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Not macht erfinderisch

Der Schweizer Franken steht mächtig unter Druck. Erfreulicherweise nutzen die Verantwortlichen die drohende Krise, um neue Lösungen in die Diskussion zu bringen. Eine Gebühr auf Bargeld soll es der Notenbank ermöglichen, den Spielraum für Negativzinsen weiter zu vergrößern.

Die Fortführung und Verstärkung der Negativzins-Politik durch die Notenbank ist für die Schweizer Ökonomie die denkbar beste Variante. Diese Erkenntnis ist bis zur Spitze der Währungshüter, nicht nur in der Schweiz, durchgedrungen. Allerdings trauen sich nur wenige darüber laut nachzudenken, da die Konsequenzen dieser Politik derzeit nur schwer zu überschauen sind. Damit sie gelingen kann, braucht es bisher fast undenkbare Maßnahmen. Entweder man schafft das Bargeld komplett ab, oder man erzeugt künstliche Durchhaltekosten, um eine Flucht der Liquidität in das Bargeld begrenzen zu können.

Der Beitrag der Neuen Zürcher Zeitung beschreibt eine mögliche Variante: »Ein … Vorschlag umfasst die periodische Belastung von Bargeld mit einer Steuer bzw. Gebühr im Umfang des Negativzinses. Diese Idee stösst sich vor allem an grossen praktischen Problemen: Müssten alle Banknoten jährlich gestempelt werden?« Tatsächlich geht der Vorschlag, Banknoten zu stempeln, auf das entsprechende Freigeldexperiment aus dem Jahr 1930 in Wörgl zurück. Viel einfacher und präziser kann man heute die notwendige Bargeld-Gebühr durch Mikrochips in den Geldscheinen abbuchen.

Die Schweizer Diskussion ist bahnbrechend für die Währungspolitik über alle Ländergrenzen hinweg. Der Artikel von Hansueli Schöchli „Planspiele für den Franken-Notfall“ vom 2.5.2015 ist dabei ein Meilenstein. Er durchbricht das Tabuthema „Bargeldhortung“ und ermöglicht so die Aussicht auf eine tatsächlich nachhaltige, stabile Währung.

Klaus Willemsen, 8.5.2015

Verwendete Quelle:
www.nzz.ch/wirtschaft/planspiele-fuer-den-franken-notfall-1.18533752

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