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FAIRCONOMY-Newsletter 83

* Sommerfest

* Webinare Sicherheitsarchitektur und Geldsysteme

* Lesestoff

SGT

Inhalt:

  1. Aktuelles
  2. Termine
  3. Interessantes aus Medien und Netz
  4. Film- und Buchtipps
  5. Worte... zum Schluss

1. Aktuelles

Alle Mitglieder und ihre Familien laden wir
am 10.-12. Juni 2022
herzlich ein in die Silvio-Gesell-Tagungsstätte in Wuppertal.
Kennenlernen, Austausch, gute Gespräche, Pläne schmieden... endlich ist ein ungezwungenes persönliches Treffen wieder möglich! Wir freuen uns, euch in der schönen Atmosphäre der freiwirtschaftlichen Tagungsstätte willkommen zu heißen.

Programmpunkte u.a.:

  • Sektempfang für neue und alte Mitglieder
  • Kurzvortrag von Matthias Klimpel zum Thema "internationales Währungssystem und Ausbeutung", mit anschließender Diskussion
  • Vorschau auf die neue INWO-Homepage
  • kleiner Video-Workshop
  • Aufnahme von Mitglieder-Statements
  • Naturspiele für Kids in Wald und Freilichtbühne
  • Grillen (Samstagabend, auch für Vegetarier)

Wer Lust hat, kann vorhandene Gesellschaftsspiele zum Thema Geld und Boden spielen, oder gern auch eigene Spiele mitbringen. Auch über musikalische Einlagen freuen wir uns!

Den Sonntagvormittag wollen wir nutzen, um unsere aktuelle Strategiediskussion abzuschließen und die Ergebnisse vorzustellen.

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Bitte bucht mit diesem Formular eure Übernachtung und Verpflegung:

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Beate BocktingBeate Bockting

Neue Gastwirtschaft

Am 17. Mai erschien unter dem Titel „Schafft die großen Scheine ab!“ die neue FR-Kolumne von INWO-Vorständin Beate Bockting.

Video über Silvio Gesell

Bastian Kranz hat einen informativen Kurzfilm über Silvio Gesell erstellt, zu finden im FAIRCONOMY-Youtube-Kanal.

Webinar-Mitschnitt

Helmut Creutz veranschaulichte in seinen Grafiken auf verblüffende Weise die geldbedingten Fehlentwicklungen unserer Gesellschaft.

2. Termine

10. - 12. Juni 2022, Wuppertal: FAIRCONOMY-Sommerfest in der Silvio-Gesell-Tagungsstätte (s.o.). Bitte reserviert Übernachtung und Verpflegung !

Ralf BeckerRalf Becker

Sicherheit neu denkenSicherheit neu denken

21. Juni 2022, 19 Uhr, im Netz: Sicherheit neu denken: Impulse für eine neue friedenspolitische Sicherheitsarchitektur in Europa mit Ralf Becker. Der Krieg in der Ukraine markiert eine Zeitenwende. Welche Optionen bieten sich zur Neugestaltung einer nachhaltig friedlichen Nachkriegsordnung in Europa nach Beendigung dieses Kriegs?
Ralf Becker koordiniert im Auftrag der Evangelischen Landeskirche in Baden die Initiative Sicherheit neu denken. Von 2012 bis 2019 koordinierte er den gewaltfrei handeln e.V., der seit 1992 in Deutschland Fachkräfte für Zivile Friedensarbeit ausbildet.
Zuvor wirkte Ralf Becker u.a. als Referent für die Studie Zukunftsfähiges Deutschland bei Misereor und war Mitinitiator der ökumenisch-zivilgesellschaftlichen Kampagne erlassjahr.de, die 1999 beim G8-Gipfel in Köln die Entschuldung von 20 höchst verschuldeten Ländern des globalen Südens erreichte.
Zwischen 2003 und 2013 wirkte er als Referent der INWO und der CGW, begleitete den Aufbau des Regiogeld-Netzwerks und -Verbandes und wirkte am Club-of-Rome-Report Money and Sustainability mit. Nach wie vor ist er Experte im Monneta-Netzwerk.

