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Comic zur Finanzkrise
Der Schatz von Wörgl

Neues Buch für Einsteiger
Neues Geld - neue Welt

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 | Ich bin bei der INWO...
 | ..., weil Geld schon zu lange die Welt regiert hat! |
Erich aus Rotenburg/Fulda
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Die Bankenkrise ist in aller Munde - aber nicht ihre Ursache!
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Als Erklärung für die sich überschlagenden Banken- und Finanzmarktkrisen werden die Probleme auf den Immobilienmärkten angeführt, die Spekulations-Exzesse und Steuerparadiese oder die Gier der Menschen, der wir das alles zu verdanken hätten. Aber die eigentliche Ursache, die Überentwicklung der Geldvermögen, wurde bisher kaum angesprochen.
Dabei ist die Dramatik dieser Überentwicklung seit Jahrzehnten kein Geheimnis, wie die Grafik zeigt! Vergleicht man die Entwicklungen der Einzelgrößen, dann sind die Zuwächse des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1950 bis 2000 auf rund das 6-fache angestiegen, die der Nettolöhne aber nur auf das 3-fache. Die Zuwächse der Geldvermögen eskalierten dagegen auf das 26-fache!
Wachsende Ansprüche des Kapitals...
Wie durch die punktierten Trendlinien verdeutlicht, sind dabei die BIP-Größen langfristig in etwa linear angestiegen, die Zuwächse der Nettolöhne aber nur bis in die 80er Jahre, um anschließend sogar abzusinken! Die Geldvermögen wuchsen dagegen über den gesamten Zeitraum mit zunehmender Beschleunigung: Lagen die Zuwächse in den ersten drei Jahrzehnten noch beim Vier- bis Sechsfachen der Lohngrößen, erreichten sie in den 80er Jahren bereits das Zehnfache und in den 90er Jahren das 34-fache!
Besonders problematisch sind diese Diskrepanzen, weil die Zinsbedienung der eskalierenden Geldvermögen und alle anderen Kapitalkosten genauso wie alle Personal- und Materialkosten immer in die Preise eingehen. Das heißt, sie müssen immer von den Endverbrauchern bezahlt werden!
Während in den 80er Jahren diese wachsenden Ansprüche des Geldkapitals die Lohnzuwächse der Arbeitenden bereits weitgehend aufgezehrt haben, konnten diese Ansprüche in den 90er Jahren nur noch durch Kürzungen der Arbeitseinkommen befriedigt werden! Und dieser Umverteilungsprozess hat sich nach 2000 noch weiter verschärft. - Kein Wunder also, dass bei uns die Armut zunimmt und die Einkommens-Schere zwischen Arbeit und Besitz - trotz ständigen Wirtschaftswachstums - immer weiter auseinander geht!
...durch Überwachstum der Geldvermögen
Dieses Überwachstum der Geldvermögen erklärt jedoch nicht nur den wachsenden Reichtum der Reichen und die Verdopplungen der Millionärs- und Milliardärszahlen alle paar Jahre, sondern auch den dauernden Wachstumszwang, zu dem unsere Volkswirtschaften - zur Milderung der sozialen Spannungen - verdammt sind, ohne Rücksicht auf die Umwelt. Das Überwachstum erklärt ebenfalls, dass sich diese fast explosiv zunehmenden Geldvermögens-Massen, trotz Ausbreitung über den ganzen Globus, nur noch unzureichend in normalen Güterinvestitionen und/oder Staatsverschuldungen unterbringen lassen! Die Folge ist: Immer mehr Geld drängt Rendite suchend in die Spekulation, wodurch das gesamte Finanzsystem zunehmend labiler wird und, über immer rascher aufeinander folgende Börsen-, Immobilien- und Rohstoffbooms, zu einem totalen Zusammenbruch tendiert. Und wie die Staatseingriffe zeigen: Für die immer unabsehbareren Folgen müssen letztendlich die Bürger gerade stehen. In welchem Umfang das der Fall ist, lässt sich an den Größen der staatlichen Stützungsmaßnahmen ablesen.
Gerechte Verteilung des Reichtums...
Diese heutigen Entwicklungen ähneln immer mehr jenen in den zwanziger Jahren, die Marriner Eccles, unter Roosevelt Chef der US-Notenbank, wie folgt beschrieben hat:
"Bis 1929 und `30; also bis zum Beginn der Wirtschaftskrise, hatte eine gewaltige Saugpumpe einen zunehmenden Anteil des erzeugten Reichtums in wenige Hände umgeleitet…und so die Kaufkraft aus den Händen der Mehrheit genommen….Die Massenproduktionen der modernen Industriegesellschaft beruht aber auf einem Massenkonsum, und dieser setzt die Verteilung des Reichtums voraus…um die Menschen mit einer Kaufkraft auszustatten, die der Menge der von der Wirtschaft produzierten Güter und Dienstleistungen entspricht."
...durch Umlaufsicherung!
Diese notwendige gerechte Verteilung des Reichtums ist aber nur bei Zins- und Renditesätzen möglich, die im Gleichschritt mit den Sättigungen in der Wirtschaft gegen null heruntergehen! Um diese marktgerechte Absenkung der Zinssätze zu erreichen, bedarf es jedoch einer Umlaufsicherung des Geldes durch Kosten auf die Liquidität, wie sie von John Maynard Keynes bereits 1936 in seinem Hauptwerk "Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes" vorgeschlagen wurde. Bezogen auf die Wirkung der von ihm als "carrying costs" (Durchhaltekosten) bezeichneten Umlaufsicherung, führte er darin u. a. aus, dass...
"…dies der vernünftigste Weg sein (würde), um allmählich die verschiedenen anstößigen Formen des Kapitalismus loszuwerden. Denn ein wenig Überlegung wird zeigen, was für gewaltige gesellschaftliche Veränderungen sich aus einem allmählichen Verschwinden eines Verdienstsatzes auf angehäuftem Reichtum ergeben. Es würde einem Menschen immer noch freistehen, sein verdientes Einkommen anzuhäufen, mit der Absicht es zu einem späteren Zeitpunkt auszugeben. Aber seine Anhäufung würde nicht mehr wachsen."
Diese "Anhäufung" durch die heute ständig positiven Zinsen und der Tatbestand, dass sich das "allmähliche Verschwinden" der leistungslosen Einkommen mit den Sättigungen der Märkte nicht genauso automatisch einstellt wie bei den Knappheitsgewinnen auf den Gütermärkten, ist der zu überwindende Schwach- und Knackpunkt unseres heutigen Wirtschaftssystems, der uns gleichzeitig in den sozialen und ökologischen Zusammenbruch treibt!
Die prekäre Situation in unseren Gesellschaften ist also nicht die Folge überzogener Ansprüche der Bürger an den Sozialstaat, sondern die der ständig zunehmenden Ansprüche des Kapitals an das Sozialprodukt!
Es geht also nicht um eine Abschaffung der Marktwirtschaft, sondern letztlich um ihre Befreiung vom Kapitalismus!
Helmut Creutz, Jahrgang 1923, lebt in Aachen und ist Wirtschaftsanalytiker und Autor mehrerer Bücher, unter anderem des Standardwerks "Das Geld-Syndrom. Wege zu einer krisenfreien Marktwirtschaft" (2001). Im Jahr 2004 sind "Die 29 Irrtümer rund ums Geld" erschienenen. Beide Bücher sind auch als Hörbücher bei der INWO erhältlich.
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Zeichnung von Waldah
von Helmut_Creutz - 16. Januar 2009
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