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(Boden-)Reichtum bleibt für das Finanzamt tabu

Die Vermögen der Reichen wachsen und wachsen. Insbesondere die Bodenpreise steigen unaufhaltsam an. Mancherorts hat sich der Wert des Bodens in zehn Jahren verdoppelt, ohne dass die Grundsteuer nennenswert angehoben wurde. Politiker der derzeit in Deutschland mitregierenden Parteien verweigern die Diskussion um eine angemessene Besteuerung der Immobilienvermögen und zeigen sich verwundert, dass sich immer mehr Bürger von ihnen abwenden.

»Die Menschen in Deutschland werden dank des Immobilienbooms reicher«, schreibt RP-online. In Düsseldorf sind die Bodenpreise förmlich explodiert und dennoch zahlt ein Hausbesitzer für die Grundsteuer weniger als für Straßenreinigung und Müllentsorgung. Selbst Grundstücksspekulanten brauchen den Fiskus nicht zu fürchten. Auch sozial und ökologisch engagierte Politiker sprechen nicht über eine angemessene Heranziehung der Immobilienwerte zur Finanzierung der öffentlichen Ausgaben. Mitunter muss die Witwe mit ihrer Minirente herhalten um die Milliardengeschäfte der Oligarchie steuerfrei zu halten.  

Dabei geht es bei der Steuerbefreiung des Bodens nicht mehr um eine Sozialneid-Debatte der Habenichtse. Die Wettbewerbsverzerrung und die Ungerechtigkeiten, die sich aus den Bodenvermögen ergeben, treffen die sozial Schwachen, alle arbeitenden Menschen und den Mittelstand gleichermaßen. Und die Auswirkungen werden immer schmerzlicher und gewaltiger.  

»Angetrieben wurde die Entwicklung in Deutschland, aber auch in anderen Teilen der Welt vor allem von steigenden Immobilienpreisen. Aktien fielen als Wachstumstreiber aus, Wechselkursentwicklungen schlugen zum Teil negativ zu Buche.« RP-online, die Hannoversche Allgemeine Zeitung und andere verweisen auf die Studie „Global Wealth Report“ der Schweizer Großbank Crédit Suisse. Der Boden ist der Vermögensbringer.  

Die Vermögensungleichheit steigt weltweit an. Und wer viel hat, kauft Boden. Wer nichts hat, zahlt immer höhere Mieten und Pachten. Die Politik macht die Augen zu und schaut weg. „In der amtlichen Statistik werden die Bodeneinkommen nicht gesondert ausgewiesen – Boden spielt nach wie vor in der herrschenden Ökonomie eine untergeordnete Rolle«, schreibt Dirk Löhr dazu in seinem Blog rent-grabbing.com. Dabei ist der Boden kein scheues Reh, das vor dem Fiskus fliehen würde. Es ist Zeit, diese gesellschaftliche Ressource ans Tageslicht zu ziehen und kritisch zu beleuchten.  

Lesen Sie dazu bitte auch »Eine Grundsteuerreform - viele vertane Chancen« und »Stabile Währung durch Haltegebühr auf Geld«,  

Klaus Willemsen, 6.6.2016  

Verwendete Quellen:

www.rp-online.de/wirtschaft/finanzen/global-wealth-report-2016-16-millionen-dollar-millionaere-leben-in-deutschland-aid-1.6413857

www.credit-suisse.com/ch/de/about-us/research/research-institute/news-and-videos/articles/news-and-expertise/2016/11/de/the-global-wealth-report-2016.html

rent-grabbing.com/2016/12/01/reichtum-durch-immobilienboom/  

http://www.inwo.de/medienkommentare/eine-grundsteuerreform-viele-vertane-chancen/

www.geldreform.eu/stabile-waehrung-durch-haltegebuehr-auf-geld/

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