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friendly fire - Demagogie aus Witten/Herdecke

Professor Thomas Mayer von der Uni Witten/Herdecke schafft es in der FAZ, aus vier verlogenen Klischees die Überschrift zu einem Kommentar zu basteln. Als hätte die Jahrzehnte anhaltende Hochzinspolitik nicht ausreichend bewiesen, dass sie durch Umverteilung und Raubbau jede Hoffnung auf ein friedliches und nachhaltiges Miteinander aller Menschen unmöglich macht. Der Krieg der Worte für das internationale Finanzkapital.

»Negativzinsen sind gefährlich«, »in Zeiten negativer Zinsen lohnt sich das Sparen nicht«, »es wird attraktiv, sich zu verschulden« und »wir leben in einer verkehrten Welt«. Zu diesen vier Aussagen gäbe es eine Menge klarzustellen, wie es an dieser Stelle immer wieder geschehen ist. Was jedoch als Rätsel bleibt, ist die Frage, warum ein geschätzter Professor sich solche Mühe gibt, den Mechanismus des Zinses und die Gesetzmäßigkeit von Angebot und Nachfrage im Kreditwesen zu negieren und durch konfus konstruierte Zusammenhänge eine Erklärung des Phänomens zu vermeiden. Thomas Meyer ist kein naiver Broker, der bei dem Auswendiggelernten der 1990er Jahre hängen geblieben ist und dem der Blick fürs Ganze fehlt. Schon in seinem kurzen Kommentar finden sich Passagen die zeigen, wie dringend die Ökonomie auf eine Weiterentwicklung angewiesen ist.

Meyer geht beispielsweise davon aus, dass »die Unternehmen heute noch immer mit Werten rechnen, die dem Niveau von 2005 entsprechen, obwohl die Kosten für Fremdkapital seither dramatisch gefallen sind«. Und er weiß, dass »die Investitionsrechner in den Unternehmen die Welt der Negativzinsen für eine irreale und daher vorübergehende Erscheinung« halten. Eine Einstellung, die ziemlich unrealistisch und vor allem sehr gefährlich ist. Leider wird diese Blindheit für das Marktgeschehen durch Kommentare wie den seinen gefördert. Dabei wäre es explizit seine Aufgabe als Professor, die Phänomene des komplett überbordenden Finanzkapitalmarkts auf der einen Seite und das unzureichende Instrumentarium der Notenbanken in Zeiten negativer Zinssätze auf der anderen Seite differenziert darzustellen.

Sehr geehrter Thomas Mayer,
sicherlich hat Ihnen schon Ihr Vater beizeiten den Bereich der negativen Zahlen vermittelt. Auch ist Ihnen vertraut, dass Preise und Gewinne bei anhaltendem Überangebot negativ ausfallen können, wenn ein Markt funktioniert. Es ist daher nicht zu akzeptieren, dass Sie den Eindruck erwecken, als dürfe dieses Regulativ auf Finanzkapital nicht zutreffen.

Ich stelle daher folgende Gegenthesen auf:
1. Negativzinsen sind nicht gefährlich, sondern sinnvoll, notwendig und eine Selbstverständlichkeit in einem funktionierenden Geldmarkt.
2. Sparen lohnt sich immer, wenn man etwas für später zurücklegen kann und will. Dies gilt insbesondere dann, wenn es der Notenbank wieder gelingt, eine angemessene Spanne zwischen kurzfristigen und langfristigen Einlagen zu schaffen. Dazu jedoch sind Liquiditätskosten auch auf Bargeld unumgänglich.
3. Einstein hat darauf hingewiesen, dass es nicht gesund ist, wenn sich Erspartes zulasten der Arbeitenden quasi von selbst unaufhörlich vermehrt.
4. Es ist immer attraktiv sich zu verschulden, wenn man mit einer Investition einen Mehrwert generieren kann.
5. Anstatt die Geldhortung am Kapitalmarkt aufzulösen, hat sich die Europäische Zentralbank dafür entschieden, die Geldmenge immer weiter auszudehnen. Sie tut dies, um die Diskussion über Bargeld-Gebühren zu vermeiden.

Dafür verantwortlich sind propagandistische, polemische und verschleiernde Beiträge wie der Ihre. Als Professor an der Universität Witten/Herdecke, in der Tradition von Rudolf Steiner, wissen sie genau um die Problematik des immer während positiven Geldzinses. Es ist beschämend zu sehen, wie Sie an der Vernebelung dieser Menschheitsfrage mitwirken.

Vielleicht lesen Sie dazu folgende Texte und nehmen Stellung zu meinen, mit Verlaub, polemisch formulierten Zeilen: »Stabile Währung durch Haltegebühr auf Geld«, »Was tun in der kommenden Rezession?« und »Deutsche Bank-Stratege für effektive Negativzinsen, auch auf Bargeld«.

Klaus Willemsen, 5.8.2019

Verwendete Quellen:

www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mayers-weltwirtschaft/f-a-s-kolumnist-thomas-mayer-negativzinsen-sind-gefaehrlich-16294732.html

www.geldreform.eu/stabile-waehrung-durch-haltegebuehr-auf-geld/

www.inwo.de/medienkommentare/was-tun-in-der-kommenden-rezession/

https://www.inwo.de/medienkommentare/deutsche-bank-stratege-fuer-effektive-negativzinsen-auch-auf-bargeld/

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