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Renten steigen wie noch nie

In diesem Jahr werden die Renten stärker steigen als je zuvor. In Kombination mit der anhaltend niedrigen Inflation ist der Anstieg eine kleine Sensation. Warum fällt es den Medien so schwer, Hintergründe und Zusammenhänge darzustellen? Auch gute Nachrichten können gute Schlagzeilen sein.

»Für den außerordentlichen Anstieg im Jahr 2016 gibt es mehrere Gründe. Eine zentrale Rolle spielen die gute Beschäftigungslage und die gestiegenen Einkommen«, meldet die Süddeutsche Zeitung gleichlautend mit vielen anderen Medien. Die Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles wird mit den Worten zitiert: »Die Rentnerinnen und Rentner profitieren damit unmittelbar von der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt, dem Wachstum der Wirtschaft und steigenden Löhnen.« Kein Wort findet man in den einschlägigen Artikeln über den direkten Zusammenhang mit der anhaltenden Niedrigzinsphase.

Die geringe Zinsbelastung hat Betriebe und Unternehmen um einen dreistelligen Milliardenbetrag entlastet und damit den Spielraum für zusätzliche Investitionen, mehr Stellen und höhere Löhne eröffnet. Leider passt diese Kausalität den meisten Redaktionen nicht in ihr Gejammer über die anhaltende Niedrigzinsphase. Auch beklagt man seit Jahren das moderate Wirtschaftswachstum. Da fällt es schwer zu erklären, warum es dennoch für fast 5% beziehungsweise 6% Rentenerhöhung verantwortlich sein soll.

Eine Äußerung von Frau Nahles bringt die verdrehte Wahrnehmung auf den Punkt: »Dass sich die umlagefinanzierte Rente bewähre, sei gerade in Zeiten niedriger Zinsen eine gute Nachricht.« Nein liebe SZ-Wirtschaftsredaktion, das ist zu dünn. Die umlagenfinanzierte Rente profitiert von jeder Milliarde, die nicht für Zinsen aufgebracht werden muss. Denn Zinsen müssen immer von Menschen erarbeitet werden und schmälern damit deren Lohnsumme. Ein dauerhaftes Null-Zins-Niveau wäre ein solides Fundament für eine solide Alterssicherung aller Menschen. Dies könnten Sie Ihren Lesern einmal vorrechnen.

Und jene, die wie IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban oder SPD-Chef Gabriel "Leistungsverbesserungen“ und einen „Rentenbonus für Geringverdiener“ (DIE ZEIT) fordern, könnte man darauf hinweisen, dass es nicht die primäre Pflicht der Beschäftigten ist, die Not der Unterbeschäftigten zu finanzieren. Eine solidarische Alterssicherung kann man aus dem Ertrag des Bodens sichern. Die Bodenwerte haben in den letzten 10 Jahren um bis zu 40% zugelegt. Es tut niemandem weh, wenn ein Teil der damit erzielten Erträge zur Bekämpfung von Altersarmut herangezogen wird. Ein Blick in unsere Geschichte kann diesbezüglich viele gute Ideen an den Tag bringen. Das erwarte ich von unseren Leitmedien.

Klaus Willemsen, 23.03.2016

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www.inwo.de/boden-und-ressourcen/

www.inwo.de/medienkommentare/bodenwertsteuern-einfach-oekologisch-und-sozial/

 

Verwendete Quellen:

sueddeutsche.de/wirtschaft/altersvorsorge-renten-steigen-um-mehr-als-vier-prozent-1.2917308

zeit.de/wirtschaft/2016-03/deutschland-rente-umfrage

zeit.de/wirtschaft/2016-03/rente-geringverdiener-sigmar-gabriel

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