• DE

FAIRCONOMY-Newsletter Nr. 55

Positionspapier „Sta­bi­le Wäh­rung dank Durch­hal­te­kos­ten“ umgezogen

Neuer INWO Vorstand gewählt

Mam­mon - Ei­ne Rei­se durch das Geld­sys­tem - Film auf Arte

Geld aus dem Nichts - My­thos oder Tat­sa­che - Tele­po­lis, 15.09.

Vermögensverteilung: Deutschland ist gespalten - Spiegelonline

1. Aktuelles

Titelbild
Fairconomy 3/2005

Mit geld­re­form.eu hat das ge­mein­sa­me Po­si­ti­ons­pa­pier „Sta­bi­le Wäh­rung durch Hal­te­ge­bühr auf Geld“ jetzt ei­ne an­spre­chen­de Adres­se. Al­le Le­ser die­ses Rund­briefs sind wei­ter­hin auf­ge­ru­fen, das Pa­pier di­gi­tal zu un­ter­zeich­nen!

Die INWO hat ei­nen neu­en Vor­stand ge­wählt: nach­dem Erich Lan­ge nicht wei­ter zur Ver­fü­gung stand, ste­hen jetzt Bea­te Bock­ting und Matt­hias Klim­pel an der Sei­te von Vla­do Pla­ga in vor­ders­ter Li­nie. In der Sep­tem­ber-Fair­co­no­my stellt sich der neue Vor­stand vor, ei­ne Ak­tua­li­sie­rung der IN­WO-In­ter­net-Prä­senz folgt bald.

Land­wirt­schaft­li­che Grund­stücke wer­den teu­rer: laut sta­tis­ti­schem Bun­des­amt ha­ben sich ih­re Prei­se seit 2007 et­wa ver­dop­pelt.

Ei­nen Ar­ti­kel pro „Geld­ge­bühr“, ei­nen der zwei wich­ti­gen Aspek­te der Ge­sell­schen Frei­wirt­schaft, konn­te Klaus Wil­lem­sen un­ter dem Ti­tel Der An­fang vom En­de des Ka­pi­ta­lis­mus auf Tele­po­lis ver­öf­fent­li­chen (4. Sep­tem­ber).

Nur zwei Ta­ge spä­ter er­schien eben­falls auf Tele­po­lis der Ar­ti­kel Wo­hin führt die „Frei­wirt­schafts­leh­re“? von Mein­hard Creydt, wel­cher in sei­ner an Un­ter­stel­lun­gen rei­chen Ab­hand­lung fast gen­au­so oft Karl Marx zi­tiert, wie Sil­vio Ge­sell. Hier­zu ein pas­sen­des Zi­tat von Max Frisch: „Je­der Ver­such, sich mit­zu­tei­len, kann nur mit dem Wohl­wol­len der an­de­ren ge­lin­gen.“ (zi­tiert nach ei­nem Ar­ti­kel der Wo­chen­zei­tung).

Im Kampf ge­gen die schritt­wei­se Über­eig­nung sämt­li­cher In­fra­struk­tur in die Hän­de der klei­nen Grup­pe, die schon jetzt fast al­les Ka­pi­tal be­sitzt, gibt es im­mer­hin ei­nen klei­nen Teil-Er­folg zu ver­mel­den: die Was­ser­ver- und -ent­sor­gung soll nach dem Wil­len des eu­ro­päi­schen Par­la­ments nicht zur pri­va­ti­sier­ten Dienst­leis­tung wer­den.

2. Termine

10. Ok­to­ber, Kiel: 2. Kann­Was-Ge­sell-Ta­gung: „Die Ver­ant­wor­tung der Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten für po­li­ti­sche Ent­schei­dun­gen - Hat­te Sil­vio Ge­sell mit sei­nen Pro­gno­sen doch recht?“

10. Ok­to­ber, Ber­lin (Haupt­bahn­hof): De­mons­tra­tion ge­gen TTIP (sie­he IN­WO-Newslet­ter Mai und -Me­dien­kom­men­tar Au­gust 2014) und CE­TA. Zur De­mo ru­fen un­ter an­de­rem vie­le Ge­werk­schaf­ten, At­tac und Green­pe­a­ce auf. Wer nicht selbst zur De­mo ge­hen kann, hat un­ter ttip-de­mo.de im­mer noch die Mög­lich­keit (bis zum 6.10.), die Stop-TTIP-Ini­tia­ti­ve mit ei­ner di­gi­ta­len „Un­ter­schrift“ zu un­ter­stüt­zen - bis­her ha­ben das schon et­wa 3 Mil­lio­nen Eu­ro­pä­er ge­tan.

<s style="text-decoration: line-through;">31</s> 30. Oktober, Silvio-Gesell-Ta­gungs­stät­te Wup­per­tal: Spe­zial­se­mi­nar Die „Geldschöpfung“ von Steffen Henke, Vorstand der Neues Geld gGmbH. Re­du­zier­te Teilnahmegebühr für INWO-Mit­glie­der und HW-Abon­nen­ten.

