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Gute Haushaltslage ist die Folge der niedrigen Zinsen,

schreibt das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (IWH). In einem kaum vorstellbaren Ausmaß profitieren die öffentlichen Haushalte von der Niedrigzinspolitik. Allein der durch die Griechenland-Krise erzeugte zusätzliche Druck auf die Finanzmärkte, erspart den deutschen Steuerzahlern Zinslasten von 25 Milliarden Euro pro Jahr.

Während sich die meisten Ökonomen und Kommentatoren noch scheuen, die positiven Auswirkungen niedriger Zinsen auf die Gesellschaft hervorzuheben, spricht eine Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) Klartext: »Der ausgeglichene Haushalt in Deutschland ist zu einem großen Teil auf Zinseinsparungen aufgrund der Schuldenkrise zurückzuführen.«

Die Einsparungen für den deutschen Steuerzahler summieren sich allein in den letzten viereinhalb Jahren »auf rund 100 Milliarden Euro (mehr als 3% des Bruttoinlandsprodukts)«, ergaben die Berechnungen des Instituts. Dabei haben die Wissenschaftler lediglich die geringfügigen Schwankungen bei den Kosten der Staatsanleihen berücksichtigt, die direkt auf die Geschehnisse in Griechenland zurückzuführen sind. Je unsicherer die Situation dort war, desto mehr stieg die Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen. Allein diese zusätzliche Nachfrage senkte die Kosten für das Finanzministerium um die berechnete Summe.

Erstaunlich dabei erscheint die Größenordnung der eingesparten Zinsen von »mindestens 100 Mrd. Euro«. »Diese Einsparungen übertreffen die Kosten der Krise – selbst dann, wenn Griechenland seine Schulden komplett nicht bedienen würde. Deutschland hat also in jedem Fall von der Griechenlandkrise profitiert.«

Es bleibt zu hoffen, dass sich die Forscher des IWH den Chancen eines allgemeinen Nullzins-Niveaus annehmen. Europa und der Euro-Raum können erst beruhigt werden, wenn alle Staaten auf Null-Zins Staatsanleihen zugreifen können. Eine dauerhaft stabile Wirtschaft und eine ausgeglichene Wettbewerbssituation sind erst möglich, wenn ein flächendeckendes Nullzins-Niveau realisiert ist.

Eine Geldreform mit einer Umlaufsicherungsgebühr, wie sie die INWO vorschlägt, ist dafür der maßgeblich notwendige Schritt.

Klaus Willemsen, 12.8.2015

Verwendete Quelle:
http://www.leibniz-gemeinschaft.de/medien/aktuelles/news-details/article/deutschland_profitiert_von_eurokrise_100002049/

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