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Corona und danach

Corona legt weltweit große Teile der Wirtschaft lahm. Notenbanken und Regierungen schnüren riesige Maßnahmenpakete, um Massenentlassungen und eine massive Welle von Insolvenzen zu verhindern. Die Staatsschulden werden wieder zunehmen. Doch ob das ausreicht, bleibt bis auf Weiteres noch ungewiss... Droht uns Inflation oder Deflation? Was ist zu tun?

Die gegenwärtigen Einschränkungen sind massiv: Schließung von Schulen und Kindergärten, Messen und Großveranstaltungen fallen aus, Bars, Restaurants und viele Geschäfte sind geschlossen, das Haus darf man nur noch mit triftigem Grund verlassen, Kontaktbeschränkungen sind verordnet – das sind nur Beispiele. Trotz verstärktem Arbeiten per Homeoffice liegt die Wirtschaftstätigkeit vielerorts brach. Eine Rezession, also das Sinken der Wirtschaftsleistung – auch auf das ganze Jahr gesehen – ist national wie international unvermeidlich. Um die Folgen abzufedern, gibt es finanzielle Hilfen: Hierzu Beispiele aus Deutschland: Die Hürden für die Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld wurden gesenkt, Kleinst- und Klein-Unternehmen erhalten Zuschüsse in Höhe von einigen tausend Euro, es gibt zinslose Steuerstundungen, die Steuerbehörden verzichten auf Vollstreckung. Außerdem wird die KfW-Bank die Bedingungen zur Kreditvergabe an Unternehmen lockern und zusätzliche Programme auflegen. All diese Maßnahmen werden mit einer deutlich höheren staatlichen Neuverschuldung erkauft. Außerdem werden trotz der Hilfen viele Kleinbetriebe, insbesondere aus Gastronomie und Handel, in die Insolvenz fallen. Was bedeutet das – insbesondere für die »kleinen Leute«?

Verschiedene Szenarien

Es könnte sein, dass nach dem Wiederanlaufen der Wirtschaft die Inflationsrate (bisher das Ziel der EZB: »unter aber nahe bei 2%«) wächst: Die Zuschüsse und Kredite an Unternehmen, das Kurzarbeitergeld fließen verstärkt in die Nachfrage, gleichzeitig ist das Angebot in manchen Bereichen gesunken und kann nicht sofort wieder auf den alten Stand gebracht werden. So entsteht eine Tendenz zum Ansteigen der Inflationsrate.

Es könnte aber auch sein, dass verstärkt ein »Angstsparen« einsetzt. Dann würden sowohl die zusätzlichen Mittel als auch bisher für Konsum verwendete Einkommen großenteils gar keine Konsum- oder Investitionsgüter nachfragen, sondern vermehrt »zurückgelegt«. Die Unternehmen des produzierenden Sektors müssten Preise senken, um ihr Angebot einigermaßen absetzen zu können. So entsteht eine deflationäre Tendenz, die insbesondere Investitionen unrentabel werden lässt und somit selbst wieder die Deflation verstärkt. Welche der beiden Tendenzen überwiegt, ist momentan nicht mit Sicherheit zu sagen. Vielleicht halten sie sich auch die Waage.

Zinsentwicklung entscheidend

Wichtig ist aber in jedem Fall die Zinsentwicklung. Inflationäre Tendenzen sorgen eher für ein steigendes Zinsniveau, denn die EZB muss nach der reinen Theorie auf steigende Inflationsraten mit noch stärkeren Zinserhöhungen reagieren. Allerdings wären steigende Zinsen Gift für eine Wirtschaft, die gerade von einer massiven Rezession bedroht ist. Auch die wegen Corona verstärkte Neuverschuldung der Staaten ist mit niedrigen Zinsen leichter zu schultern – sie entlasten die Steuerzahler! Daher ergibt sich für die EZB ein zunehmender Druck, im Interesse einer raschen Wiederbelebung des Wirtschaftens die Zinsen niedrig zu halten. Sie muss also tiefer in den negativen Bereich gehen – und damit wird die Problematik des Bargeldes umso virulenter.

Bargeldgebühr einführen!

Die Einführung einer Bargeldgebühr, in welcher Form auch immer, würde hier Abhilfe schaffen! Und sie könnte den Debatten um die Abschaffung des Bargeldes den Boden entziehen – sehr im Interesse der Menschen, die nicht zur Offenlegung aller finanziellen Transaktionen gezwungen sein wollen!

Diese Maßnahme der Zentralbank – die Einführung einer Bargeldgebühr – benötigt allerdings Mut und Weitsicht.

Die Bargeldgebühr ist in jedem Fall – egal, ob Inflation oder Deflation droht – das beste Mittel!