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Auf der Suche nach einem Heilmittel für die säkulare Stagnation

Unter dem Titel "Searching for a cure for secular stagnation" veröffentlichten Alan Howard und Jason Cummins am 8. November einen Meinungsbeitrag in der Financial Times. Gesells Lösungsvorschläge seien heute einfacher umzusetzen als noch zu seiner Zeit.

Die Bezeichnung "Säkulare Stagnation" hatte der frühere US-Finanzminister Larry Summers für die problematische Lage der Weltwirtschaft in die Diskussion gebracht. In einer Welt, die an der Krankheit langanhaltender Stagnation leide, seien negative Zinsraten zumindest ein Teil der Lösung, sind Howard und Cummins überzeugt. 

Die Autoren schließen nicht aus, dass die monetären Autoritäten in China, Japan und anderswo die Erweiterung ihres Werkzeugkastens um negative Zinssätze in Erwägung ziehen, um dann zu betonen:

"Die Federal Reserve und die Bank of England sollten die gleiche Option zur Hand haben. Eine Bilanz von 4,5 Billionen Dollar war ganz bestimmt nicht Teil des ursprünglichen Stimulierungsplans der FED. Das hat politisch Kopfschmerzen bereitet, die durch eine Lockerung der Nullzinsgrenze Besserung erfahren hätten."

Die negativen Folgen der lockeren Geldpolitik sind den beiden Hedge-Fonds-Managern wohl bewusst. Wenn die Opportunitätskosten des Kapitals beinahe null seien, nähmen Investoren größere Risiken in Kauf und trieben die Aktienpreise der innovativsten Unternehmen in die Höhe. So konnte auch der Taxi-Konkurrent Uber, der online Fahrdienstleistungen vermittelt, zum neuen Börsenstar werden, obwohl dieser mehr Verluste als Gewinne macht. Das Beispiel zeige, dass die Preise für riskante Anlagen ihre langfristigen Fundamentalwerte manchmal übersteigen, was periodische Blasen und hochvolatile Perioden verursache. Dieser finanziellen Instabilität müsse mit strengerer regulatorischer Prüfung begegnet werden. 

Für die Negativzinspolitik kommen die Autoren jedoch insgesamt zu einem positiven Urteil: Die Zero-Lower-Bound-Konferenz vom Mai am Imperial College in London habe die ersten Ergebnisse der Negativzins-Experimente unter die Lupe genommen. Zentralbanker hätten über positive Erfahrungen mit den Negativzinsen berichtet und die Möglichkeit bestätigt, die Zinsen noch weiter zu senken.

Trotz der Gefahren für die Finanzstabilität durch die Bilanzausweitungen der Notenbanken (die ja hauptsächlich dem Qantitative Easing anzulasten sind), ziehen Howard und Cummins das Fazit: "Gleichwohl werden sich die positiven Auswirkungen negativer Zinsraten letztendlich für die Finanzmärkte als ein ebenso wichiger Meilenstein erweisen wie die Abschaffung des Goldstandards und fester Wechselkurse, Entwicklungen die auch mehr Volatiliät auf den Finanzmärkten mit sich brachten, trotz ihres Nutzens für die Realwirtschaft."

Quelle: http://www.ft.com/intl/cms/s/0/ccfe1a16-8178-11e5-a01c-8650859a4767.html

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