30. Okto­ber bis 01. No­vem­ber, Wup­per­tal: Jah­res­feier der Hu­ma­nen Wirt­schaft un­ter an­de­rem mit Vor­trä­gen der Pro­fes­so­ren Fe­lix Fu­ders und Karl-Die­ter Bo­dack.

14. November, Berlin: Spe­zial­se­mi­nar Die „Geld­schö­pfung“ von Stef­fen Hen­ke (sie­he Ok­to­ber-Ter­min).

7. & 8. November, Bad Boll: „Die­ter Suhr als So­zial­den­ker, Ver­fas­sungs­recht­ler und Geld­re­for­mer“, Tag­ung des SffO.

21. bis 22. November, Ful­da­tal-Sim­mers­hau­sen: 56. Mün­de­ner Ge­sprä­che: „Vom Wachs­tum zum sta­tio­nä­ren Wirt­schaf­ten?“ Un­ter an­de­rem mit Beate Bock­ting (INWO-Vor­stand) und Prof. Dr. Jo­hann Wal­ter.

25. Juli bis 7. August 2016, Wup­per­tal: 3. Som­mer­camp der Wup­per­ta­ler Frei­licht­büh­ne.

Irr­tü­mer und Än­de­run­gen vor­be­hal­ten. Mehr lo­ka­le und ak­tua­li­sier­te Ter­mi­ne ste­hen im­mer im IN­WO-Ter­min­ka­len­der.

3. Interessantes aus Medien und Netz

Auf Ar­te lief im Au­gust der Film Mam­mon - Ei­ne Rei­se durch das Geld­sys­tem von Phil­ipp En­ders. Im Netz gibt es den ei­gent­li­chen kom­plet­ten Film zwar nicht mehr bei Ar­te zu se­hen, aber durch­aus sehr leicht auf­find­bar an­ders­wo. Was Ar­te noch bis Mit­te nächs­ten Jah­res an­bie­ten will, sind Film­aus­schnit­te und wei­ter­ge­hen­de In­ter­views, dar­un­ter die kur­ze Ani­ma­tion Von der ver­fluch­ten Ver­tei­lung der Ver­mö­gen - die in ih­rer Ar­gu­men­ta­tion er­freu­lich na­he an die IN­WO-Li­nie bzw. an die Ana­ly­se von Hel­mut Creutz kommt.

Zum Film Mam­mon (sie­he vor­he­ri­ger Ab­satz) gibt es ein Ra­dio­in­ter­view mit Phil­ipp En­ders bei WDR 3.

Wäh­rend Oxfam mit ih­rer Stu­die zur ex­trem un­glei­chen Ver­mö­gens­ver­tei­lung (sie­he NL1/2015) die wesentliche Ur­sa­che von Hun­ger und Flucht an­pran­gert, schei­nen Mü­hen um „Re­geln ge­gen Nah­rungs­mit­tel­spe­ku­la­tion“ wie Flick­schus­te­rei am ka­put­ten Sys­tem.

Sil­vio Ge­sell wird ak­tu­ell an öko­no­misch maß­geb­li­cher Stel­le, beim be­rühmt-be­rüch­tig­ten Welt­wirt­schafts­fo­rum, ge­le­sen und zi­tiert. An­gus Arm­strong fasst in sei­nem Ar­ti­kel „Are ne­ga­ti­ve po­li­cy in­te­rest ra­tes re­al­ly fea­si­ble?“ die Ant­wor­ten ei­ner Rei­he Bri­ti­scher Öko­no­men auf zwei Fra­gen zu ne­ga­ti­ven Zins­sät­zen zu­sam­men.

Auch ita­lie­ni­sche Wirt­schafts­wis­sen­schaft­ler be­zie­hen sich mit „Fis­cal De­bit Cards and Tax Cre­dit Cer­ti­fi­ca­tes: The Best Way to Boost Eco­no­mic Re­co­ve­ry in Ita­ly (and Other Eu­ro Cri­sis Coun­tries)“ (8. Sep­tem­ber) auf Ge­sell.. ma­chen aber den al­ten Feh­ler, die „Hal­te­ge­bühr“ viel zu hoch an­zu­set­zen, in Form ei­nes Ab­lauf­da­tums.

Und auch in Ka­na­da hat mit Ni­cho­las Ro­we ein Wirt­schafts­wis­sen­schafts-Pro­fes­sor Ge­sell ent­deckt. „when it co­mes to mo­ney, he's one of us! [...] I li­ke this guy!“ schreibt er in sei­nem Wirt­schafts-Blog.

