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FAIRCONOMY-Newsletter Nr. 56

Das neue Basisheft ist erschienen

Stellungnahme von Beate Bockting im Handelsblatt gedruckt
"Wie Sie in der Null­zins-Ge­sell­schaft über­le­ben"

Kluft zwi­schen Arm und Reich in Deutsch­land wächst - Süddeutsche Zeitung

Gastbetrag von Klaus Willemsen wird in der Frankfurter Rundschau veröffentlicht
"Der Euro zerstört Wohlstand"

Neue Vi­deo-Rei­he zum flie­ßen­den Geld ge­st­ar­tet.

1. Aktuelles

Titelbild
Neues Basisheft 2015

Das neue Fair­co­no­my-Ba­sis­heft (als Nach­fol­ger der 2005er-Aus­ga­be) ist frisch ge­druckt und wur­de be­reits an die Mit­glie­der und Abon­nen­ten ver­schickt. In un­se­rem Shop kann ein Pa­ket mit 10 Hef­ten zum Wei­ter­ver­tei­len be­stellt wer­den.

Die Al­ter­na­ti­ve Bank Schweiz gibt den Ne­ga­tiv­zins der Zen­tral­bank auch an Pri­vat­kun­den wei­ter – und un­se­re Vor­sit­zen­de und lang­jäh­ri­ge Re­dak­teu­rin, Bea­te Bock­ting, hat ei­ne Ko­lum­ne zum Ne­ga­tiv­zins für die ABS-Kun­den­zeit­schrift Mo­ne­ta (Aus­ga­be 4/2015, Sei­te 19) ge­schrie­ben.

Bildschirmfoto
Handelsblatt 04.12.2015

Auch für den um­fang­rei­chen Ar­ti­kel Wie Sie in der Null­zins-Ge­sell­schaft über­le­ben (4.12., kos­ten­pflich­tig) im Han­dels­blatt wur­de Bea­te Bock­ting um ei­ne Stel­lung­nah­me ge­be­ten. So be­kam man in der auf­la­gen­stärks­ten deutsch­spra­chi­gen Wirt­schafts- und Fi­nanz­zei­tung im­mer­hin zu le­sen, dass wir nicht nur ger­ne noch ne­ga­ti­vere Leit­zin­sen hät­ten, son­dern ins­be­son­de­re auch ei­ne Hal­te­ge­bühr auf Bar­geld, weil er­st das die Kre­dit­kos­ten (un­ter an­de­rem für Un­ter­neh­men) ent­schei­dend sen­ken wür­de. Klaus Wil­lem­sen schrieb ei­nen Me­dien­kom­men­tar zum Ar­ti­kel.

Die Stop-TTIP-De­mo in Ber­lin, zu der wir in den letz­ten Newslet­tern aufrie­fen, war mit 250.000 Teil­neh­mern (Ver­an­stal­ter-An­ga­be) die gröss­te De­mons­tra­tion in Deutsch­land seit dem Irak-Krieg 2003. So vie­le Men­schen wol­len un­ter an­de­rem kei­ne nicht-staat­li­che Par­al­lel­jus­tiz, nur um viel­leicht ein we­nig mehr Wirt­schafts­wachs­tum zu ge­ne­rie­ren.

Mit mo­BUi­net gibt es jetzt ei­nen neu­en di­gi­ta­len Markt­platz im In­ter­net, mit ein­ge­bau­ter um­lauf­ge­si­cher­ter Wäh­rung (sie­he vor al­lem den Punkt „What are the ru­les?“). Die Hal­te­ge­bühr für Di­gi­tal Scripts be­trägt 2,5% pro Jahr.

2. Termine

korrigiert: 22. Januar, Ochsenhausen und 23. Januar, Laupheim: Vortrag von Steffen Henke, Vorstand der Neues Geld gGmbH, zum Fehler im Geldsystem und zur Alternative „Fließendes Geld“ (Freigeld).

24. Januar, Gutenzell: Spe­zial­se­mi­nar Die „Geldschöpfung“ von Die „Geldschöpfung“ von Steffen Henke.

6. Februar, Leipzig: Spe­zial­se­mi­nar Steffen Henke (s.o., Teilnahme hier schon ab 10 €).

ergänzt: 17. - 19. Februar, Wup­per­tal: mehrtägige Veranstaltung u.a. mit Steffen Henke.

