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Die Eine-Billion-Euro-Frage

„Die Zentralbank hat Europas Banken die unvorstellbare Summe von einer Billion Euro verschafft, für nur ein Prozent Zinsen. Wer am meisten davon profitiert, wohin das Geld fließt, wo neue Anlageblasen drohen“, diese Fragen wirft die Wirtschaftswoche unter dem Titel „Geldflut der EZB“ auf. Der Wirtschaftsanalytiker Helmut Creutz weist auf diesen umfangreichen Beitrag hin und löst damit eine lesenswerte Diskussion unter Anhängern der Fairconomy aus.

„In der Wirtschaftswoche Nr. 14 vom 2. April 2012 wird auf den Seiten 88-93 und unter dem Titel "Überflüssiges Geld", der bisher interessanteste und gründlichste Beitrag zu dem Thema gebracht: "Wer hat die 1000 Mrd. Euro der EZB" bekommen und wo sind sie geblieben! Auf der Seite 94 wird auch dargelegt, wie man - über Gründung einer Bank - an diese Milliarden kommen kann! - Äußerst informativ, auch im Hinblick auf das Geldschöpfungsthema!“ schreibt Helmut Creutz.

Der online unter dem Titel "Die Eine-Billion-Euro-Frage" erschienene Beitrag gibt einen Einblick in die Widersprüchlichkeit der aktuellen Geldpolitik und macht, zumindest mit dem Hintergrund der INWO-Analyse, deutlich, wie hilflos die Notenbanken, angesichts einer immer stärker zunehmenden Geldhortung, agieren. Die aufgelisteten Gefahren sollten allen mit der Geldpolitik vertrauten Personen ein kräftiger Tritt gegen das Schienbein sein. „Natürlich birgt das Vorgehen der EZB die Gefahr, dass sich auf den Märkten Blasen bilden“ und „allein die Inflationsangst führt zu einer Fehlallokation der Gelder“, zitiert der Autor die Marktteilnehmer.

„Banken … eröffneten sich ein neues Geschäftsmodell: Schrottpapiere bei der EZB als Sicherheiten einreichen, für ein Prozent Zins Milliarden leihen, Staatsanleihen des Heimatlandes kaufen und sechs Prozent kassieren.“ „Die EZB hält Zombie-Banken am Leben und ermöglicht gesunden Häusern Zusatzprofite, womöglich sogar über neue Finanzinstrumente.“ Diese und weitere Aussagen machen mehr als deutlich, dass man von einem soliden Marktgeschehen weit entfernt ist. Folgerichtig wird auch die drohende Inflation erwähnt, wenn auch nur als Möglichkeit. Das verwundert, weil der Autor dem Leser eine andere, plausible Entwicklung schuldig bleibt, sieht man von der Gefahr ab, dass eine Rezession noch mehr Armut und Probleme erzeugt.

„Bis auf Weiteres werden die Banken den Großteil ihres Geldes bei der EZB lagern. Richtig gefährlich aber würde es, wenn die Konjunktur wieder anzieht. Die EZB müsste das Geld dann sofort einsammeln, doch: „Die Banken werden es ihr nicht so leicht wieder überlassen“, sagt National-Banker Lange. Sie müsste ihnen dann schon für Einlagen einen Zins deutlich über Marktzins bieten. Dann würde die EZB aber so das Zinsniveau generell erhöhen und den zarten Aufschwung gefährden.“ Im Klartext heißt das: Wir müssen so lange die Geldmenge vergrößern, bis wir ein weltweites Wirtschaftswachstum von vier Prozent und mehr haben. Dies jedoch ist ohne eine flächendeckende Zerstörung und einen kompletten Neuaufbau großer Teile der Welt nicht denkbar. Ein rationaler Lösungsansatz sieht anders aus. Die von der INWO vorgeschlagene Umlaufgebühr auf liquide Geldmittel ist der entscheidende Einstieg in eine funktionierende Geldordnung.

Klaus Willemsen, 07. April 2012

Verwendete Quelle:

http://www.wiwo.de/politik/europa/geldflut-der-ezb-die-eine-billion-euro-frage/6457860.html

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