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Tagung von INWO und CGW: Grundeinkommen für alle?


"Das Diskussionsniveau bei dieser Tagung war beeindruckend." - diese Aussage von Ralf Welter gibt treffend die Stimmung des viertägigen Seminars (17.-20.05.2007) in Birkenwerder bei Berlin wieder, berichtet Alwine Schreiber-Martens ("Ein Grundeinkommen für alle - aus Abgaben für die Nutzung der Naturressourcen") vom Vorstand der INWO.

Ralf Welter, Betriebs- und Volkswirt, hat Erfahrung mit Tagungen: Seit einigen Jahren stellt er das Grundeinkommensmodell des KAB vor. Es schlägt Lösungen für gravierende, sich verstärkende Fehlentwicklungen im wirtschafts- und sozialpolitischen Bereich vor. Und entsprechend offen und interessiert zeigte er sich auch für unsere Lösungsvorschläge. Er hatte bisher noch fast nichts davon gehört.

Ähnlich offen zeigte sich auch der andere externe Referent des Seminars: Ronald Blaschke, Philosoph und Sprecher des Netzwerks Grundeinkommen. Zum einen ist er vielleicht der beste Kenner der verschiedenen Finanzierungsmodelle, da er bereits 2005 einen umfassenden Vergleich vorgelegt und ihn 2007 überarbeitet hat (73 Seiten - pdf, 722 KB). "Im Prinzip versteht die Konzepte sowieso nur der Autor!" meinte er augenzwinkernd als Warnung an die "Laien". Zum anderen stellte er überzeugend die menschenrechtlichen Grundlagen dar, aus denen die gesellschaftliche Aufgabe erwächst, die Bedingungen so zu gestalten, dass für jedes Mitglied der Gesellschaft bedingungslos und existenzsichernd ein kontinuierliches Einkommen fließt.

Das Interesse dieser beiden an unseren Konzepten wurde sicher auch durch die umfassende Einführung von Roland Geitmann geweckt, der dabei die Verbindungen zu Bodenreform und fließendem Geld andeutete. Günter Moewes stellte in seinem Vortrag "Befreiung von Qualarbeit - Jahrtausendtraum der Menschheit" die Diskrepanz zwischen Möglichkeit und Wirklichkeit in der heutigen Welt fast schmerzhaft deutlich dar.

Gibt es ein greifbares Ergebnis des Seminars? Zuerst sicher der Erkenntnis- und Wohlfühlgewinn aller Teilnehmenden. Dazu hat auch die Veranstaltung am Samstagabend beigetragen: "Sich fügen heißt lügen" lautete der Titel. Klaus Hugler las aus Texten von und über Erich Mühsam, der 1934 von den Nazis im KZ Oranienburg ermordet wurde. Isabel Neuenfeldt sang vertonte Texte von ihm und spielte dazu auf dem Akkordeon. Dieses Portrait des Schriftstellers und Anarchisten war sehr berührend.

Werner Onken hat mit exzellentem Gespür diese Abendveranstaltung und das ganze Seminar organisiert. So konnte es gelingen, dass die üblichen Fronten bei der Diskussion des Grundeinkommens - "Leistungsgerechtigkeit" versus "Teilhabegerechtigkeit" - hier zu fruchtbarem Weiterdenken geführt haben. Es wurde deutlich, dass die Ideen der "FAIRCONOMY", also Weiterentwicklung und Verallgemeinerung des Bodenreformgedankens und des Vorschlags des fließenden Geldes, genauso wie die Grundeinkommensidee Reformprojekte sind, die sich gegenseitig bereichern und befördern. Dazu wird auch der gute Kontakt, der zwischen den internen und externen Referenten entstand, beitragen.


Fotos und weitere Informationen zur Tagung sind bei Sozialökonomie.info zu finden.

Wie ein Grundeinkommen für alle finanziert werden kann, zeigt Alwine Schreiber-Martens in einem INWO-Standpunkt auf, der auch bestellt werden kann.


von Redaktion - 01. Juli 2007

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