Anmeldung Webinar Ralf Becker

Bruno ColmantBruno Colmant

28. Juni 2022, 20 Uhr, Kultur-, Konferenz- und Messezentrum TRIANGEL, Vennbahnstraße 2, B - 4780 St. Vith: „Geld soll rosten!“ - Veranstaltung zum 160. Geburtstag von Silvio Gesell
Diskussionsabend mit Beate Bockting, INWO: „Silvio Gesells Bedeutung in der heutigen Zeit“ und dem belgischen Ökonomen Bruno Colmant: „Comprendre la monnaie fondante de Silvio Gesell“ (mit Simultanübersetzung). Eintritt frei.
Moderation: Joseph Spoden und Klaus-Dieter Klauser

Christoph FreydorfChristoph Freydorf

19. August 2022, 19 Uhr, im Netz: Klassifizierung von Geldsystemen mit Dr. Christoph Freydorf
Christoph Freydorf stellt seine Dissertation vor, in der er ein umfassendes Forschungsprogramm für die monetäre Ökonomik skizziert: Lässt sich in einer einheitlichen Klassifikation die große Vielfalt an realen und hypothetischen Geldsystemen systematisch erfassen und übersichtlich darstellen?
Wie müsste eine solche Klassifikation angesichts umstrittener monetärer Wirkungsweisen und inkompatibler Geldtheorien aufgebaut sein? Mit welcher Methodik könnte sie für verschiedene ökonomische Perspektiven und monetäre Forschungsinteressen gleichermaßen nutzbar sein? Könnte auf dieser Basis modelliert werden, welche Geldsteuerungskreisläufe bestimmte Kompromisse von Geldfunktionen zulassen, also welche optimalen Geldsysteme heute technisch möglich wären?

Christoph Freydorf ist seit 2021 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im BMBF-finanzierten Forschungsprojekt Finanzwende für Resilienz und Nachhaltigkeit (FIRN) an der Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung.
2021 promovierte er an der Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erfurt zum Doktor der Wirtschaftswissenschaft (Dr. rer. pol.).

 

Anmeldung Webinar Christoph Freydorf

8.-9. Oktober 2022, Silvio-Gesell-Tagungsstätte in Wuppertal: FAIRCONOMY-Tagung
Unter anderem wird Dr. Max Danzmann über digitales Zentralbankgeld im Wettstreit mit privaten digitalen Währungen referieren.
Das komplette Programm wird ab Juli bekannt gegeben.

Irrtümer und Änderungen vorbehalten. Mehr lokale und aktualisierte Termine stehen manchmal im INWO-Terminkalender.

3. Interessantes aus Netz und Medien

Militarisierung oder gerechter Frieden – Gedanken anlässlich des Krieges in der Ukraine

„Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit“ – was 1914 galt, gilt auch heute für den neuen Krieg in Europa. Wir können die Verlautbarungen von Russland und der Ukraine nicht wirklich überprüfen, und – mal ganz ehrlich – gegenseitige Schuldzuweisungen führen nicht zu Lösungen, weder im persönlichen Leben noch in der Politik. Deshalb ist es umso wichtiger, darauf aufmerksam zu machen, dass Kriege ein ums andere Mal Folgen ungerechter Verhältnisse sind und dass es zu ihrer Überwindung der Schaffung sozial gerechter Verhältnisse bedarf.

Werner Onken tut genau dies in seinem Aufsatz „Militarisierung oder gerechter Frieden – Gedanken anlässlich des Krieges in der Ukraine

Landraub in Deutschland

Jüngsten Schätzungen zufolge sind fast zwei Drittel der gesamten Agrarfläche in der Hand von branchenfremden Investoren. Die Bodenpreise explodieren. Was für die einen ein lukratives Geschäft ist, nennen die anderen Landgrabbing.

Seit der Finanzkrise 2007 und durch die Niedrigzinspolitik sind Grund und Boden eine attraktive Wertanlage und damit zu einem lukrativen Spekulationsobjekt geworden. Die Folge: Die Bodenpreise steigen und viele Bauern können als Pächter oder Käufer nicht mehr zahlen.

