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..., weil wir hier Lösungen für die Zukunft suchen.

Johann Israel aus Berlin

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Staatsentschuldung in 85 Jahren?


Der Autor des Buches "Die 29 Irrtümer rund ums Geld" schreibt über die Milchmädchenrechnung des Bundesrechnungshofes.

Wie man in diesen Wochen in der Presse lesen konnte, hat der Bundesrechnungshof vorgerechnet, dass der Bund, bei jährlichen Tilgungen von zehn Milliarden Euro, 85 Jahre brauchen würde, um seine Schulden abzubauen. Das ist vordergründig richtig gerechnet, denn 85 mal 10 Milliarden ergeben jene rund 850 Milliarden Euro, die alleine der Bund in Deutschland bis zum Jahresende 2004 angesammelt hat.

Allerdings wurde diese Rechnung "ohne den Wirt", sprich: ohne die Zinsen aufgemacht! Denn selbst wenn der Bund im kommenden Jahr mit einer solchen Tilgung beginnen würde: Die Zinszahlungen, die heute bei rund 40 Milliarden jährlich liegen, laufen wie bei jeder Hypothek für die Restschuld weiter!

Geht man bei der angedachten linearen Tilgung und der sich daraus ergebenden durchschnittlichen Restschuld von 425 Milliarden Euro in den 85 Jahren aus, dann wären bei einer Verzinsung von fünf Prozent, neben der Tilgungssumme von 10 Milliarden, im Durchschnitt jährlich auch noch 21 Milliarden Zinsen fällig, insgesamt also 31 Milliarden p.a.! Dabei würde der Gesamtaufwand im ersten Jahr bei 52 Milliarden liegen und erst im letzten Tilgungsjahr den vom Bundesrechnungshof ermittelten Betrag von 10 Milliarden nahe kommen.

Bezieht man Gesamtzahlungen auf die Laufzeit von 85 Jahren, dann fallen also, neben der Schuldentilgung von 850 Milliarden, auch noch Zinszahlungen in Höhe von 1785 Milliarden Euro an. Die insgesamt zu zahlende Summe ist mit rund 2635 Milliarden Euro, also gut drei Mal so hoch wie die vom Rechnungshof genannte Größe! Zwar pflegte der Bund seine Zinszahlungen bisher weitgehend über Neukreditaufnahmen zu finanzieren, aber dieser Weg ist zukünftig ausgeschlossen, wenn die Tilgungsrechnung in 85 Jahren aufgehen soll.

Außerdem hat der Bundesrechnungshof bei seinen Entschuldungsplänen nicht berücksichtigt, dass im gleichen Umfang wie die Staatsschulden durch Tilgungen zurückgehen, die Unternehmen und Privathaushalte ihre Verschuldungen ausweiten müssen! Denn finden die Banken keine neue Kreditnehmer für die getilgten Staatsschulden, bleiben sie nicht nur auf den zu verzinsenden Einlagen sitzen, sondern der Wirtschaft fehlt in gleicher Höhe das Umlaufmittel Geld! Ohne solche Engpässe könnten die öffentlichen Tilgungen nur dann umgesetzt werden, wenn die Sparer in Höhe der Tilgungen ihre Einlagen abbauen und das Geld selbst für Konsum und Investitionen ausgeben würden. Das aber ist kaum zu erwarten.

Problemlos funktionieren würde die Rechnung des Rechnungshofs also nur dann, wenn die Zinsen mit den Sättigungen in der Volkswirtschaft marktgerecht gegen null sinken würden, was zweifellos die beste Lösung wäre - und das nicht nur für die staatliche Schuldenmisere!


von Helmut_Creutz - 21. Dezember 2004

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