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Verteilung des Wohlstands

Stell dir vor, die Kapitalbelastung für die Gesellschaft wird immer kleiner, aber keiner merkt es! Der Kuchen kann nur einmal gegessen werden. Entsprechend kann die volkswirtschaftliche Leistung nur einmal verteilt werden. Die Kaufkraft geht als Arbeitslohn an die arbeitenden Menschen, als Zins an die Kapitalgeber und als Bodenrente an die Eigentümer des Landes.

Als Folge der seit langem sinkenden und extrem niedrigen Zinssätze gehen die Kapitaleinkommen kontinuierlich zurück. Entsprechend könnte die Summe der Arbeitseinkommen steigen, tut sie aber nicht. In dem Maße, wie die Kapitaleinkommen sinken, steigen seit Jahren die Erträge aus Bodeneigentum an. Die Grafik macht dies anschaulich:

http://rent-grabbing.com/2015/09/20/finanzausgleich-und-grundsteuer-wann-wachst-zusammen-was-zusammen-gehort/


Abbildung: Steigender Anteil der Bodenrenten am Volkseinkommen (Quelle: Statistisches Bundesamt, Löhr)

Der Rückgang der Kapitaleinkommen hat für viele Beschäftigte, insbesondere in Deutschland, spürbare Vorteile gebracht. Um allen Arbeitenden daraus einen nachhaltigen Gewinn und einen höheren Arbeitsertrag zu sichern, ist zweierlei notwendig: Die Währung muss auf dem niedrigen Zinsniveau stabilisiert werden und der Zugewinn bei der Bodenrente muss der Allgemeinheit zugute kommen.

Es ist nicht einzusehen, dass private Bodeneigentümer und Spekulanten massiv Profit aus einer Entwicklung ziehen, zu der sie selber nichts beitragen. Die enorme Zunahme der Bodenpreise in einigen Ballungsräumen, und die daraus folgenden höheren Einnahmen der Besitzenden, resultiert überwiegend aus kommunalen und staatlichen Leistungen. Es ist daher folgerichtig, dass diese Gewinnsteigerungen zur Entlastung öffentlicher Kassen abgeschöpft werden.

Professor Löhr schreibt schreibt dazu in seinem Blog: »Damit Kommunen (und auch Länder) einen angemessenen Anteil des über ihre Leistungen erzeugten sozialen Überschusses bekommen, bietet sich v.a. eine Stärkung der Grundsteuer an. Die Akzeptanz der Grundsteuer könnte erhöht werden, indem im gleichen Zuge andere Steuern gesenkt werden (Tax Shift).«

In den Diskussionen über eine höhere Abschöpfung der Kapitalgewinne wurde jahrzehntelang argumentiert, dass dies zur Kapitalflucht mit massiv negativen Konsequenzen für die Allgemeinheit führt. Die Diskussion über die angemessene Besteuerung von Bodenerträgen hat den Charme, dass dieses Argument wegfällt. Noch niemand ist mit seinem Stück Land ins Ausland geflohen. Ermutigend ist auch, dass die Bodenrenten dort abgeschöpft werden können, wo sie entstehen, in den Gemeinden und Regionen. Dies sollte alle sozial engagierten Menschen ermuntern, die Diskussion um eine Bodenreform und eine effektivere Bodenordnung aufzunehmen.

Klaus Willemsen, 21.9.2015

Verwendete Quelle:
http://rent-grabbing.com/2015/09/20/finanzausgleich-und-grundsteuer-wann-wachst-zusammen-was-zusammen-gehort/

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