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FAIRCONOMY-Newsletter Nr. 59

Bes­ser als ihr Ruf - Ne­ga­tiv­zin­sen sind nicht un­ser Pro­blem

Grund­steu­er­re­form: Fi­nanz­mi­nis­ter för­dern die Bo­den­spe­ku­la­tion und be­stra­fen Bau­wil­li­ge

INWO-Mitgliederversammlung mit zwei öffentlichen Vorträgen, weiterer INWO-Vortrag

Buch-Rezension "Kapitalfehler"

1. Aktuelles

INWO.de
Neu gestaltet: INWO.de

Am 6. Ju­ni 2016 ver­an­stal­te­te das Hutchins Cen­ter on Fis­cal and Mo­ne­ta­ry Po­li­cy der re­nom­mier­ten ame­ri­ka­ni­schen Denk­fa­brik Broo­kings ei­ne hoch­ka­rä­tig be­setz­te in­ter­na­tio­na­le Kon­fe­renz, um über die bis­he­ri­gen Er­fah­run­gen mit den ne­ga­ti­ven Zin­sen zu dis­ku­tie­ren und zu­künf­ti­ge Per­spek­ti­ven (auch für die USA) auf­zu­zei­gen:

»Ne­ga­tive in­te­rest ra­tes: Les­sons learned ... so far« (»Ne­ga­ti­ve Zin­sen: Was wir ge­lernt ha­ben ... bis jetzt«). Ei­ner der Haupt­red­ner war Prof. Miles Kim­ball.

Bes­ser als ihr Ruf - Ne­ga­tiv­zin­sen sind nicht un­ser Pro­blem ist der neu­es­te Gast­wirt­schaft-​Kom­men­tar der stell­ver­tre­ten­den IN­WO-​Vor­sit­zen­den Beate Bock­ting in der Frank­fur­ter Rund­schau.

Un­se­re Netz­prä­senz INWO.de er­freut sich dank mo­der­ner Neu­ge­stal­tung, ak­tuel­ler In­hal­te und ei­ner vom In­ter­net-​bei­na­he-Mo­no­po­listen Google freund­lich ge­schenk­ten Wer­be-​Kam­pa­gne ge­stie­ge­ner Zu­griffs­zah­len: Me­hre­re hun­dert Be­su­cher pro Tag sind die Re­gel.

Die von der IN­WO un­ter­stütz­te Grund­steu­er­re­form-Kam­pa­gne ver­öf­fent­lich­te ei­ne kri­ti­sche Pres­se­mit­tei­lung zum Be­schluss der Fi­nanz­mi­nis­ter­kon­fe­renz der Län­der vom 3. Ju­ni 2016: Fi­nanz­mi­nis­ter för­dern die Bo­den­spe­ku­la­tion und be­stra­fen Bau­wil­li­ge

So­wohl das FÖS, als auch die Al­li­anz „Rechts­si­cher­heit für po­li­ti­sche Wil­lens­bil­dung“ (die IN­WO ist in bei­den Mit­glied) bie­ten in­ter­essan­te Prak­ti­kums­plät­ze an: das FÖS in Ber­lin und die Al­li­anz in Mar­burg.

2. Termine

25. Ju­li bis 7. August, Wup­per­tal: 3. Som­mer­camp der Wup­per­ta­ler Frei­licht­büh­ne

30. Ju­li, Wup­per­tal: Mit­glie­der­ver­samm­lung der IN­WO Deutsch­land mit zwei kostenlosen öffentlichen Vortrags- und Diskussionsrunden als „Vor­pro­gramm“:

  • 10-12 Uhr Matthias Klimpel: TTIP - Strukturpolitik oder Außenhandelsabkommen?
  • 13-15 Uhr Beate Bockting: Endlich nicht mehr wachsen müssen… dank Freigeld

3. bis 7. August, Düs­sel­dorf: Attac-?Som­mer­aka­de­mie

22. bis 26. Au­gust, Reck­enthin (Prignitz/?Bran­den­burg): 2. Som­mer­aka­de­mie „Nach dem Wachs­tum“. Die Som­mer­aka­de­mie bie­tet ei­nen Rah­men für kon­zen­trier­ten fach­li­chen Aus­tausch, mit In­puts, Klein­grup­pen, Ex­kur­sio­nen, Plan­spiel. Gleich­zei­tig dient die Aka­de­mie für Suf­fi­zi­enz als Ex­pe­ri­men­tier­feld, um Post­wachs­tum prak­tisch zu er­pro­ben.

30. Au­gust bis 2. Sep­tem­ber, Bu­da­pest: 5. In­ter­na­tio­na­le De­growth-?Kon­fe­renz. Nach Leip­zig 2014 steht die 5. De­growth mit dem Kon­fe­ren­zort in Un­garn in ei­nem post-?so­zia­lis­ti­schen Kon­text und soll Post­wachs­tums-?Dis­kus­sio­nen aus ver­schie­de­nen Tei­len Ost­eu­ro­pas in­te­grie­ren. Die Kon­fe­renz wird sich u.a. auf die Ar­beit von be­deu­ten­den ost­eu­ropäischen Den­kern be­zie­hen, wel­che ak­tu­el­le De­grow­th-De­bat­ten in­spi­rie­ren – zum Bei­spiel Karl Polanyi, Ivan Illich und Nicholas Georgescu-?Roegen.

