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"Strafzins" weiter erhöhen!

Erhöhung des „Strafzinses“ auf 0,3 Prozent und Ausweitung des Anleihekaufprogramms bis mindestens Ende März 2017. Die Reaktionen auf diese gestrigen Entscheidungen der EZB fallen – zumindest in Deutschland – überwiegend negativ aus. Doch man muss differenzieren…

„Draghi verlängert die Leidenszeit für Sparer“, titelte die WELT. Und „Anders als in den USA sind steigende Zinsen im Euroraum absehbar nicht in Sicht. Das ist schlecht für Sparer, denn Tages- und Festgeld oder Sparbuch werfen damit weiterhin wenig ab.
Zuvor hatte die EZB eine Verschärfung des Strafzinses für Banken angekündigt. Der Einlagezins, zu dem Banken ihr Geld kurzfristig bei der Notenbank anlegen können, wurde von minus 0,2 Prozent auf minus 0,3 Prozent herabgesetzt“, ist zum Beispiel auf Focus online zu lesen.

Mal wieder zeigt sich: Das angebliche Anrecht der Sparer auf positive Zinsen sitzt tief in den Köpfen. Die viel zu hohe Zinsbelastung unserer Gesellschaften dagegen wird immer noch verdrängt. Dabei sind das die zwei Seiten einer Medaille und es ist ein Zeichen der herrschenden Schizophrenie, einerseits höhere Guthabenzinsen zu wollen, aber andererseits einen Schuldenabbau. Geistig gespalten ist, wer nicht versteht, dass wir bei schwindender Schuldentragfähigkeit auf Negativzinsen angewiesen sind.

Aus Geld mehr Geld machen zu wollen, das war der Fehler der vergangenen Jahrzehnte, für den wir nun büßen müssen, wir, die 99 Prozent, die auf dieses Schneeballsystem hereingefallen sind. Schon sehr lange hat sich die Geldvermehrung von einem gesunden Wirtschaftswachstum entkoppelt. Längst ist wünschenswertes Wachstum zu einem Wachstumszwang verkommen, der nur noch der Befriedigung der Kapitalinteressen dient.

Daher ist es gut, dass seit Juni 2014 die Zeichen auch nominal auf negativ gestellt sind und jetzt ein weiterer Zinsschritt nach unten gemacht wurde! Der Einlagenzins muss jedoch noch weiter gesenkt werden. Und damit das funktioniert, muss schnellstens eine Lösung für das Bargeld gefunden werden, das eine effektive Zinsuntergrenze bildet. Die Bargeldhortung und Verwendung in schwarzen Kassen nimmt schon lange zu. Wie sonst ist es zu erklären, dass seit Einführung des Euros über 600 Millionen 500-Euro-Scheine in Umlauf gekommen sind? Da müsste ja jede/r von uns rechnerisch zwei im Portemonnaie haben.

Das Bargeld muss mit einer wirksamen Umlaufsicherungs- bzw. Haltegebühr versehen werden, damit Bank Runs verhindert werden und das allgemeine Zinsniveau weiter sinken kann (siehe Positionspapier „Stabile Währung durch Haltegbühr auf Geld“). Das würde uns alle ungemein entlasten. Eine solche Umlaufsicherung macht dann auch eine quantitative Lockerung unnötig.

 

Zitiert aus:

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article149590416/Draghi-verlaengert-die-Leidenszeit-fuer-Sparer.html

http://www.focus.de/finanzen/news/draghi-gibt-bekannt-anleihenkaufprogramm-bis-mindestens-ende-maerz-2017_id_5129937.html

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