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»Kopfkissen-Sparen« und andere Irrtümer

Wie werden die Deutschen reagieren, wenn Strafzinsen für Geld-Guthaben obligatorisch werden? Über die Hälfte würde ihr Bargeld zuhause bunkern. Jeder dritte seinen Konsum steigern, nur jeder zehnte würde auf Festgeld im EU-Ausland oder Ähnliches ausweichen.

Dies jedenfalls kam bei einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts GfK heraus. Die Internetseite Frauenfinanzseite.de greift die Umfrage auf und bemerkt, dass nur 7 % der Befragten Strafzinsen egal seien.

Unkommentiert bleibt in dem Beitrag leider die völlig irreführende Fragestellung der Umfrage: »Was würden Sie tun, wenn Sie künftig bei ihrer Hausbank oder Sparkasse Straf-Zinsen bzw. Extra-Gebühren dafür zahlen sollen, weil Sie dort Geld zum Sparen anlegen?

Frauenfinanzseite.de behauptet, dass die Raiffeisenbank Gmund »Verwahrer-Entgelte« auf »Giro- und Sparkonten« mit Guthaben über 100.000 € verlangt. Die irreführende Formulierung geht vermutlich auf ein Zitat von Christian Tiessen, »Geschäftsführer und Mitgründer der Savedo GmbH« zurück, das in dem Beitrag auftaucht. Wer sich hinter Savedo verbirgt geht aus dem Beitrag von Frauenfinanzseite.de leider nicht hervor.

Sehr geehrte Redaktion von Frauenfinanzseite.de, Strafzinsen und sogenannte Verwahr-Entgelte sind ausschließlich für gehortete Geldbestände im Gespräch. Sowohl bei der Raiffeisenbank Gmund als auch bei der Europäischen Zentralbank (EZB) werden sie eingesetzt, um liquide, also gehortete, Geldbestände in langfristige (Geld-)Anlagen umzulenken oder sie anderweitig zu aktivieren. Strafzinsen auf Sparguthaben sind eine Erfindung von Propagandisten. Wer Geld unters Kopfkissen legt, spart es nicht, er hortet es. Gerade eine Seite wie Frauenfinanzseite.de sollte diesen feinen, aber entscheidenden Unterschied beachten und darstellen.

Wenn es zu negativen Renditen bei langfristigen Geldanlagen kommt, dann ist dies die Folge eines lang andauernden, weltweiten und massiven Kapital-Überangebotes. Die von Ihnen kommentierten Negativzinsen, gleich ob von einer Geschäftsbank oder Notenbank, sind Instrumente zum Abbau von Geldhortung. Sie haben in keiner Weise etwas mit der Besteuerung oder sonstigen Belastung von langfristigen Geldanlagen zu tun. 

Lesen Sie dazu bitte auch »Stabile Währung durch Haltegebühr auf Geld« und »Null Zinsen und die Zukunftsangst der Deutschen«.

Klaus Willemsen, 28.09.2016

Verwendete Quellen:

www.frauenfinanzseite.de/index.php

savedo.pr.co/136718-strafzinsen-so-wurden-die-deutschen-reagieren

savedo.pr.co http://www.geldreform.eu/stabile-waehrung-durch-haltegebuehr-auf-geld/

www.inwo.de/medienkommentare/null-zinsen-und-die-zukunftsangst-der-deutschen/

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