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Mathias aus Ostbrandenburg
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Das Geld an der Wurzel aller modernen Übel?
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Informationen zu einem Film des japanischen Fernsehens über Michael Ende, der sich für eine Veränderung des Geldsystems stark gemacht hat.
In der modernen, schnellebigen kapitalistischen Gesellschaft haben die Menschen kaum Zeit, einmal innezuhalten und darüber nachzudenken, wofür sie eigentlich arbeiten. Der deutsche Schriftsteller Michael Ende, der 1995 starb, war davon überzeugt, dass das gegenwärtige Geldsystem verantwortlich sei für Armut, Kriege, Umweltzerstörung und - was das Wichtigste ist - für den geistig-seelischen Verfall. Seine philosophische Argumentation hob hervor, dass die überwiegende Beschäftigung mit wirtschaftlichem Wachstum, die durch den rapiden wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt hervorgerufen wird, die geistige Erfüllung und die einfachen Freuden des Lebens zerstören würden. Das Geld hat seine herkömmliche Rolle als Tauschmittel verloren. Die Leute verbringen mehr und mehr Zeit damit, Geld um seiner selbst willen anzuhäufen. Es wurde zu einer Ware wie irgendeine andere.
Dieses Fernsehprogramm wirft einen Blick auf alternative, örtliche Tauschsysteme wie "Ithaca Hours" in Ithaca im Staat New York. Die Bürger von Ithaca druckten ihr eigenes Geld, die "Stunden-Geldscheine" (»Ithaca Hours«), die völlig legal sind, da sie mit dem Dollar nicht verwechselt werden können.
Im wesentlichen tauschen die Bürger ihre Arbeitsleistungen aus. Die »Ithaca Hours« werden für Installationsarbeiten, Kinderbetreuung, Lebensmittel und Hunderte weiterer Dienstleistungen verwendet. Der örtliche Reichtum verbleibt in Ithaca. Das Fernsehprogramm stellt auch ein Tauschsystem in Halle, Deutschland, vor, das örtliche Unternehmen zum Mitmachen ermutigt und ebenfalls die Ressourcen innerhalb der Stadtgrenzen bewahrt. Ein weiteres alternatives System ist die WIR-Bank in der Schweiz. Dieser Tauschring für kleine Unternehmen wurde während der Grossen Depression zum Leben erweckt und umfasst heute 17% aller Geschäftstätigkeit in der Schweiz.
Ende stellt unser überliefertes Verständnis vor eine radikale Herausforderung. Vor dem Szenario eines globalen Untergangs, das durch die Währungskrise 1998 hervorgerufen wurde, ist seine Botschaft von eindringlicher Aktualität:
"Das Geld kann geändert werden. Wir haben es gemacht und wir können es ändern." Dies waren seine letzten Worte in der Debatte über das Wesen der gegenwärtigen Gesellschaft, für die er selbst so viele Anreize bot.
Michael Ende on the Money-go-Round
1 x 59 min., Clean, M/E + English, English script, © 1999 NHK
MICO - Media International Corporation
NR Bldg., 5-5, Kamiyama-cho
Shibuya-ku, Tokyo 150-0047 Japan
Phone (81) 3-3468-6984
Fax (81) 3-3466-9530
Diesen Text gibt es auch auf Englisch.
von Robert_Mittelstaedt - 30. Oktober 2003
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