 

Felix Fuders


Prof. Fuders beim Vortrag für die INWO

 

12. Sep­tem­ber: IN­WO-Ter­min: „Warum die Wirt­schafts­wis­sen­schaft um­den­ken muss - ein Plä­doy­er für Ne­ga­tiv­zin­sen, auch auf Bar­geld“, Vor­trag von Prof. Fe­lix Fu­ders. Be­ginn: 19 Uhr. Vor­trags­ort: Aus­lands­ge­sell­schaft NRW, di­rekt am Dort­mun­der Haupt­bahn­hof. Der Ein­tritt ist frei.

12. Sep­tem­ber, Ber­lin: Tag der Ö­ko­lo­gisch-So­zia­len Markt­wirt­schaft: „Ö­ko­lo­gisch-So­zia­le Markt­wirt­schaft ist, wenn die Prei­se die ö­ko­lo­gi­sche Wahr­heit sa­gen“ (FÖS).

17. Sep­tem­ber, Ber­lin, Frank­furt, Ham­burg, Köln, Leip­zig, Mün­chen und Stutt­gart: De­mo ge­gen TTIP und CE­TA. Als Frei­wir­te sind wir zwar his­to­risch eher für Frei­han­del, aber ganz klar ge­gen Son­der­rech­te für Kon­zer­ne oder gar ein ein­klag­ba­res Recht auf „ent­gan­ge­nen Ge­winn“.

Sa., 29. Ok­to­ber - So., 30. Ok­to­ber, Wup­per­tal: 58. Münde­ner Ge­spräche: Res­sour­cen und Kli­ma als Mensch­heitsgüter

Irr­tü­mer und Än­de­run­gen vor­be­hal­ten. Mehr lo­ka­le und ak­tua­li­sier­te Ter­mi­ne ste­hen im­mer im IN­WO-?Ter­min­ka­len­der.

3. Interessantes aus Netz und Medien

Im Jour­nal of Post Key­ne­sian Eco­no­mics er­schien letz­tes Jahr der Ar­ti­kel „Sil­vio Ge­sell: “A strange, un­du­ly ne­glec­ted” mo­ne­ta­ry theo­rist“ (dt. et­wa „Sil­vio Ge­sell: 'Ein selt­sa­mer, un­an­ge­mes­se­n­er­wei­se ver­nach­läs­sig­ter' Geld-Theo­re­ti­ker“), von wel­chem man zu­min­dest den Ab­stract kos­ten­los im Netz le­sen kann.

Mit Spar­kas­sen, Straf­zin­sen und an­de­re Merk­wür­dig­kei­ten – ist das schon Kam­pa­gnen­jour­na­lis­mus? er­hal­ten wir will­kom­me­ne in­halt­li­che Un­ter­stüt­zung durch Jens Ber­ger von den Nach­Denk­Sei­ten. Klaus Wil­lem­sen wür­digt Ber­gers Ar­ti­kel in ei­nem Me­dien­kom­men­tar (07.06.).

Den Bre­xit be­wer­tet Klaus Wil­lem­sen als Warn­ruf, aber auch als Chan­ce für Eu­ro­pa. Die Ab­stim­mung über Ver­bleib oder Austritt be­zeich­net Mi­chael von der Lo­he vom OM­NI­BUS für Di­rek­te De­mo­kra­tie als „Ple­bis­zit 'von oben'“.

Zum 140. Ge­burts­tag des be­kann­ten Schwei­zer Ti­tu­lar­pro­fes­sors für Städ­te­bau Hans Ber­noul­li (1876 – 1959) hier sei­ne Grund­sät­ze für den Um­gang mit Land:

  • Die Ge­mein­de ver­kauft kein Land, das in ih­rem Ei­gen­tum steht.
  • Die Ge­mein­de er­wirbt in pri­va­tem Ei­gen­tum ste­hen­des Land nach Mög­lich­keit.
  • Die Ge­mein­de lässt ihr Land durch Pri­va­te nut­zen, in­dem sie ih­nen ein Bau­recht ein­räumt an die­sem Land.

Im Hei­mat­land des „Wun­ders von Wör­gl“ fei­er­te am 28. Mai das vor vier Jah­ren in der Schweiz ur­auf­ge­führ­te gleich­na­mi­ge Thea­ter­stück sei­ne ge­lun­ge­ne Pre­mie­re.

