29. September. Ein breites Bündnis aus verschiedenen Gewerkschaften und nichtregierungsorganisationen fordert eine Umverteilung von Reich zu Arm, um der ungerechten, zunehmenden Spaltung der Gesellschaft in viele Arme und wenige Superreiche entgegenzuwirken. Mit dem gleichen Ziel fordert die INWO nicht mehr Umverteilung, sondern weniger, denn tatsächlich wird ja durch unser Geldsystem und Bodenrecht vor allem von Fleißig zu Reich umverteilt. Da das Ziel aber das gleiche ist, wollen wir bei dieser Gelegenheit auf unser Modell aufmerksam machen.

1. - 4. November Jahresfeier der HUMANEN WIRTSCHAFT in der Silvio-Gesell-Tagungsstätte in Wuppertal. Zu den Referenten gehören unter anderem Sylke Schröder, Vorstands-Mitglied der Ethik-Bank, Norbert Rost (siehe Buchtipp unten), Prof. Fritjof Bergmann und Prof. Wolfgang Berger. Im Haus gibt es nur noch wenige Übernachtungsmöglichkeiten, aber Andreas Bangemann organisiert für Gäste von weiter weg auch gerne Übernachtungsplätze außerhalb der Tagungsstätte.

17. November Vorbereitungstreffen in Essen für die Perspektiventagung im März 2013. Helfer, die damit zur Perspektiventagung freien Eintritt bekommen, werden noch gesucht! Nachfragen und Anmeldungen bitte an: vlado.plaga@inwo.de

Freitag, 15. März, bis Samstag, 16.März 2013, Essen: Der Crash kommt ...! - Perspektiventagung von INWO, Sozialwissenschaftlicher Gesellschaft und VHS Essen unter der Fragestellung: Kann eine Veränderung der Geldordnung ein wachstums- und verteilungsneutrales Geld ermöglichen?

.. im Anschluss, am Sonntag, 17. März 2013, in Essen: INWO-Mitgliederversammlung.

4. Film- und Buchtipps:

The Transition Handbook (2007, dt. 2008 als Energiewende - Das Handbuch) von Rob Hopkins hat eine Bewegung begründet. Viele Leser dieses Newsletters sind sich der Verletzlichkeit unseres Finanzsystems bewusst, haben die wahrscheinlichen Auswirkungen des sehr nahen Endes des „billigen Öls“ aber vielleicht noch nicht vor Augen. Hopkins schreibt dazu: We have become completely reliant on the utterly unreliable, and we have no Plan B („Wir sind vollkommen abhängig vom absolut Unzuverlässigen geworden, und wir haben keinen Plan B“).

 

5. Das Wort zum ... Schluss:

„Wer alles bloss des Geldes wegen tut, wird bald des Geldes wegen alles tun." Sprichwort

 

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Schütze und Vlado Plaga