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Mit viel Engagement auf unklarem Kurs

Das Filmteam von »Wer rettet wen?« klärt seit Jahren mit engagierten Filmen über Ursachen und Hintergründe der Finanzkrise, die verlogene Rettungspolitik und die Dimensionen der Ausplünderung durch die Finanzbranche auf. Doch leider sind auch sie der herrschenden Ideologie in einigen Punkten auf den Leim gegangen.

Mit ihrer These »Der nächste Crash ist vorprogrammiert« verweisen die Filmemacher auf Konsequenzen der aktuellen Geldpolitik, die die meisten etablierten Ökonomen öffentlich nicht auszusprechen wagen. Die schiere Masse der von der EZB erzeugten Liquidität und deren Auswirkungen auf die Märkte wird überzeugend dargestellt. Auch werden Machenschaften und verlogene Argumentationen aus Politik und Finanzlobby entlarvt. Im aktuellen Aufruf heißt es, das Ziel der EZB-Politik, ein stärkeres Wirtschaftswachstum zu generieren, wurde verfehlt.

Leider verheddert sich ihre Analyse phasenweise in der Mainstreamideologie. Wirtschaftswachstum sollte aus dem Bedarf der Bevölkerung und demnach aus der Nachfrage motiviert sein. Wirtschaftswachstum ist für unsere Gesellschaft keine Option mehr, um Verteilungsprobleme und Beschäftigungsprobleme zu lösen. Demnach wurde das Ziel der EZB nicht nur verfehlt, die Zielsetzung ist bereits eine falsche. Positive Zinssätze sind nicht Teil der Lösung, sondern der Kern des Verteilungs- und Wachstumsproblems. Die Versorgung der Märkte mit günstigen Krediten scheitert nicht an der Menge der Liquidität. Sie scheitert u.a. daran, dass die Geldhalter keinen Anreiz haben, ihre Liquidität in langfristige Anlagen umzuwandeln. Die marktwirtschaftliche Antwort darauf ist eine Gebühr auf Liquidität, wie sie die INWO und mittlerweile auch namhafte Ökonomen darstellen.

»Wenn man von Enteignung sprechen möchte, dann sind Zinserträge die Enteignung arbeitender Menschen.«

Die Enteignung der Sparer resultiert nicht aus den niedrigen Zinssätzen. Im Gegenteil. Zinseinkünfte von Geldbesitzern müssen immer durch Arbeitsleistung anderer finanziert werden. Wenn man von Enteignung sprechen möchte, dann sind Zinserträge die Enteignung arbeitender Menschen. Die Sparer, aber auch die Rentner und alle Bezieher von Löhnen oder Sozialleistungen, werden durch die Entwertung ihres Geldes enteignet, also durch die Inflation. Die Forderung muss daher lauten, durch eine Liquiditätsgebühr die absurd hohe Hortung der Geldvermögen abzubauen und damit die QE-Politik der Notenbank überflüssig zu machen. Mit einer Liquiditäts- oder Geldgebühr ist eine tatsächlich inflations- und deflationsfreie Währung realisierbar, ohne permanentes Wirtschaftswachstum zu erzwingen. Lesen Sie dazu bitte auch »Stabile Währung durch Haltegebühr auf Geld«, »Geldpolitik vor dem Europäischen Gerichtshof« und »Grundsteuer: Zeitgemäß!«

Klaus Willemsen, 25.08.2017

Verwendete Quellen:

»Wer rettet wen?« Rundbrief - »Bescheidenes Wirtschaftswachstum mit unglaublicher Geldflut erkauft«, 23.08.2017

http://www.geldreform.eu/stabile-waehrung-durch-haltegebuehr-auf-geld/

http://www.inwo.de/medienkommentare/geldpolitik-vor-dem-europaeischen-gerichtshof/

www.grundsteuerreform.net

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