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Konrad Zuse, Heinz Nixdorf und das Freigeld

Im Blog des Heinz-Nixdorf-Museumsforums erschien gerade ein sehr lesenswerter Beitrag: Konrad Zuse, der Erfinder des Computers, und Heinz Nixdorf, Gründer und Leiter der erfolgreichsten deutschen Computerfirma, interessierten sich als junge Männer für die Lehren von Silvio Gesell.

Silvio Gesell wollte durch „Freigeld“ mit negativen Zinsen eine "natürliche Wirtschaftsordnung" schaffen. Die Lehre des Geldreformers aus Sankt Vith verband die zwei Computerpioniere, wie historische Dokumente belegen.

Konrad Zuse kam offenbar durch einen Gymnasiallehrer auf Gesell, während Nixdorf im BWL-Studium Gesells Buch "Die Natürliche Wirtschaftordnung" in die Hände bekam.

1931, inmitten der Weltwirtschaftskrise, unterbrach Zuse sein Studium für ein Jahr und arbeitete als Grafiker in der Berliner Filiale der Autofirma Ford. Damals fasste er den Plan, Henry Ford eine Freigeld-Einführung vorzuschlagen. Im Blog heißt es dann: "Ob er den Brief aber schrieb, wissen wir nicht. In seiner Autobiographie Der Computer mein Lebenswerk kam er 1984 auf jene Zeit zurück: 'Die unterschiedlichsten Strategien zur Belebung des Geldumlaufs waren in der Diskussion […] Manche der damals unter uns kursierenden Ideen mögen einen vernünftigen Hintergrund gehabt haben; was aber ihre praktische Durchführbarkeit anging, waren sie allesamt wirklichkeitsfremd und phantastisch.'"

Für Heinz Nixdorf waren Gesells Ideen auch im Alter nicht wirklichkeitsfremd. In einem Brief an Tristan Abromeit schrieb Nixdorf Mitte der 80er Jahre: „Die Ratlosigkeit der Politiker von heute macht die Arbeiten von Silvio Gesell immer moderner.“ Und 1985 soll Nixdorf laut seinem Biografen Christian Berg in einer Rede gesagt haben: „Das muss einmal aufhören, das Sparen. Wir müssen uns bekennen zum Konsumieren.“ - Damit hat Nixdorf schon vor 30 Jahren die Probleme der heutigen Zeit vorhergesehen.

Es ist zu hoffen, dass auch heutige IT-Pioniere schnellstmöglich den Sinn eines umlaufgesicherten Geldes erkennen und funktionsfähige, leicht handhabbare Lösungen für die einst "phantastisch" wirkenden Ideen Gesells anbieten. Wir brauchen sie heute genauso dringend wie in der Weltwirtschaftskrise der 1920er und 1930er Jahre.

 

Quelle: http://blog.hnf.de/konrad-zuse-heinz-nixdorf-und-das-schwundgeld/

 

 

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