We­gen wirt­schaft­li­cher Ver­wer­fun­gen - Geld­man­gel und Er­werbs­ar­beits­lo­sig­keit - wur­de die­ses Jahr in Grie­chen­land zwei­mal das Par­la­ment ge­wählt und ein Re­fe­ren­dum ab­ge­hal­ten. Der Stern ver­öf­fent­lich­te ein le­sens­wer­tes In­ter­view mit dem zu­rück­ge­tre­te­nen Fi­nanz­mi­nis­ter Ya­nis Varou­f­a­kis. Sei­ne be­drücken­de Si­tua­ti­ons­ana­ly­se da­rin: „Es war ein Krieg. Und es ist im­mer noch ein Krieg. Ein Fi­nanz­krieg.“

Wie sich ein deut­lich ne­ga­ti­ver Zen­tral­bank­zins auf das Kre­di­ge­schäft der Ban­ken aus­wirkt, auch wenn noch Ge­wohn­hei­ten und Ge­set­ze dem ent­ge­gen­ste­hen, zeigt der Ar­ti­kel Ne­ga­tiv­zin­sen brin­gen Ban­ken ins Schwit­zen des Schwei­zer Stan­dard (vom 9. Au­gust).

Na­tür­lich ist un­ser Geld „aus dem Nichts“ ge­schöpft. In Geld aus dem Nichts - My­thos oder Tat­sa­che (Tele­po­lis, 15.09.) ge­hen Rein­hold Manns­ber­ger und Ru­dolf Som­mer der Fra­ge nach, ob ein­fa­che Ge­schäfts­ban­ken das auch kön­nen... wo­bei die Aus­sa­ge­kraft ih­res „Test­s“, bei dem der ge­währ­te Kre­dit we­der aus­ge­zahlt noch über­wie­sen und so­mit gar nicht wirk­lich ge­nutzt wur­de, nicht un­be­dingt hoch ist.

Die Fra­ge „Wo­her kommt das Geld für die Kre­dit­ver­ga­be?“ be­ant­wor­tet die Bo­chu­mer GLS-Bank für ihr ei­ge­nes Ge­schäft recht aus­führ­lich und an­schau­lich in ih­rer Mit­glie­der­zeit­schrift vom letz­ten Jahr, im Bank­spie­gel 2/2014 auf den Sei­ten 36 und 37.

Mähdrescher
In Ru­mä­ni­en (Pres­se­fo­to „Land­raub“)

„In kei­nem Land Eu­ro­pas ist der Reich­tum so un­gleich ver­teilt wie in Deutsch­land.“ schreibt Ni­co­lai Kwas­niew­ski im Spie­gel (am 3.9.), mit an­schau­li­chen ak­tu­el­len Gra­fi­ken zur Ver­tei­lung - ob­wohl die­se, wie auch im Ar­ti­kel ge­schrie­ben, gar nicht genau er­mit­telt wer­den kann.

4. Film- und Buchtipps

Der Film Land­raub (Ki­no­start in Deutsch­land: 8. Ok­to­ber) scheint sich zwar auf land­wirt­schaft­li­che Flä­chen zu kon­zen­trie­ren, aber er kann si­cher­lich gut zum Nach­den­ken über die Bo­den­re­form nach Art der IN­WO an­re­gen. Zi­ta­te aus der Netz­prä­senz: „Kau­fen Sie Land - Es wird kei­nes mehr ge­macht“ (Mark Twain) und „Wer das Land be­sitzt, dem ge­hört die Zu­kunft“.

5. Das Wort zum ... Schluss

„Der Jo­ker­vor­teil auf dem Markt ar­bei­tet im­mer für den Geld­be­sit­zer. [...] Ich weiß kein an­de­res Re­zept, als dass wir Geld wie­der als das be­grei­fen, was es ei­gent­lich sein soll­te: ein Tausch­mit­tel auf dem Markt, in ge­wis­sem Sinn die Spra­che der Wirt­schaft zur Ver­stän­di­gung un­ter­ein­an­der. Mehr nicht. Über­haupt kein Ei­gen­tum für Ein­zel­ne. So we­nig, wie die deut­sche Spra­che ei­nem Ein­zel­nen ge­hört.“

Eu­gen Dre­wer­mann in HW03/2015 (S. 31)

Mit freund­li­chen Grüßen
Vla­do Pla­ga und Mit­strei­ter

Im­pres­s­um:

Her­aus­ge­ber: IN­WO Deutsch­land e. V., Wüste­feld 6, 36199 Ro­ten­burg an der Fulda
Te­le­fon: 06623-919601, Fax: 06623-919602, E-Mail: inwo(at)INWO.de
Ver­tre­tungs­be­rech­tig­ter Vor­stand und in­halt­lich Ver­ant­wort­li­cher gemäß §10 Ab­satz 3 MDStV: Erich Lan­ge & Vla­do Pla­ga
Re­gis­ter­ge­richt: Amts­ge­richt Frank­furt am Main, Re­gis­ter­num­mer: VR 10338
Bank­ver­bin­dung: GLS Ge­mein­schafts­bank e.G. Bo­chum, IBAN: DE32430609676010451400, BIC: GENODEM1GLS