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FAIRCONOMY Newsletter Nr. 36

1. Interessantes aus den Medien:

Einen interessanten Artikel schreibt Artur Schmidt am 10.07.12. auf www.heise.de, der inzwischen zahlreich kommentiert wurde. Die Begrifflichkeiten sind nach unserer Auffassung zwar nicht ganz sauber, aber immerhin wird am Ende Silvio Gesells Vorschlag sehr positiv dargestellt.

Wie wichtig das Thema Umlaufsicherung des Geldes ist, zeigen einmal mehr die Ausführungen der Deutschen Mittelstandsnachrichten vom 10.07.12.

„SchwunGgeld“ hat was! Wir wissen nicht, ob es ein Druckfehler ist oder ob sich der Autor einer Wortschöpfung aus freiwirtschaftlichen Kreisen aus vergangenen Jahrzehnten bediente. Fakt ist: Dieser Begriff wird in der online-Ausgabe der Wirtschaftswoche vom 23.06.12 verwendet - in einer Zusammenstellung der „zehn ungewöhnlichsten Zahlungsmittel“.

In der WDR-Sendung „10 Dinge über das Geld“ vom 05.06.12 wurde unter anderem das „Wunder von Wörgl“ präsentiert - allerdings als „Erfindung“ des dortigen Bürgermeisters Unterguggenberger, ohne den „geistigen Vater“ Silvio Gesell oder die Freiwirtschaftslehre zu erwähnen, wie es die ZEIT tat.

Im Handelsblatt schreibt Herbert Walter, der ehemalige Chef der Dresdner Bank, am 22.05.12 "Geldsysteme sind kein Naturgesetz". Der sehr lesenswerte Artikel zeigt, dass auch maßgebliche Entscheidungsträger die Selbstzerstörungsdynamik unseres Geldsystems erfassen können. Mit seinen zentralen Thesen könnte Herbert Walter Ehrenmitglied der INWO werden. Hierzu und zu weiteren Medienerscheinungen gibt es Kommentare im INWO-Medienspiegel. Außerdem hat Beate Bockting mit Herbert Walter ein Interview für die FAIRCONOMY-Zeitschrift geführt.

In den Verdi-News vom 28.04.12 wird das Buch „Occupy Money“ von Margrit Kennedy besprochen. Wachen die Gewerkschaften jetzt auf? Zu wünschen wäre es.

Dirk Müller nannte bei Maybrit Illner - „Rückkehr der Euro-Krise“ (ab Minute 42) am 26.04.2012 sehr eloquent einige Zahlen zur Gesamtverschuldung von Volkswirtschaften und zur in Deutschland auf etwa 40% gestiegenen Zinsbelastung durchschnittlicher Haushalte.

In einer Petition der Initiative „Anders wachsen“ wird die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) aufgefordert, sich des Themas „Wirtschaft braucht Alternativen zum Wachstum“ anzunehmen. Die Petition kann online unterzeichnet werden. Termine von interessanten Veranstaltungen zum Thema Wirtschaftswachstum findet man auf der Seite der Initiatoren auch.

2. Aktuelles:

Nach nun drei Jahren Arbeit hat die INWO-Regionalgruppe Stuttgart es geschafft: www.WoistunserGeld.de wurde komplett überarbeitet und der gerade jetzt hochaktuelle und spannende Kurzfilm zu der Frage, welche die Webseite in ihrem Namen stellt, ist online. Er wartet darauf, gesehen zu werden. Weiterempfehlen erwünscht!

Erich Lange und Vlado Plaga waren am 08. und 09. Juni für die INWO bei „Lust auf neues Geld" in Leipzig. Während beim Stundenlauf am Freitag der Sport im Vordergrund stand und die gesellschaftspolitischen Stände am Rand der Laufbahn kaum Interessenten anlockten, drängten am Samstag bei strahlendem Sonnenschein 2000 Menschen aus ganz Deutschland (und ein paar Nachbarländern) in die „Arena Leipzig“, um dort einer Mischung aus Vorträgen und thematisch passenden Unterhaltungseinlagen beizuwohnen. Andreas Bangemann bezeichnet die Veranstaltung in einem Kurzbericht als „die größte mit dem Schwerpunktthema Geldreform, die es in der Nachkriegszeit gegeben hat“. Die große INWO-Zinsbombe rechts neben der Bühne lieferte dabei einen Beitrag zur Veranschaulichung der Zinsproblematik.

3. Termine:

  • DAS FEST ist eine der größten Open-Air-Veranstaltungen in Deutschland und findet seit 1985 in Karlsruhe statt. Dieses Jahr vom 20. bis 22. Juli. Die INWO wird mit einem Stand vertreten sein.
  • Freitag, 10. August, bis Sonntag, 12. August 2012, Jugendherberge Gießen: INWO-Aktiventreffen
  • Samstag, 15.September 2012, Berlin: Das INWO-Mitglied Steffen Aumüller lädt ein zu „Global Peace“- Friedensdemonstration am internationalen Tag der Demokratie. „Dabei soll es um den Zusammenhang von (Basis-) Demokratie, Frieden und der Notwendigkeit neuer politischer und (finanz-)wirtschaftlicher Strukturen gehen. Ein breites Bündnis von Initiativen, Organisationen, Künstlern und Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Kultur unterstützt diese bereits.“ Siehe www.friedensbündnis-berlin.de/
  • Freitag, 15. März, bis Samstag, 16.März 2013, Essen: Der Crash kommt … immer wieder!
    Geldtagung unter der Fragestellung: Kann eine Veränderung der Geldordnung ein wachstums- und verteilungsneutrales Geld ermöglichen? An der Planung interessierte wenden sich an: Klaus.Willemsen(at)inwo.de

4. Film- und Buchtipps:

Wirtschaft ohne Wachstum?!

Von ausgewählten AutorInnen werden dazu, auf theoretischer Ebene – speziell in den Bereichen Geld, Zins, Arbeit und Psychologie – die Ursachen und Zwänge des Wachstumsparadigmas dargelegt. Neben dieser ausführlichen Problembeschreibung kommen in den gleichen Bereichen auch AutorInnen zu Wort, welche an theoretisch fundierten wie praktisch anwendbaren Alternativen und Visionen einer Wachstumswende arbeiten. Mit u.a. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Niko Paech, Hans Christoph Binswanger, Irmi Seidl, Angelika Zahrnt, Helmut Creutz, Dirk Löhr, Margrit Kennedy, Joseph Huber und Bernd Senf konnten dabei hochkarätige AutorInnen gewonnen werden.
Das Buch liegt nun in aktualisierter Form vor und kann ab sofort kostenlos online als PDF-Datei (20 MB) bezogen werden.

John Lane, „Das einfache Leben - Vom Glück des Wenigen“

Lane zeichnet das Portrait einer neuen Generation, die ein erfülltes Zusammenleben über wirtschaftliche Erfordernisse stellt und sich – verbündet in Bewegungen wie Occupy, Stuttgart 21 oder den Befürwortern des Grundeinkommens – für einen neuen Lebensstil einsetzt. Einen, der sich an dem menschlichen Bedürfnis ausrichtet, Muße für das wirklich Bedeutungsvolle zu haben: das einfache, pure Glück.
John Lane, Das einfache Leben - Vom Glück des Wenigen
180 Seiten, Broschur, € (D) 16,95, auch als eBook erhältlich.

5. Das Wort zum ... Schluss:

„Das neutrale Geld erweist sich eben durch seine Kostenträchtigkeit als besonders kostengünstig.“ Dieter Suhr

 

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Schütze und Vlado Plaga