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Draghis butterweiche Erklärung & Ursachenforschung in London

Es wird noch einige Zeit dauern, bis die Maßnahmen der EZB zum gewünschten Erfolg führen würden, erklärte Mario Draghi, Notenbankchef der Europäischen Zentralbank (EZB) in einer Rede in Washington. Mit einer wenig überzeugenden Begründung rechtfertigt er, warum der Ankauf von Staatsanleihen für monatlich 60 Milliarden Euro kaum Wirkung zeigt. Über die tatsächlichen Ursachen und Zusammenhänge von Wachstum, Wohlstand und wirtschaftlicher Stabilität beraten in London derweil andere.

»Nach beinahe sieben Jahren einer lähmenden Krise nehmen Firmen und private Haushalte nur sehr zögerlich Risiken in Kauf.« So lautet die Erklärung des Notenbankchefs, warum das ständig neu in den Markt gepumpte Zentralbankgeld weder als Nachfrage noch als Kredit und Investitionen in den Markt gelangt. Einen möglichen Konstruktionsfehler in seinem »more of the same«-Ansatz vermag er nicht zu erkennen. Sein Kollege im Zentralbankrat, Benoit Coeuré, ist da intellektuell schon einen großen Schritt weiter. Zusammen mit innovativen Geldtheoretikern wie Ken­neth Rogoff, Wil­lem Bui­ter, Mi­les Kim­ball und Marvin Goodfriend berät er am Montag in London über die, aus Sicht der Zentralbanken, neuen ökonomischen Rahmenbedingungen. Es ist zu hoffen, dass diese Konferenz wichtige Impulse für die europäische Geldpolitik und die Welt-Wirtschaftsordnung bringen wird.

Der Ankündigungstext ist vielversprechend: »A high level conference to be held on Monday, 18 May 2015 entitled 'Removing the Zero Lower Bound on Interest Rates'. The keynote speeches will be given by Kenneth Rogoff of Harvard University and Willem Buiter of Citigroup. These will be followed by three panels, one on Market Participant Views, one on the Economic, Financial Legal and Practical Issues, and one on Central Bank Views.«  Das Treffen wird organisiert vom Brevan Howard Centre for Financial Analysis am Imperial College der London Business School, dem Centre for Economic Policy Research und der Schweizerischen Nationalbank. Neben Vertretern der SNB sind auch Referenten der EZB, der Dänischen und Schwedischen Nationalbank sowie der Federal Reserve Bank of New York dabei. Die Konferenz findet am Montag im Mandarin Oriental Hotel in Knightsbridge (London) statt.

Das zeigt: Die INWO ist mit ihrer Arbeit und mit ihrem Positionspapier vom letzten Jahr der Zeit voraus gewesen.

Klaus Willemsen, 15.5.2015

Verwendete Quellen:
http://www.nzz.ch/wirtschaft/anleihenprogramm-zeigt-nur-zoegerlich-wirkung-1.18542656

http://wwwf.imperial.ac.uk/business-school/removing-the-zero-lower-bound-on-interest-rates-conference/

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