„Der Kurs­rück­gang bei Ban­kak­ti­en sei nur das Sym­ptom ei­nes viel grö­ße­ren Pro­blems, näm­lich ei­ner fa­ta­len Kom­bi­na­tion aus schwa­chem Wachs­tum, ho­hen Staats­schul­den und ei­ner Nä­he zur ge­fähr­li­chen De­fla­tion.“ zi­tiert die Welt Da­vid Fol­kerts-Land­au, Chef­volks­wirt der Deut­schen Bank - was ihn nicht da­von ab­hält, im glei­chen Atem­zug wei­te­re Mil­li­ar­den­hil­fen für die Ban­ken zu for­dern, mit­hin höhe­re Staatsverschul­dung. Sven Gie­gold be­zeich­net dies als „scham­lo­se Forderung nach neu­en staat­li­chen Ban­ken­ret­tun­gen“.

Titelseite Kapitalfehler
Kapitalfehler

4. Film- und Buchtipps

Matthias Weik und Marc Fried­rich ha­ben mit „Ka­pi­tal­feh­ler“ (Eich­born-Ver­lag, 2016) ein locker for­mu­lier­tes Werk mit ei­nem heh­ren selbst­er­klär­ten Ziel ver­fasst: „am En­de aus ver­schie­de­nen Den­krich­tun­gen und Schu­len ei­nen Leit­fa­den für ei­ne nach­hal­ti­ge und ge­sun­de, den Men­schen die­nen­de Wirt­schaft zu ent­wi­ckeln.“

Po­si­tiv fällt auf, dass sie ei­nen brei­ten Ü­ber­blick lie­fern und sich gleich­zei­tig ei­ne star­ke ei­ge­ne Mei­nung er­lau­ben, durch­aus häu­fi­ger im Wi­der­spruch zur vor­herr­schen­den ö­ko­no­mi­schen Leh­re. So be­zie­hen sie sich im Ka­pi­tel über die Ent­ste­hung von Geld und von Markt­wirt­schaft auf den An­thro­po­lo­gen Da­vid Grae­ber und be­zeich­nen die of­fen­bar ger­ne in gän­gi­gen Ö­ko­no­mie­bü­chern wie­der­ge­ge­be­ne Er­zäh­lung Adam Smith's zur Früh­ge­schich­te des mensch­li­chen Han­dels als „Mä­r­chen“. Die Au­to­ren wen­den sich eher an das brei­te Pu­bli­kum, was nach dem Er­folg ih­res SPIE­GEL-Best­sel­lers „Der größ­te Raub­zug der Ge­schich­te“ nur lo­gisch ist. So er­klä­ren sie auch Grund­la­gen, so­fern die­se dem brei­ten Pu­bli­kum eher un­be­kannt sein dürf­ten, da die Me­dien oft ei­nen ganz an­de­ren Ein­druck er­we­cken: „Die Schul­den der Ei­nen sind die Er­spar­nis­se der An­de­ren“ und „Wer sich ei­nen rea­lis­ti­schen Blick von der wirt­schaft­li­chen La­ge ei­nes Lan­des ver­schaf­fen will, muss die Ge­samt­ver­schul­dung in Au­gen­schein neh­men… die Schul­den des Staa­tes, der Un­ter­neh­men und der Pri­vat­haus­hal­te“.

Weik und Fried­rich be­ken­nen sich selbst als „Be­für­wor­ter des Or­do­li­be­ra­lis­mus“. Sie wol­len über ei­ne län­ge­re his­to­ri­sche Rück­schau Er­kennt­nis­se für ein bes­se­res Wirt­schafts­sys­tem ge­win­nen. Ih­re Be­ob­ach­tung ist, dass der Ka­pi­ta­lis­mus pe­ri­odisch in Kri­sen ge­rät... [wei­ter­le­sen auf IN­WO.de]

5. Das Wort zum ... Schluss

„Es gibt vie­le Ar­ten zu tö­ten. Man kann ei­nem ein Mes­ser in den Bauch ste­chen, ei­nem das Brot ent­zie­hen, ei­nen von ei­ner Krank­heit nicht hei­len, ei­nen in ei­ne schlech­te Woh­nung ste­cken, ei­nen durch Ar­beit zu To­de schin­den, ei­nen zum Sui­zid trei­ben, ei­nen in den Krieg führen usw. Nur we­ni­ges da­von ist in un­se­rem Staat ver­bo­ten.“
Bert­holt Brecht laut Nach­denk­sei­ten.

Mit freund­li­chen Grüßen

Vla­do Pla­ga und Mit­strei­ter

 

Im­pres­s­um:

Her­aus­ge­ber: IN­WO Deutsch­land e. V.,

Postfach 90 02 06, 60442 Frankfurt am Main

Te­le­fon: 0231 44995855, E-Mail: inwo@INWO.de


Ver­tre­tungs­be­rech­tig­ter Vor­stand und in­halt­lich Ver­ant­wort­li­cher gemäß §10 Ab­satz 3 MDStV: Vla­do Pla­ga, Bea­te Bock­ting und Mat­thias Klim­pel


Re­gis­ter­ge­richt: Amts­ge­richt Frank­furt am Main, Re­gis­ter­num­mer: VR 10338
Bank­ver­bin­dung: GLS Ge­mein­schafts­bank e.G. Bo­chum, IBAN: DE32430609676010451400, BIC: GENODEM1GLS