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Die Geldreform

Wenn das Geld selbst die Ursache für die bekannten Verzerrungen ist, muss auch beim Geld selbst zur Lösung der Probleme angesetzt werden. Es gilt, die Wertaufbewahrungsfunktion des Geldes zugunsten der Tauschmittelfunktion zurückzudrängen und trotzdem Sparen zu ermöglichen.

Diese Aufgabe erfüllt eine periodische Gebühr auf liquide Geldbestände (Bargeld und Guthaben auf Girokonten).

Der Konsument wird von dieser Gebühr fast nicht betroffen sein, denn er gibt einmal eingenommenes Geld eben für Konsum alsbald wieder aus. Für den Sparer jedoch macht sie das längerfristige Aufbewahren von (nicht angelegtem) Geld unattraktiv. Er sieht sich genötigt, mehr von seinem gesparten Geld längerfristig anzulegen, als Einlage bei Banken, in Form von Wertpapieren etc. Das steigert das Angebot auf dem Kapitalmarkt und wirkt damit zinssenkend. Das gilt für Kapitalanlagen aller Fristigkeiten, d.h. die Zinsstrukturkurve wird insgesamt nach unten verschoben.

Guthaben und Schulden würden stagnieren und sogar abgebaut werden können. Die gewaltigen Zinslasten für Unternehmen, Staat und Private würden sinken und damit finanzielle Ressourcen insbesondere zur Entlohnung von Arbeit freisetzen. (Schon mit 1/3 der 2001 an die Gläubiger gezahlten Bankzinserträge in Höhe von 303 Mrd. Euro hätten 4 Mio. Gehälter bezahlt werden können.) Auf diese Weise würde die Umverteilung durch den Zins erheblich gesenkt werden.

Die Gebühr ist Staatseinkommen und sollte dazu benutzt werden, Steuern zu senken. Damit ist sie aufkommensneutral. Die Gebühr könnte auch gleichmäßig pro Kopf rückverteilt werden.

Um was geht es?

Die Stabilisierung des Finanzsektors ist die Grundlage für eine friedliche, sozial ausgewogene und ökologisch nachhaltige Gesellschaft. Entscheidend für den notwendigen gesellschaftlichen Wandel ist es, unsere Währung/unser Geld vollständig in den Dienst der Gesellschaft zu stellen. Ein Finanzsystem, das mehr und mehr der Bereicherung Einzelner dient, zerrüttet auf Dauer gesellschaftliche Strukturen. Eine stabile Währung ist das unerlässliche Fundament für zukunftsorientierte Entwicklungen.

Die entscheidende Maßnahme zur Stabilisierung unseres Geldsystems ist die Umlaufsicherung des Geldes. Eine konstruktive Umlaufsicherung in Form einer Gebühr auf Liquidität hat vielfache positive Auswirkungen. Die Maßnahme ist als Alternative zu den bislang üblichen Mechanismen steigender Zinssätze und steigender Inflationsraten sowie der heute betriebenen quantitativen Lockerung durch den Aufkauf von Wertpapieren (Quantitative Easing) unumgänglich.

Unsere Forderung

Die INWO fordert den Bundestag und das Europäische Parlament auf, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um eine nachhaltig stabile sowie wachstums- und verteilungsneutrale Währung zu schaffen. Die EZB wird aufgefordert, folgende Maßnahmen zu ergreifen, um die umlaufende Geldmenge (ZBG) mit Kosten zu versehen.

Maßnahme 1:

Der Zinssatz für Einlagen, Mindestreserve und Überschussreserve bei der Zentralbank wird abgesenkt. Der Zielkorridor befindet sich zukünftig deutlich im negativen Bereich.

Maßnahme 2:

Die Euro-Banknoten werden so gestaltet, dass für die Haltung Kosten zwischen 2% und 6% p.a. entstehen.

 

Begründungen

Zur Begründung der 1. Maßnahme

Die Zentralbankguthaben verursachen den Geschäftsbanken Kosten, die eine Begrenzung der Nachfrage zur Folge haben. So wird gewährleistet, dass es für die Banken auch in Krisenzeiten günstiger ist, sich über andere Banken und über private Einlagen zu finanzieren, statt billiges Zentralbankgeld nachzufragen. So kann die Notenbank die übermäßige Nachfrage nach Zentralbankgeld bremsen.

Zur Begründung der 2. Maßnahme

Die Kosten der Liquidität dürfen nicht bei den Geschäftsbanken hängen bleiben. Sie müssen bei allen Geldnutzern, entsprechend der Höhe ihrer Bestände an Bar- und Giralgeld, anfallen. Dadurch entsteht ein marktwirtschaftlich angemessener Druck, übermäßige Liquidität zu Gunsten von langfristigen Anlagen und Investitionen aufzugeben.

Die optimale Höhe der Geldkosten (von uns Umlaufsicherungsgebühr oder Geldhaltegebühr genannt) muss die Notenbank ermitteln. Diese Liquiditätskosten müssen so hoch sein, dass Stockungen in der Geldzirkulation (Hortung) vermieden werden. Die Kosten müssen aber so gering sein, dass die Nutzung von Bargeld ausreichend attraktiv bleibt.

 

Vorteile eines allgemeinen Nullzins- bzw. Negativzins-Niveaus