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»Bundesregierung stimmt Schuldenerlass zu«

Mit diesen Worten überschreibt die Frankfurter Rundschau den Bericht über die aktuelle „Griechenland-Rettungs-Verhandlung“. Schäuble will keine deutschen Steuern zur Tilgung der Griechenland-Kredite einsetzen und der Internationale Währungsfonds (IWF) darf nur Kredite an Staaten vergeben, die in der Lage sind, die Milliarden zurückzuzahlen. Der Konsens könnte in die Griechische Mythologie eingehen.

Die Vorschläge, wie sie von der Frankfurter Rundschau zusammengefasst werden, und was von ihnen zu halten ist. Augenwischerei wäre die harmloseste Charakterisierung. Wut und die Ablehnung der Finanz- und Europolitik gehören sicherlich zu den Folgen dieser Beschlüsse.  

»Zunächst könnten die Laufzeiten von Krediten verlängert werden.« Dies hat aber zur Folge, dass die Schuldenlast unablässig steigt, solange nicht alle Kredite in Null-Zins-Kredite umgewandelt werden.  

»Durch die Inflation dürfte sich die Schuld über die Jahre deutlich reduzieren.« Wenn Schulden durch Inflation ihren Wert verlieren, verlieren auch die Gläubiger ihre Kaufkraft. Für die europäischen Steuerzahler heißt das, sie bezahlen die Schulden Griechenlands. Mit der Inflation verlieren aber zusätzlich alle übrigen Ersparnisse, ihre Löhne und ihre Renten an Wert. Schäubles Weigerung der Schuldenübernahme wird somit zum Bumerang.

»Besonders teure Darlehen könnte Griechenland zudem gegen Kredite mit niedrigen Zinsen tauschen.« Wirkungsvoll und nachhaltig wäre es, sofort alle Staatsschulden in zinslose Kredite umzuwandeln. Gekoppelt mit der Forderung, dass diese Konditionen nur gelten, solange Griechenland einen ausgeglichenen Haushalt vorweist, wären beide Seiten Gewinner.

»Zudem soll das Land von den Gewinnen profitieren, die die EZB und nationale Notenbanken mit griechischen Anleihen erwirtschaftet haben.« Erst Zinsgewinne machen und dann einen Teil davon gönnerhaft zurück verteilen. Das ist klassische christlich-sozialdemokratische Politik vom Feinsten.  

»Langfristig soll der Schuldendienst auf einen bestimmten Prozentsatz der jährlichen Wirtschaftsleistung begrenzt werden.« Und damit lässt man dann doch die Katze aus dem Sack: Griechenland soll auch weiterhin und dauerhaft Zinsen zahlen und für die Verbrechen und Profite des internationalen Finanzkapitals bluten. Selbstverständlich mit Unterstützung der europäischen Steuerzahler.

Es bleibt letztlich unbegreiflich, warum Journalisten immer noch von »Hilfsprogrammen« sprechen, wenn es doch offensichtlich nur darum geht, dem griechischen Volk einen stetigen Zinsfluss abzutrotzen. Es kann doch niemanden verwundern, dass es Bürger gibt, die diesen Betrug durchschauen und sich angewidert von der europäischen Idee abwenden. 

Lesen Sie dazu bitte auch „Zinslasten strangulieren Griechenlands Gesellschaft“ und  „Stabile Währung durch Haltegebühr auf Geld“.  

Klaus Willemsen, 27.5.2016  

Verwendete Quellen:

www.fr-online.de/schuldenkrise/griechenland-bundesregierung-stimmt-schuldenerlass-zu,1471908,34288046,view,asFirstTeaser.html

www.inwo.de/medienkommentare/zinslasten-strangulieren-griechenlands-gesellschaft/

www.geldreform.eu/stabile-waehrung-durch-haltegebuehr-auf-geld/

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