25. Juli bis 7. August 2016, Wup­per­tal: 3. Som­mer­camp der Wup­per­ta­ler Frei­licht­büh­ne.

<small>Irr­tü­mer und Än­de­run­gen vor­be­hal­ten. Mehr lo­ka­le und ak­tua­li­sier­te Ter­mi­ne ste­hen im­mer im IN­WO-Ter­min­ka­len­der.</small>

3. In­ter­essan­tes aus Me­dien und Netz

Die Aka­de­mie So­li­da­ri­sche Öko­no­mie ver­an­stal­te­te vom 13. - 15. No­vem­ber zu­sam­men mit At­tac Mün­chen den Kon­gress „Für ein neu­es Eu­ro­pa - Al­ter­na­ti­ven zum neo­li­be­ra­len eu­ro­päi­schen Pro­jek­t“. Auf der Kon­fe­renz-Sei­te gibt es um­fang­rei­ches Ma­te­rial da­zu, un­ter an­de­rem ei­ne Vi­deoauf­zeich­nung des Vor­trags von Pro­fes­sor Chris­tian Kreiß (des­sen Buch „Pro­fit­wahn“, das man im IN­WO-Shop er­wer­ben kann, wir u.a. im Newslet­ter 42 vor­stell­ten).

Beim bri­ti­schen Guar­dian hat man sich et­was In­ter­essan­tes ein­fal­len las­sen: Die Zen­tral­bank-Zins­sät­ze von USA und UK von 1945 bis 2015 als „Mu­sik­vi­deo“ (2:22 Mi­nu­ten).

Das Deutsch­land­ra­dio Kul­tur führ­te am 16. Ok­to­ber am Ran­de der Frank­fur­ter Buch­mes­se ein Ge­spräch mit dem be­kann­ten Pu­bli­zis­ten und Phi­lo­so­phen Ri­chard Da­vid Precht. In den letz­ten 1,5 Mi­nu­ten des et­wa 8-mi­nü­ti­gen In­ter­views spricht Precht von den al­ter­na­ti­ven Be­we­gun­gen zum Geld­sys­tem und wie die­se gut an Pla­ton und Ari­sto­te­les an­knüp­fen könn­ten.

„Ban­ken wie wir sie heu­te ken­nen, wird es bald nicht mehr ge­ben“ schreibt die GLS-Bank in ih­rem Bank­spie­gel vom Ok­to­ber - der be­son­ders se­hens­wert für die In­ter­net-Dar­stel­lung aus­ge­ar­bei­tet wur­de. Es sind auch ei­ni­ge Aus­sa­gen im Sin­ne der IN­WO da­rin, zum Bei­spiel: „Geld ar­bei­tet [...] nicht. Men­schen ar­bei­ten.“

Der Schwei­zer Chi­sto­ph Pflu­ger ver­or­tet mit sei­nem Buch „Das nächs­te Geld“ die Wur­zel der Geld-Pro­ble­ma­tik mal wie­der bei der an­geb­li­chen Geld­schöp­fung der Ge­schäfts­ban­ken. Im­mer­hin nennt er im zu­min­dest teil­wei­se le­sens­wer­ten Tele­po­lis-In­ter­view „Un­ser Geld­sys­tem als ein ko­los­sa­les Be­trugs- und Irr­tums­sys­tem“ (13.10.) auch den Zins als Pro­blem und kommt zu ähn­li­chen Fol­ge­run­gen wie die IN­WO: „zah­len wir mit je­der Trans­ak­tion auch ver­bor­ge­nen Zins, im Durch­schnitt rund 30 Pro­zent“.

Die Kluft zwi­schen Arm und Reich in Deutsch­land wächst. Die Süd­deut­sche stellt fest, dass es so ist, und warum die Er­fas­sung so schlecht funk­tio­niert (mit gu­tem Er­klär­film­chen zum Me­dian)... wäh­rend Gün­ther Moe­wes in der le­sens­wer­ten Ko­lum­ne „Gast­wirt­schaft“ der Frank­fur­ter Rund­schau er­klärt, warum Rei­che au­to­ma­tisch rei­cher wer­den.

Auch IN­WO-Re­fe­rent Klaus Wil­lem­sen wur­de mit ei­nem Gast­bei­trag, „Der Eu­ro zer­stört Wohl­stan­d“, in der FR ver­öf­fent­licht.

Stef­fen Hen­ke hat mit Kurs­Wech­sel ei­ne neue Vi­deo-Rei­he zum flie­ßen­den Geld ge­st­ar­tet und spricht in der ers­ten Aus­ga­be ei­ne gu­te hal­be Stun­de mit Al­fons Föh­ren­bach, ehe­mals Vor­sit­zen­der ei­ner Kreiss­par­kas­se in Sach­sen.

