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Weder hart noch ehrlich…

diskutieren Frank Plasberg und seine Gäste über »Die Jahrhundert-Dürre«. Einzig die Klimaaktivistin Carla Reemtsma versucht wiederholt, die Diskussion auf die Ursachen der Klimazerstörung zu lenken. Der Meteorologe Sven Plöger unterstützt sie dabei zaghaft. »Es sind die industriellen Prozesse, die unsere Ressourcen verschwenden ... genau hier muss man ansetzen«, fordert die Klimaaktivisten unmissverständlich.

Die beiden Politiker tun so, als hätten wir noch viele Jahre Zeit, um die Verbrennung von Kohle und Gas zu beenden. Der Moderator bemüht sich, den Fokus der Sendung bei den Symptomen zu halten und ein wohliges Gruselgefühl bei seinen Zuschauern zu erzeugen.

»Erleben wir gerade unsere Zukunft?« wird der Fernsehzuschauer gefragt. Und nach dieser Sendung könnte man meinen, wir machen weiter wie bisher, allerdings mit mehr Solarpaneelen auf dem Dach und vielen neuen Windrädern. Ernsthaft diskutieren fünf Repräsentanten unserer Gesellschaft, ob wir die Zerstörung des Planeten bremsen können, wenn man weniger Wasser im Gartenpool verbraucht. Dass wir weiterhin die Produktion von immer mehr und immer größeren Autos steuerlich subventionieren, bleibt unerwähnt. Der Einspieler, wie viel Wasser, Gas, Aluminium und vieles mehr derzeit für die Herstellung von Autos (auch von E-Autos) verbraucht wird, bleibt aus. Stattdessen diskutiert Herr Plasberg wie man mit weniger Wasser mehr Waldbrände löschen könnte.

Wie wir zukünftig Wohlstand und soziale Sicherheit mit immer weniger Verschwendung und Konsum zusammenbringen, ist für „hart aber fair“ nicht mal ein Stichwort wert. Die Frage, warum Millionen Menschen in Existenznot geraten, während gleichzeitig ein Volksvermögen in Form von 45 Millionen Autos die Ressourcen nachfolgender Generationen vernichtet, wird nicht mal gestellt.

Bemerkenswert ist, dass im Zuschauer-Chat das Primat des Wirtschaftswachstums thematisiert wird. Warum Herr Plasberg dieses Stichwort nicht aufgreift und stattdessen lieber auf Putin und deutsche Bürokraten schimpft, bleibt sein Geheimnis.

Es ist der berühmte weiße Elefant, der mitten im Raum steht und alle tun so, als gäbe es ihn nicht. Ein Wirtschaften ohne permanentes Wachstum ist noch immer undenkbar und selbst für eine grüne Wirtschaftsministerin und einen investigativen Journalisten weiterhin ein Tabu. Wachstum, Wachstum über alles!

Weniger Wirtschaftswachstum, weniger Profite, geringere Renditen und weniger ressourcen-verbrauchende Produktion, weniger Verpackungsmüll, weniger Flugzeuge, weniger Verkehrsunfälle, weniger Autoreifen, weniger Schweinemast, weniger Luftverschmutzung, weniger Zucker und Palmöl in der Nahrung, weniger Einweggläser, weniger Wegwerftextilien, weniger „ex&hop“, weniger Werbung, weniger Bürokratie, weniger Autoexporte und weniger Ölimporte, kürzere Arbeitszeiten, weniger Stress = weniger Wohlstand?


Lesen Sie hierzu auch: »Wasserknappheit in Australien«, »Wer Wachstum negiert, wendet sich gegen alle, die noch etwas für sich und ihre Familie erreichen wollen.« und »Greta Thunberg sollte nicht den Flieger nehmen, Herr Döschner«


Klaus Willemsen, 30.08.2022

 

Verwendete Quellen:

www.ardmediathek.de/video/hart-aber-fair/die-jahrhundert-duerre-erleben-wir-gerade-unsere-zukunft/das-erste/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLTdmYTYyNWEzLTY5MDAtNDdkNy05NWUyLTllMTk2NTkzNWUyNg

www.inwo.de/medienkommentare/wasserknappheit-in-australien/

www.inwo.de/medienkommentare/wer-wachstum-negiert-wendet-sich-gegen-alle-die-noch-etwas-fuer-sich-und-ihre-familie-erreichen-wollen/

www.inwo.de/medienkommentare/greta-thunberg-sollte-nicht-den-flieger-nehmen-herr-doeschner/