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Auch Bank of Japan führt Negativzinsen ein

Was andere überrascht, ist aus unserer Sicht schon lange überfällig: Auch Japan führt einen negativen Einlagenzins ein. Die Bank of Japan will - was richtig ist - "weiteren Abwärtsdruck auf die Zinsen entlang der gesamten Zinsstrukturkurve ausüben".

Entgegen anderslautender Äußerungen Ihres Chefs Kuroda noch vor gut einer Woche hat die BoJ heute mit knapper Mehrheit (5:4 Stimmen) einen Negativzins eingeführt. Wenn auch nur -0,1 Prozent und wenn auch nur auf einen Teil der Überschussreserven - aber der richtige Weg ist eingeschlagen!

Der weitere Rückgang des Ölpreises und die Entwicklungen in den Schwellenländern und insbesondere in China erhöhten das Risiko, dass das wirtschaftliche Vertrauen der japanischen Firmen, die Abkehr von der deflationären Haltung und das Anziehen der Inflation darunter leiden könnten, heißt es in der Erklärung der BoJ.

Um diesen Risiken zu begegnen und das angestrebte Ziel von 2 Prozent Inflation weiterverfolgen zu können, entschied sie sich am heutigen Freitag, den 29. Januar 2016, "QQE mit einer negativen Zinsrate" (QQE with a Negative Interest Rate) einzuführen. QQE steht dabei für "Quantitative and Qualitative Monetary Easing".

Ist das die neue Zauberformel?

Zumindest solange das Bargeld nicht mit einer Gebühr belegt und dadurch die kurzfristigen Zinsen weiter abgesenkt werden können, muss es wohl bei massiven Anleihekäufen bleiben. Immerhin zielt die japanische Notenbank darauf ab, japanische Staatsanleihen (JGBs) in einem Umfang aufzukaufen, der die gesamte ausstehende Summe um 80 Billionen Yen jährlich anwachsen lässt. In der Absicht, die Zinsen auf gesamter Strecke der Zinsstruktur abzusenken, will sie ihre Käufe flexibel auf die Entwicklung an den Märkten abstellen.

Hinzu kommen Ankäufe von Indexfonds- (ETFs) und japanischen Immobilien-Investmentsfonds-Anteilen (J-REITs), die deren Gesamtvolumen um jährlich 3 Billionen bzw. 90 Milliarden Yen erhöhen.

Das Ziel: "Die Bank wird das kurze Ende der Zinsstrukturkurve absenken, indem sie den Einlagenzins in den negativen Bereich senkt, und sie wird weiteren Abwärtsdruck auf die Zinsen entlang der gesamten Zinsstrukturkurve ausüben, in Kombination mit großvolumigen Ankäufen von JGBs."

Diese Absenkung der Zinsstrukturkurve ist auch Ziel der INWO:

http://www.geldreform.eu/stabile-waehrung-durch-haltegebuehr-auf-geld/

In einer Welt, in der das Wachstum zurückgeht, kann es eben keine positiven Zinsen mehr geben. Das ist auch nicht schlimm. Im Gegenteil: Es befreit die Gesellschaften von einem weiteren Anstieg der Kapitalkosten, der zum Kollaps führen würde.

Das Geld muss zukünftig vermehrt in unrentable Projekte fließen, die keinen Zins abwerfen und dadurch die Geldvermögen wachsen lassen. "Unrentabel" heißt ja nicht "unwirtschaftlich". "Unrentabel" ist aber unter Umständen gesellschaftlich sinnvoll und geboten. Die Frauen dieser Welt können davon ein Lied singen.

Quelle: https://www.boj.or.jp/en/announcements/release_2016/k160129a.pdf

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