Der Che­f­öko­nom der Ci­ti-Group, Wil­lem Bui­ter, sieht für 2016 ei­ne Pe­ri­ode wirt­schaft­li­chen Schrump­fens vor­aus, in der (ei­ne zu­neh­men­de Zahl von) No­ten­ban­ken ih­re Zin­sen wei­ter in den ne­ga­ti­ven Be­reich ab­sen­ken, zi­tiert ihn Fi­nan­zen 100 am 20. No­vem­ber. Beim Be­trach­ten der Vi­deo-Auf­zeich­nung, auf die der Ar­ti­kel freund­li­cher­wei­se ver­weist, gibt es wei­te­re in­ter­essan­te Aus­sa­gen, zum Bei­spiel dass Kriegs- und Si­cher­heits­aus­ga­ben in Eu­ro­pa der Wirt­schafts“­be­le­bung“ die­nen könn­ten...

All­ge­mein ist Bui­ter ei­ner der wich­tigs­ten Be­für­wor­ter ne­ga­ti­ver Zen­tral­bank­zin­sen, wie auch sei­ne bei Busi­ness In­si­der Deutsch­land (auf Eng­lisch) kom­men­tier­te Ana­ly­se der ers­ten Er­fah­run­gen da­mit zeigt. Dort gibt es auch ei­nen Ver­weis auf ei­nen Ar­ti­kel zu Schwe­den, wo dem­nächst die prak­ti­sche Ab­schaf­fung von Bar­geld Spiel­raum für tiefe­re Ne­ga­tiv­zin­sen er­öff­nen könn­te.

Titelbild
Charles Ei­sen­stein
- Sa­cred Eco­no­mics (2011)

4. Film- und Buch­tipps

Charles Ei­sen­stein - Sa­cred Eco­no­mics (2011)

Im Newslet­ter 46 emp­fah­len wir letz­tes Jahr vom sel­ben Au­tor Die Re­nais­sance der Mensch­heit. Sa­cred Eco­no­mics ist deut­lich kom­pak­ter und the­ma­tisch we­ni­ger um­fas­send – geht aber trotz­dem weit über die bloß tech­ni­sche Be­schrei­bung ei­nes al­ter­na­ti­ven Wirt­schafts­sys­tems hin­aus. Ei­sen­stein sieht uns am Be­ginn ei­nes neu­en Zeit­al­ters, des Zeit­al­ters der Wie­der­ver­ei­ni­gung und der Ge­schenk-Öko­no­mie. Mehr noch als im vor­he­ri­gen Buch zi­tiert Ei­sen­stein Sil­vio Ge­sell, den „weg­wei­sen­den Theo­re­ti­ker des Ne­ga­tiv­zins-Gel­des“, den er durch die Ver­wen­dung sei­nes Be­griffs „Frei­geld“ ehrt. Das Buch macht Mut und mo­ti­viert.

Dem Geis­te der Ge­schenk-Öko­no­mie treu ist das Buch so­gar im prak­ti­schen E-Book-For­mat kos­ten­los im Netz ver­füg­bar. Die deut­sche Über­set­zung Öko­no­mie der Ver­bun­den­heit: Wie das Geld die Welt an den Ab­grund führ­te – und sie den­noch jetzt ret­ten kann er­schien 2013 und ist eben­falls im Netz frei zu­gäng­lich.

5. Das Wort zum ... Schluss

„Zins ist Skla­ver­ei. Und weil Skla­ver­ei den Skla­ven­hal­ter gen­au­so er­nied­rigt wie den Skla­ven, wol­len wir in un­se­ren Her­zen we­der das ei­ne noch das an­de­re.“
Charles Ei­sen­stein, Sa­cred Eco­no­mics, Ka­pi­tel 12

Mit freund­li­chen Grüßen
Vla­do Pla­ga und Mit­strei­ter

Im­pres­s­um:

Her­aus­ge­ber: IN­WO Deutsch­land e. V., Wüste­feld 6, 36199 Ro­ten­burg an der Fulda
Te­le­fon: 06623-919601, Fax: 06623-919602, E-Mail: inwo(at)INWO.de
Ver­tre­tungs­be­rech­tig­ter Vor­stand und in­halt­lich Ver­ant­wort­li­cher gemäß §10 Ab­satz 3 MDStV: Erich Lan­ge & Vla­do Pla­ga
Re­gis­ter­ge­richt: Amts­ge­richt Frank­furt am Main, Re­gis­ter­num­mer: VR 10338
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