ARD radiofeature von Lydia Jakobi und Tobias Barth

Das Milliardengeschäft mit dem Boden

„Wohnen, mieten oder kaufen - oft unbezahlbar. Dabei gibt es Grundstücke in bester Lage. Doch anstatt sie zu bebauen, verdienen Unternehmen Millionen.“ZDF-Film-Dokumentation (30 Minuten) von Jonas Seufert und Marcel Siepmann (11.05.2022).

4. Film- und Buchtipps

Colmant: La monnaie fondante

Bruno Colmant: La monnaie fondante.

Untertitel: La plus stupéfiante des révolutions financières. Mit einem Vorwort von Koen Geens.
La Renaissance du Livre Editions, April 2022.
144 Seiten, ISBN-10: 2507057432, ISBN-13: 978-2507057435

Von dem international anerkannten Finanzfachmann Bruno Colmant, Mitglied der Académie Royale de Belgique und Dozent an der Vlerick Management School (UCL Louvain) und an der Solvay Business School Economics & Management (ULB Brüssel) erschien ein Buch über Silvio Gesell, bislang leider nur auf Französisch.

Colmant war u.a. geschäftsführender Direktor bei ING (1996-2006), Kabinettschef des belgischen Finanzministers (2006-2007), CEO der Brüsseler Börse, Mitglied des Verwaltungsausschusses von NYSE Euronext und Vorsitzender und CEO von Euronext Brussels (2007-2009) sowie stellvertretender CEO bei AGEAS (2009-2011).
Colmant schreibt am Ende des Buches: „Als Synthese dieses Textes kann ich nicht umhin, einen tiefen Respekt und eine große Faszination für das Werk von Silvio Gesell zu empfinden. Silvio Gesell hat in Wahrheit mehr als nur eine Theorie verfasst. Seine Theorie ist eine Quelle origineller und einzigartiger Entdeckungen. Seine Forschung ist ein Manifest, das man fast als mystisch bezeichnen könnte, da es sich mit dem Apolog des Geldes befasst. Es ist eine zeitlose Vermittlung, von der er sich vorstellte, dass sie zu einer vollendeten historischen Tatsache werden könnte.“

Butterwege: Die polarisierende Pandemie

Christoph Butterwegge: Die polarisierende Pandemie.

Untertitel: Deutschland nach Corona. Beltz Juventa, Mai 2022.
250 Seiten, Klappenbroschur,
19,95 €, ISBN 978-3-7799-6780-4
Auch als E-Book erhältlich.

Nachdem das Infektionsgeschehen zumindest vorübergehend etwas abgeklungen und in der Öffentlichkeit viel über die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie diskutiert worden ist, erscheint es an der Zeit, auch eine Zwischenbilanz hinsichtlich ihrer Konsequenzen für die ökonomische, soziale und politische Ungleichheit zu ziehen. Ungleichheit ist das Kardinalproblem unserer Gesellschaft, aus dem Armut, Prekarität und privater Reichtum erwachsen, weshalb es auch im Mittelpunkt der Diskussion über die Pandemiefolgen stehen sollte.
Christoph Butterwegge, Politikwissenschaftler und Armutsforscher, war von 1998 bis 2016 Professor für Politikwissenschaft am Institut für vergleichende Bildungsforschung und Sozialwissenschaften an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln und ist Mitglied der Forschungsstelle für interkulturelle Studien (FiSt). 2017 kandidierte er für die LINKE für das Amt des Bundespräsidenten.

5. Worte... zum Schluss

Der Boden ist eine riesige Umverteilungsmaschine. Es gibt Leute, die können sich in der Nacht hinlegen, schlafen gehen, und am nächsten Tag sind sie reicher, haben nichts geleistet. Das ist etwas, was man im Mittelalter angenommen hätte, in Feudalgesellschaften. Aber wir haben es immer noch. Wir sind nicht so modern, wie wir meinen.
Dirk Löhr im oben erwähnten Das Milliardengeschäft mit dem Boden (ab Minute 4:43)

Mit freundlichen Grüßen
Beate Bockting und Vlado Plaga