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Bofinger fordert Zinsbonus für Finanzkapital

Die Zinsbelastung der öffentlichen Haushalte und der Unternehmen ist anhaltend niedrig. Die rückläufigen Ausgaben für Zinsen verschaffen den verschuldeten Körperschaften Spielraum für Investitionen und Schuldenabbau. Täglich laufen hoch verzinste Anleihen aus und können durch minimal verzinste Anleihen ersetzt werden. In diesem erfreulichen Umfeld fordert nun Prof. Peter Bofinger, dem Kapital durch Infrastrukturanleihen eine subventionierte Rendite von 2% zu sichern.

 

Quelle Wikipedia

Das Wirtschaftsmagazin plus minus zitiert den Wirtschaftsweisen etwas holprig:

»Wir erleben seit einiger Zeit eine geradezu paradoxe Situation, dass auf der einen Seite viele Sparer da sind, die händeringend nach Anlagen suchen, die ihnen auch Zinsen bringen. Und ich denke, wenn der Staat mehr Investitionen durchführen würde, wäre das eine Win-Win-Situation. Die Sparer würden höhere Zinsen bekommen, und auf der anderen Seite hätten wir auch eine bessere Infrastruktur, von der alle profitieren würden.«

 

Dies, Herr Bofinger, ist auf der einen Seite richtig. Die Summe der täglich fälligen Einlagen hat sich im Euroraum in der letzten Dekade auf über 5000 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Diese Liquiditätsüberschüsse verweigern sich langfristigen Investitionen, solange der Markt keine höheren Renditen abwirft und der Inflationsverlust vernachlässigbar ist.

Auf der anderen Seite liegen Sie aber komplett falsch. Die vielen 100-Milliarden Euro, die Kämmerer und Finanzminister für Zinsen aufbringen, fehlen den Bürgern an Investitionen in ihre Infrastruktur. Vielleicht rechnen Sie der Bundesregierung einmal vor, wie viele Steuereinnahmen in den zurückliegenden Jahren für Zinsen anstatt für Investitionen ausgegeben wurden.

»Der Zins wird vor allem durch das Verhältnis von Sparen und Investitionen bestimmt, welches sich verändert hat.« Ein Überschuss an Kapital muss in einem funktionierenden Markt zu einer Minimierung der Kapitalrendite führen. Der richtige Anreiz, überschüssige Liquidität in langfristige Kredite umzuwandeln, besteht darin, die Hortung durch eine Geldgebühr zu belasten. Auf diese Weise stehen allen Marktteilnehmern zusätzliche, günstige Kredite zur Verfügung. Zusätzliche Ausgaben und Investitionen schaffen Arbeitsplätze und erhöhen die Steuereinnahmen. Gleichzeitig sinken die Zinslasten der überschuldeten Gemeinden und erhöhen damit auch deren Spielraum für Investitionen.

Kurzfristig können neue Schulden durchaus sinnvoll sein. Aber nicht, wenn sie am Ende zu einer höheren Gesamtverschuldung und zu steigenden Zinslasten führen. Auch dann nicht, wenn die höheren Zinseinnahmen bei einigen wohlhabenden Familien die Altersvorsorge aufpeppen, wie Herr Bofinger verlockt. Die steigenden Zinsen bezahlen Millionen Bürger mit steigender Inflation, dem Verlust des Arbeitsplatzes und rückläufigen staatlichen Leistungen.

Klaus Willemsen, 9.2.2016

Verwendete Quellen:

www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/neustart-finanzierung-100.html

www.inwo.de/medienkommentare/fed-vize-befasst-sich-mit-gesell/

www.geldreform.eu/stabile-waehrung-durch-haltegebuehr-auf-geld/

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